Krebsärztin weist Totschlag-Vorwurf zurück

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Die Internistin Mechthild Bach sitzt am Dienstag (20.10.2009) zu Prozessbeginn in einem Verhandlungssaal im Landgericht in Hannover.

Hannover - Die wegen 13-fachen Totschlags an Patienten angeklagte Krebsärztin hat beim zweiten Anlauf des Prozesses vor dem Landgericht Hannover alle Vorwürfe zurückgewiesen.

“Ich werde zu Unrecht beschuldigt und widerspreche entschieden allen vorgetragenen Anschuldigungen“, sagte die 59-jährige Mechthild Bach am Dienstag. Zuvor warf die Staatsanwaltschaft der Internistin in zwei Anklagen vor, in den Jahren 2001 bis 2003 insgesamt 13 Patienten durch überhöhte Gaben von Morphium oder des Beruhigungsmittels Diazepam getötet zu haben.

Die Ärztin habe den Patienten im Alter von 52 bis 96 Jahren “entgegen den Regeln der ärztlichen Kunst“ unangemessen hohe Schmerzmitteldosen verordnet, sagte Oberstaatsanwältin Regina Dietzel-Gropp. Bei der Mehrzahl der 13 Patienten sei die Gabe von Morphin überhaupt nicht indiziert gewesen, bei den übrigen die Dosen zu hoch. Bei allen 13 Patienten habe die Ärztin alle vorher gegebenen Medikamente abgesetzt.

Die Oberstaatsanwältin warf der Internistin zudem unzureichende Diagnosen vor. Sie schilderte einen Teil der Patienten als keineswegs unheilbar krank. Die angeklagte Ärztin betonte, sie habe “in keinem der 13 Fälle die letzte Lebenszeit meiner Patienten durch Morphin verkürzt“. Bei keinem Patienten habe sie den Tod bewusst herbeigeführt. Alle 13 Patienten hätten sich in ihrer letzten Lebensphase befunden. Bei allen seien Morphiumgaben medizinisch indiziert gewesen. Bach gestand jedoch Fehler bei der Führung ihrer Patientenakten ein. Sie habe aber dem Befinden der Patienten mehr Aufmerksamkeit gewidmet als der medizinischen Dokumentation. “Die Vorwürfe gegen mich sind allein begründet in der nicht ausreichenden medizinischen Dokumentation“, sagte sie.

Anschließend schilderte sie, dass sich aus ihrer Sicht alle 13 Patienten im Endstadium einer unheilbaren Krankheit befanden. Der Fall war bereits 2003 bekannt geworden. Der Ärztin war die Approbation entzogen worden, dagegen war sie gerichtlich vorgegangen. Nach Abschluss der umfangreichen Ermittlungen wurde sie unter Totschlagsverdacht verhaftet und kam nach drei Wochen Untersuchungshaft wieder auf freien Fuß. Ein erster Prozess gegen Bach platzte im vergangenen Jahr wegen der Erkrankung eines Richters. Bis zum Abbruch prägten Streit verschiedener Gutachter und Auseinandersetzungen über Beweisanträge der Verteidigung die Gerichtsverhandlung.

ap

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