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Omikron BA.2 bis BA.5: Krankschreibung, Homeoffice, Lohnzahlung – Alle Job-Infos im Überblick

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Von: Jennifer Köllen

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Ihr Corona-Test ist positiv? Hier erfahren Sie, wie Sie schnell die Krankmeldung bekommen, ob Sie arbeiten müssen – und wie lange Lohn gezahlt wird.

Hamburg – Wer sich mit Corona infiziert, braucht schnell eine Krankschreibung für den Arbeitgeber. Diese bekommt man nach wie vor vom Arzt. Doch wie soll das gehen, wenn man wegen Isolation oder Quarantäne zuhause bleiben muss? Oder weil man wegen Omikron starke Symptome hat? kreiszeitung.de gibt einen Überblick samt Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema Krankschreibung wegen Corona. Hier erfahren Sie:

Omikron BA.2 bis BA.5: Krankschreibung, Homeoffice, Lohnzahlung – Alle Job-Infos im Überblick

Sie haben sich mit Omikron infiziert und Symptome? Damit sind sie nicht allein. Im Februar 2022 haben sich so viele Menschen in Deutschland eine Krankschreibung geholt, wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Betriebskrankenkassen (BKK).

In Berlin meldete die AOK Nordost in den ersten zehn Kalenderwochen 310.000 Krankmeldungen. Eine Steigerung von knapp 50 Prozent. Die Krankenkasse Barmer meldete laut Ärztezeitung allein in der Woche vom 13. bis 19. Februar 53.100 kranke Arbeitnehmer wegen Omikron. „Zu den Spitzenzeiten der ersten Corona-Wellen seien nie mehr als 25.100 Versicherte betroffen gewesen“, so die Ärztezeitung – eine Steigerung von 108 Prozent.

Manche Wirtschaftsbereiche sind besonders betroffen. In Kindergärten, Schulen und in Berufen des Gesundheitswesens haben sich die Corona-bedingten Fehltage mehr als verdoppelt.

Auch Sie hat es erwischt? Im Folgenden erhalten Sie alle Antworten auf Ihre Fragen zum Thema Corona und Krankschreibung.

Ein Krankenschein liegt auf einer Tastatur
Ab dem 1. Juni 2022 kriegen Corona-Patienten ihre Krankschreibung nicht mehr telefonisch. © Sascha Steinach/imago

Krankschreibung wegen Omikron BA.2 bis BA.5: Keine Corona-Symptome aber infiziert – muss ich arbeiten?

Ich bin infiziert und symptomfrei, muss ich nun arbeiten? Das kommt darauf an, ob Sie in Isolation oder Quarantäne arbeiten müssen oder nicht, hängt davon ab, ob Sie nach der Inkubationszeit Omikron-Symptome haben – und ob Sie vom Homeoffice aus arbeiten können. Auch eine Krankschreibung wegen Corona erhalten Sie von Arzt nur dann. Es gibt drei unterschiedliche Fälle zu beachten:

Omikron: Bei diesen Symptomen sollten Sie einen Corona-Test machen und sich bei Infektion die Krankmeldung holen

Bei allen Omikron-Varianten ähneln die Symptome häufig denen einer Erkältung. Typische Omikron-Symptome bei Omikron BA.2 sind: Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Schnupfen. Wenn Sie diese Symptome haben, sollten Sie schnellstmöglich einen offiziellen Corona-Test machen lassen. Bei einem positiven Ergebnis gibt es die Krankschreibung vom Arzt. Anschließend können Sie sich beim Arbeitgeber krankmelden.

Omikron BA.5: Symptome, Inkubationszeit und Bedeutung des neuen Subtypen

Im Gegensatz zu den ersten Omikron Subtypen BA.1 und BA2 tritt bei den neueren Omikron-Subtypen (BA.4 und BA.5 ) laut Virologen hingegen wieder vermehrt Husten auf, die Symptome seien ähnlich wie bei einer Bronchitis. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) würden Spezialisten aktuell untersuchen, in welchem Ausmaß sich BA.4 und BA.5 mit Blick auf Ausbreitungsgeschwindigkeit und Krankheitsverlauf von den bisherigen Varianten unterscheiden. Über die Inkubationszeit ist noch nichts weiteres bekannt. Experten gehen davon aus, dass die Inkubationszeit ähnlich dieser der anderen Omikron Subtypen ist: also drei bis sechs Tage.

Omikron BA.2 bis BA.5: Kann ich mich telefonisch von Arzt krankschreiben lassen, wenn ich Corona-positiv bin?

Bis zum 31. Mai 2022 konnten sich Patienten die Krankschreibung auch telefonisch holen. Denn wegen der Corona-Pandemie gab es seit zwei Jahren eine Sonderregel. Ärzte konnten Patienten seither auch per Telefon krankschreiben – um Arztpraxen und Patienten zu entlasten.

Ärzte durften seit dem 19. Oktober 2020 Patienten, die an leichten Symptomen der oberen Atemwege leiden, für eine Woche krankschreiben. Und bei Omikron sind die Symptome meist leicht: Halsschmerzen, Schnupfen und Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten.

Seit dem 1. Juni 2022 gilt diese Regel aber nicht mehr, Patienten können sich nicht mehr telefonisch vom Arzt krankschreiben lassen. Das bedeutet: Patienten müssen ab sofort für eine Krankschreibung wieder in Arztpraxen gehen oder Videosprechstunden nutzen. 

Ich habe eine Krankschreibung vom Arzt – wie lange muss ich wegen Omikron in Quarantäne?

Mittlerweile muss man mit Corona nur noch fünf Tage in Quarantäne bzw. Isolation. Ab dem fünften Tag sollte man sich laut Robert Koch-Institut (RKI) dann wieder­holt mit einem Antigen-Schnell­test selbst testen. Die Selbstisolation muss erfolgen, bis der Test negativ ist.

Omikron BA.2 bis BA.5: Sie haben eine telefonische Krankschreibung? Bei diesen Corona-Symptomen sollten Sie dennoch zum Arzt

Die Corona-Variante Delta kann nach wie vor schwere Verläufe mit hohem Fieber und Atemnot verursachen. Dies gilt auch für die in Deutschland vorherrschende und mildere Variante Omikron, wenn Sie ungeimpft sind. Fällt die Sauerstoffsättigung unter 95 Prozent, das Fieber ist hoch oder Sie haben Atemnot, sollten Sie sofort den Rettungsdienst rufen.

Wenn Sie wegen Corona diese Symptome am Herzen bzw. Herzprobleme haben, sollten Sie laut Experten des „American College of Cardiology“ unbedingt einen Arzt aufsuchen:

Krankschreibung wegen Omikron BA.2 bis BA.5: Muss ich den Arbeitgeber über meine Corona-Infektion informieren?

Nein. Wenn Sie sich wegen einer Corona-Infektion vom Arzt krankschreiben lassen, müssen Sie Ihrem Arbeitgeber nur mitteilen, dass Sie krank sind und wie lange Sie vom Arzt eine Krankschreibung haben. Den Grund für Ihre Krankheit, zum Beispiel, dass Sie Omikron haben, müssen Sie Ihrem Arbeitgeber nie nennen.

Krankschreibung wegen Omikron: Bekomme ich weiterhin mein Gehalt? Das gilt für Geimpfte und Ungeimpfte bei Lohnfortzahlungen

Laut Verdi (Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft) müssen Ungeimpfte damit rechnen, dass sie ihren Lohn nicht fortgezahlt bekommen, wenn Sie wegen einer Corona-Infektion krankgeschrieben sind. Diese Regelung gilt seit dem 1. November 2021.

Arbeitgeber dürfen sogar den Impfstatus abfragen, um Entschädigungsansprüche zu prüfen und geltend zu machen, teilt die Techniker Krankenkasse auf ihrer Webseite mit. Informationen zur Impfstatusabfrage finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Gesundheit.

Geimpfte oder Genesene, die wegen einer Omikron-Infektion eine Krankschreibung vom Arzt haben, sind von ihrer Arbeitsverpflichtung befreit. Der Arbeitgeber muss seinen Beschäftigten sechs Wochen lang weiterhin den normalen Lohn zahlen.

Was ist mit meinem Lohn, wenn ich länger als sechs Wochen wegen Corona krankgeschrieben bin – etwa wegen Long Covid?

Wer länger als sechs Wochen arbeitsunfähig und wegen Corona krankgeschrieben ist, dem zahlt seine gesetzliche Krankenversicherung laut Entgeltfortzahlungsgesetz Krankengeld. Das kann bei Corona bzw. Omikron etwa dann passieren, wenn Sie an Long Covid leiden. Über Long Covid als neue Volkskrankheit sprach kürzlich auch Spezialistin Jördis Frommhold in einem Interview mit kreiszeitung.de.

Die Höhe des Krankengeldes variiert. Der Arbeitnehmer kann 70 Prozent seines Bruttoverdienstes erhalten, und höchstens 90 Prozent des letzten Nettoarbeitsentgelts.

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