Kraftwerken droht Hitze-Stopp

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Die Hitzewelle macht nun auch den Köhle- und Atomkraftwerken zu schaffen.

Stuttgart - Die Hitzewelle wird allmählich zum Problem für die Kohle- und Kernkraftwerke. Möglicherweise müssen Anlagen schon bald vom Netz genommen werden.

Die Hitzewelle wird allmählich zum Problem für Kohle- und Kernkraftwerke. Das ergab eine dpa-Umfrage bei Behörden und Betreibergesellschaften am Dienstag. Reaktoren müssen mit gedrosselter Leistung arbeiten, wenn ihr Kühlwasser die Flüsse zu sehr aufheizen würde.

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Das Atomkraftwerk Brokdorf in Schleswig-Holstein seine Leistung bereits am Montag drei Stunden lang um 50 Megawatt drosseln. Der Grund: Die Elbe hatte in dieser Zeit rund 24 Grad, sagte ein Sprecher des für die Atomaufsicht zuständigen Justizministeriums in Kiel. Dies komme nicht regelmäßig, aber immer mal wieder vor. Die beiden anderen schleswig-holsteinischen Atomkraftwerke Brunsbüttel und Krümmel sind wegen Pannen seit Sommer 2007 vom Netz.

Auch das Atomkraftwerk Unterweser (Niedersachsen) läuft wegen der Hitze zurzeit mit deutlich weniger Leistung. Das Kraftwerk in Stadland sei seit Dienstag von 1345 auf 550 Megawatt gedrosselt, sagte ein Sprecher von Eon Energie in München. Der Fluss sei derzeit so warm, dass das Kraftwerk nicht genug Kühlwasser einleiten könne, ohne die vorgeschriebenen Maximaltemperaturen zu überschreiten. Wie lange das AKW Unterweser noch mit weniger Leistung fahren werde, sei unklar. Laut niedersächsischem Umweltministerium gibt es keinerlei Leistungseinschränkungen in den Kernkraftanlagen Emsland und Grohnde.

Am Wochenende könnten Rhein und Neckar in Baden-Württemberg eine Wassertemperatur von 28 Grad erreichen. Dann müssten Kohle- und Kernkraftwerke grundsätzlich vom Netz genommen werden, teilte das Umweltministerium in Stuttgart mit. “Die Lage ist angespannt, aber noch nicht dramatisch. Die Situation könnte sich aber schon in den nächsten Tagen weiter zuspitzen“, sagte Baden-Württembergs Umweltministerin Tanja Gönner (CDU). Derzeit würden schon Wassertemperaturen über 25 Grad gemessen.

In dem warmen Wasser ist der Sauerstoffgehalt sehr niedrig. Deshalb droht ein Fischsterben, wie die Umweltministerin in Baden- Württemberg und Rheinland-Pfalz mitteilten. Am vergangenen Wochenende sei am Neckar bereits an drei Staustufen der Durchfluss durch die Turbinen vermindert worden. Dadurch strömt mehr Wasser über die Wehre und nimmt dabei Sauerstoff aus der Luft auf.

Trotz Sommerhitze rechnet der Energiekonzern RWE in Hessen derzeit nicht mit größeren Problemen beim Betrieb des Atomkraftwerks Biblis. Entscheidende Werte wie die Temperatur des Rheins sowie des ablaufenden Wassers bewegten sich noch im Rahmen, sagte ein Sprecher. Um die Grenzwerte einzuhalten, seien Anfang Juli die beiden Kühltürme in Betrieb genommen worden. Der Rhein bei Biblis sei bei einer Messung am Montagmorgen unter 26 Grad warm gewesen. Das Wasser, das das Atomkraftwerk in den Rhein leite, sei derzeit rund 32 Grad warm. Die Werte würden ständig überwacht, erklärte der Sprecher.

Für die bayerischen Atommeiler gab die Landesregierung Entwarnung - es bestehe noch kein Handlungsbedarf. “Derzeit zeichnet sich aufgrund aktueller Wassertemperaturen in den Flüssen Isar, Donau und Main keine Abschaltung eines bayerischen Kernkraftwerkes ab“, sagte eine Sprecherin des Umweltministeriums. Für den Block Isar 1 sei für heiße Tage eine neue Kühlanlage in Betrieb genommen worden, sagte Kraftwerkssprecher Johann Seidl am Dienstag. In der Vergangenheit gab es dort in heißen Sommern mehrfach Probleme, weil die vorbeifließende Isar maximal 25 Grad warm werden darf.

dpa

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