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Omikron: Verlauf und Symptome – so wirkt sich die Corona-Variante auf die Gesundheit aus

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Von: Yannick Hanke

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Zu sehen ist, wie sich zwei Pfleger auf einer Intensivstation um einen Corona-Patienten kümmern.
Welche Gefahr besteht durch Omikron für die Gesundheit? Experten sprechen von milden bis schweren Verläufen. (Symbolfoto) © Bodo Schackow/dpa

Wie gefährlich ist Omikron wirklich? Die Corona-Variante verbreitet sich rasend schnell, soll jedoch nicht zu so schweren Verläufen wie die Delta-Variante führen.

Berlin – Schnellere Übertragung, dafür weniger gefährlich? Eine Frage, die sich Virologen in Bezug auf Omikron nach wie vor stellen. Die Corona-Variante ist in Deutschland längst vorherrschend, der Höhepunkt der Omikron-Welle ist dabei noch nicht einmal erreicht. Mitunter wird gar davon ausgegangen, dass die Pandemie durch Omikron enden könnte. Wie aber wirkt sich die Virusvariante auf den menschlichen Körper aus?

Omikron: Corona-Variante überträgt sich rasend schnell – doch das Risiko einer schweren Erkrankung soll für Geimpfte gering sein

Das Risiko, sich zu infizieren, sei in knapp zwei Jahren Corona-Pandemie durch Omikron nie größer gewesen. Diese Meinung vertritt die Virologin Sandra Ciesek im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“. Doch zugleich sei das Risiko für eine schwere Erkrankung, wenn man geimpft oder bereits seine Boosterimpfung erhalten hat, so niedrig wie nie. Ein individuelles Risiko besteht trotzdem.

Doch zunächst einmal zu den guten Nachrichten. Der Hamburger Intensivmediziner Stefan Kluge verweist auf Daten aus mehreren Ländern, denen zufolge das Risiko, bei einer Omikron-Infektion ins Krankenhaus zu müssen, im Vergleich zu Delta* in allen Altersgruppen wohl um mehr als die Hälfte reduziert ist.

Lungenversagen durch Omikron? Wissenschaft noch mit unklarer Datenlage

Virologin Ciesek wiederum bezieht sich im NDR-Podcast auf eine Studie aus Südkalifornien, die klinische Verläufe bei Omikron-Patienten mit denen von Patienten mit Delta vergleicht. Mit breiter Datenbasis würde sich zeigen, dass Patienten mit Omikron seltener beatmet werden müssen und auf der Intensivstation liegen. Bei Hospitalisierung lägen sie im Schnitt drei bis vier Tage kürzer im Krankenhaus. Es gelte jedoch zu berücksichtigen, dass die Studie noch nicht von Fachkollegen überprüft wurde.

Grundsätzlich gelten Corona-Infektionen, die zur Krankenhaus-Einweisung führen, als schwere Verläufe. „Wir wissen noch nicht so viel darüber, wie schwer bei Omikron das Lungenversagen ist, wenn die Erkrankten auf die Intensivstation müssen*“, heißt es in diesem Kontext von Christian Karagiannidis, dem wissenschaftlichen Leiter des Divi-Intensivregisters.

„Nach ersten vorsichtigen Berichten“ aus dem Ausland gehe er aber nicht davon aus, dass der Einsatz von Herz-Lungen-Maschinen bei Omikron so häufig notwendig sei wie bei der Delta-Variante.

Boosterimpfung schützt vor schweren Omikron-Verläufen – aber nicht vor der Infektion

Großen Einfluss auf den individuellen Schweregrad einer Infektion nimmt laut vielen Experten der Impfstatus ein. Die Grundimmunisierung mit anschließender Boosterimpfung würde bei Omikron zwar nicht vor der Infektion an sich schützen. Dafür aber zuverlässig vor schweren Verläufen bis hin zu Long-Covid-Symptomen*.

In den USA seien laut Karagiannidis etwa 90 Prozent der dort mit Corona im Krankenhaus liegenden Menschen ungeimpft. „Das ist sicher die Risikogruppe, bei der auch Omikron einen schweren Verlauf nehmen kann“, sagt der Intensivmediziner gegenüber der dpa.

Omikron: Milder Verlauf der Corona-Variante bedeutet nicht immer harmlos

Ein milder Corona- beziehungsweise Omikron-Verlauf sollte aber auch nicht zwingend mit harmlos gleichgesetzt werden. Intensivmediziner Stefan Kluge nennt Schnupfen, Husten, Hals- sowie Kopfschmerzen als typische Symptome einer Omikron-Infektion. Diese seien bei Geimpften oftmals nur gering ausgeprägt.

Doch auch diese leichten Verläufe sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Laut Karagiannidis könnten sie „einen ziemlich mitnehmen“. Für längere Zeit könnte man sogar mit deutliche Krankheitssymptomen und sehr eingeschränkt im Bett liegen. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch Viroloin Ciesek.

Infizierte, die per Definition nicht schwer erkrankt sind, könnten von einer Omikron-Infektion mehr betroffen sein als von einem „banalen Schnupfen“. Und man wisse immer noch nicht, wie sich der individuelle Verlauf gestalten würde.

Gefahr für Ältere und chronisch Kranke: Omikron führt zu Impfdurchbrüchen

Im Fokus stehen natürlich auch ältere Menschen und chronisch Kranke. Bei den Über-60-Jährigen sei die Inzidenz derzeit noch vergleichsweise niedrig, so Karagiannidis. „Da müssen wir unglaublich gut hingucken in den nächsten Wochen“. Bei vollständig geimpften hochaltrigen Menschen gebe es immer wieder Impfdurchbrüche*.

Doch bleibt es noch abzuwarten, mit welcher Krankheitsschwere sich diese entwickeln. „Es wird sich noch viel stärker dahin verschieben, dass Ungeimpfte und Ältere von Infektionen betroffen sein werden“. Demgegenüber stehen gesunde, junge Erwachsene, bei denen das Risiko eines schweren Corona-Verlaufs vor allem mit entsprechendem Impfschutz sehr gering sei.

Diese Meinung vertritt Intensivmediziner Kluge. Mit zunehmendem Alter werde sich dies aber ändern. Denn „der stärkste Risikofaktor, schwer zu erkranken“, sei das Alter. Mit jeder Dekade steige das Sterbe-Risiko.

Alter und Vorerkrankungen als wichtige Faktoren für einen schweren Omikron-Verlauf

Eine Omikron-Infektion kann natürlich auch für Menschen mit schweren Vorerkrankungen wie Krebs, Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankungen extrem gefährlich sein. Vor allem, wenn diese Personengruppen noch ungeimpft sind.

Alter und Vorerkrankungen scheinen bei Omikron genau die gleiche Rolle als Risikofaktoren zu spielen wie bei Delta und vorherigen Varianten.

Intensivmediziner Stefan Kluge spricht über die Gefährlichkeit der Omikron-Variante

Wie aber wirken sich Corona-Infektionen auf Kinder und Jugendliche aus? Sie sollen allgemein weniger kritisch als für Erwachsene sein. Denn das Immunsystem sei anpassungsfähiger und das Virus werde stärker schon in den Atemwegen abgefangen. Das erklärt Jörg Dötsch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ).

Omikron-Gefahr für Kinder? Schwere Verläufe sind selten, aber nicht ausgeschlossen

Gerade bei Jüngeren könne die Infektion auch zu Fieberkrämpfen führen. Doch fielen die Symptome bei Omikron in der Regel leichter aus als etwa bei der Delta-Variante. Laut Dötsch könnten bei den seltenen schweren Verläufen bei Kindern jedoch schwere Atemprobleme bis hin zur Beatmung auftreten.

Denkbar seien aber auch Komplikationen an den Blutgefäßen wie Blutgerinnsel. Symptome infolge einer Omikron-Infektion bei Kindern, die jedoch unwahrscheinlicher erscheinen als bei Kindern. Dementsprechend weiß Dötsch ein wenig Hoffnung zu verbreiten: „Bei Kindern in der Gesamtheit ist der Verlauf milder“. Und dennoch sollte niemand Omikron unterschätzen. (mit Material der dpa) * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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