So können Sie Ihr Leben verlängern 

Berlin - Im Idealfall kann der Mensch nach dem aktuellen Stand der Altersforschung 120 Jahre alt werden. Tatsächlich schaffen das aber nur sehr wenige. Weltweit sind Forscher deshalb auf der Suche nach dem Jungbrunnen. Was fördert langes Leben?

Der Nachweis dafür ist schwer zu führen. Der lukrative Markt der Anti-Aging-Produkte boomt seit Jahren. Ob Hormone, Vitamine oder Spurenelemente - die Wirksamkeit ist nach strengen wissenschaftlichen Kriterien nicht sichergestellt. Trotzdem kann man selbst viel dafür tun, gesund alt zu werden. Der Schlüssel zum gesunden Altern liegt zum Großteil in der Ernährung. “Wer sich richtig ernährt, darf auf einen Zuschlag von bis zu 20 Jahren hoffen“, sagt der Jenaer Ernährungswissenschaftler Michael Ristow. Durch schlechte Ernährung gehen knapp zehn Prozent unserer Lebensjahre verloren, hat ein schwedisches Gesundheitsinstitut herausgefunden.

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sind ernährungsbedingte Krankheiten für zwei Drittel der Todesfälle verantwortlich. Viel Obst und Gemüse, viel Fisch und wenig Fleisch gehören nach Ansicht von Ristow auf den Speiseplan. Dabei ist rotes Fleisch besonders ungünstig. Ristow warnt davor, den Vitaminbedarf mit Tabletten auszugleichen. Keine noch so hoch dosierte Vitaminkapsel kann einen Apfel mit seinen hunderten von Einzelsubstanzen ersetzen. “Noch nie war das Angebot an qualitativ guten Lebensmitteln so reichhaltig wie jetzt“, sagt DGE-Sprecherin Antje Gahl. “Sich ausreichend, abwechslungsreich und vollwertig zu ernähren, ist heute einfacher denn je.“ In Nahrungsergänzungsstoffen seien zudem oft falsche Substanzen enthalten, die schädlich wirken könnten, warnen die Experten. Dazu gehörten Antioxidantien, die nach den Worten Ristows fälschlicherweise als “Zauberformel gegen den Alterungsprozess“ gepriesen würden. “Zuviel dieser Antioxidantien lassen bestimmte Krebsformen wachsen“, sagt der Jenaer Ernährungswissenschaftler.

Die Antioxidantien, zu deren effektivsten Vertretern die Vitamine C und E sowie Beta-Karotin gehören, gelten bei manchen Forschern als beste Waffe gegen die sogenannten freien Radikalen. Diese entstehen permanent als Abfallprodukt des Stoffwechsels und gelten als potenziell zellschädigend und damit verantwortlich für vorzeitiges Altern. Auf Menschen bezogene Studien, die die positive Funktion der Antioxidantien belegen, gibt es jedoch nicht. Trotzdem ist der Markt mit dem “Allheilmittel“ gewaltig. “Mindestens sechs Milliarden Euro werden weltweit damit umgesetzt“, sagt Ristow.

Für Ernährungswandel nie zu spät

Abwechslungsreiche Ernährung kann nicht nur Krankheiten vermeiden, sondern reduziert auch die Folgen von Erkrankungen. So könnten Typ II-Diabetiker mit der richtigen Kost und körperlicher Bewegung wieder vollkommen gesund werden, sagt Ristow. Fleischarme und alkoholfreie Kost wirkt sich positiv auf den Bluthochdruck aus. Ebenso kann ballaststoffreiche Ernährung eine Reihe von Krebsformen verhindern. Liegt ein Krebs bereits vor, sehen die Ernährungsempfehlungen dagegen anders aus. Dann kommt es vor allem darauf an, die Auszehrung als Krankheitsfolge zu vermeiden. “Krebskranke, die ihr Körpergewicht halten können, haben eine bessere Prognose“, sagt der Professor. Zusätzlich gebe es Hinweise darauf, dass eine zucker- und kohlenhydratarme Ernährung bei Krebskranken vorteilhaft sein könne.

Für einen Ernährungswandel ist es nie zu spät. “Selbst in höherem Alter kann man noch eine Menge erreichen.“ Anders herum vergisst der Körper auch die gute Ernährung aus Kindheitstagen nicht. “Gesunde Kost in jungen Jahren ist vermutlich bis ins Alter hinein wirksam, selbst dann, wenn man später nicht mehr ganz so gesund lebt“, sagt Ristow. Auch die gezielte Verminderung der Kalorienzufuhr könnte sich nach den Worten Ristows positiv auf das Alter auswirken. Bei Tieren bis hin zu Menschenaffen sei nachgewiesen, dass die so genannte Kalorienrestriktion die Lebenserwartung steigere. Noch ist nicht geklärt, ob das für den Menschen auch gilt. Eine Reihe von Studien in den USA sei “hoffnungsvoll“, erklärt der Experte.

dapd

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