Kleines Mädchen mit Schweinegrippe gestorben

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Ein achtjähriges Mädchen ist an Schweinegrippe erkankt und dann gestorben. Ob der Grund für ihren Tod sie Grippe oder eine andere Infektion war, ist unklar.

Mainz - Nach dem Tod eines achtjährigen Mädchens mit Schweinegrippe ist die genaue Ursache noch unklar. Ob sie an der Schweinegrippe oder an einer anderen Infektion gestorben ist, muss geklärt werden.

Ob das Kind in der Mainzer Universitätsklinik am H1N1-Virus oder an einer anderen Infektion gestorben sei, müsse noch geklärt werden, erklärte der Chef der Universitätsmedizin, Norbert Pfeiffer, am Dienstag. Die Grundschülerin war nach den Angaben Pfeiffers am späten Freitagabend von ihren Eltern in die Kinderklinik gebracht worden. Sie habe seit zwei Tagen an einer Erkältung gelitten, zudem über Bauchweh und Atembeschwerden geklagt. Auf dem Weg ins Untersuchungszimmer hätten Atmung und Herzschlag des Kindes plötzlich ausgesetzt.

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Obwohl Spezialisten für Wiederbelebung in weniger als einer Minute bei dem Kind gewesen seien, hätten sie das Mädchen nicht retten können, erklärte Pfeiffer. Nach Angaben des Leiters der Universitäts-Rechtsmedizin, Reinhard Urban, ist inzwischen erwiesen, dass die Schülerin mit dem Schweinegrippen-Virus infiziert war. “Sehr wahrscheinlich“ sei auch, dass die Lungen und der Herzmuskel des Mädchens von Viren befallen waren. Die Herzmuskelentzündung sei wohl die Todesursache. Unklar ist jedoch, ob der Herzmuskel vom Schweinegrippen-Virus oder von einem anderen Erreger geschwächt war. Weitere Untersuchungen sollen dies bis spätestens Anfang kommender Woche klären.

Pfeiffer warnte angesichts des tragischen Tods der Schülerin vor Hysterie. Die Krankheit verlaufe meist leicht. Allein in der Landeshauptstadt Mainz leben rund 30.000 Kinder, von denen nach Schätzungen der Uni-Mediziner in den zurückliegenden Wochen bis zu einem Viertel die Schweinegrippe durchgemacht haben, ohne ernsten Schaden zu nehmen.

Klinikleiter ruft zur Impfung auf

Der Fall zeige aber auch, dass die Schweinegrippe nicht harmlos sei, sagte Pfeifer. Nach Darstellung der behandelnden Ärzte hatten die Eltern des Kindes keine Chance, an den Symptomen seiner Erkrankung die Gefahr für ihr Kind zu erkennen. Auch eine frühere Einlieferung in die Klinik hätte das Kind wahrscheinlich nicht retten können.

Pfeifer appellierte, Erwachsene und Kinder sollten sich gegen die Schweingrippe impfen lassen. Die Oberärztin in der Mainzer Kinderklinik, Wilma Mannhardt-Laakmann, sagte, im Ausland sei beobachtet worden, dass Kinder ein größeres Risiko als Erwachsen haben, an der Schweinegrippe sehr schwer zu erkranken oder gar zu sterben. Etwa ein Drittel der bisher rund drei Dutzend Schweinegrippe-Toten in Deutschland seien Kinder, sagte Pfeifer. Neu wäre allerdings, dass ein Kind durch das neue Virus eine tödliche Herzmuskelentzündung erleide.

Chronisch kranke Schülerin und Frau gestorben

Auch im Kreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz ist laut einem Medienbericht ein weiterer junger Mensch an Schweinegrippe gestorben. Eine Schülerin der 10. Klasse, die vor einigen Wochen an Neuer Grippe erkrankt sei, sei dem Virus erlegen, wie die “Rhein-Zeitung“ meldete. Die Jugendliche, die sich mit dem H1N1-Virus infizierte, sei jedoch chronisch schwer krank gewesen.

Die Gesundheitsbehörde in Bremerhaven informierte zudem über den Tod einer 31-jährigen Frau ohne Vorerkrankung. Die vom Staatsanwalt veranlasste Obduktion der 31-Jährigen habe den Verdacht auf eine Infektion mit dem Virus der Schweinegrippe bestätigt, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Danach war die Todesursache eine schwere Lungenentzündung. Nach Beginn einer ärztlichen Behandlung sei die Frau zu Hause geblieben, wo sie am Sonntag gestorben sei. Die Bremer Gesundheitssenatorin Ingelore Rosenkötter zeigte sich betroffen: “Leider bestätigen sich hierdurch Meldungen aus dem In- und Ausland, dass die Schweinegrippe durchaus für jüngere Menschen auch ohne Vorerkrankungen gefährlich werden kann.“

AP

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