Teil der Pokerraub-Beute aufgetaucht

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Die Ermittlungen nach dem spektakulären Überfall auf ein Pokerturnier in Berlin ist jetzt ein kleiner Teil der Beute aufgetaucht. 

Berlin - Ein kleiner Teil der Beute aus dem spektakulären Raubüberfall auf ein Pokerturnier in Berlin vor gut zwei Wochen ist aufgetaucht. Gefahndet wird inzwischen weiter nach Mittätern.

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Poker-Raub: Mutmaßlicher Drahtzieher verhaftet

Einer der mutmaßlichen Räuber habe 4000 Euro von seinem Anteil von 5000 Euro zurückgegeben, sagte Martin Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft, am Dienstag. “Den Rest hat er nach eigener Auskunft auf der Flucht verbraucht.“ Die Polizei durchsuchte in der Nacht zum Dienstag eine Garage in Berlin-Friedenau, in der das Geld nach dem Überfall aufgeteilt wurde.

Die Ermittlungen gegen weitere mögliche Verdächtige gehen unterdessen weiter. Polizeipräsident Dieter Glietsch hatte am Montag von “Auftraggebern oder Hintermännern“ gesprochen. Die Deutsche Polizeigewerkschaft warnte am Dienstag vor einer erheblichen Bedrohung durch kriminelle Großfamilien ausländischer Herkunft.

Raubüberfall auf Promi-Poker-Turnier in Berlin

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Die Beute der Räuber in Höhe von 242 000 Euro wurde laut Staatsanwaltschaft sehr ungleich verteilt. Das gehe aus den Aussagen der Verdächtigen hervor. Der zuletzt festgenommene 28-jährige Libanese, der als Drahtzieher des Überfalls gilt, versammelte demnach die Bande in der Garage um sich. “Er hat jedem seinen Anteil gegeben“, sagte Steltner. Drei Räuber bekamen bis zu 45 000 Euro, je nach Bedeutung oder Gefährlichkeit ihres Einsatzes. Einer erhielt offenbar nur 5000 Euro. Der Mann kam am Samstag aus der Türkei zurück und stellte sich. Der 28 Jahre alte Drahtzieher behielt am meisten für sich, etwa 100 000 Euro. Vermutlich musste er noch mögliche Tipp- und Auftraggeber bezahlen.

Die Ermittler hoffen, dass weitere Räuber ihre Anteile an der Beute zurückgeben. Der zuerst festgenommene 21-jährige Mann hatte das für seinen Anteil von 40 000 Euro angekündigt. Bisher sei das Geld aber nicht aufgetaucht, sagte Steltner. Sollte tatsächlich ein arabischstämmiger Clan hinter dem Überfall stecken, dürfte es schwierig sein, den Rest der Beute noch aufzuspüren.

Außer dem schwarzen Mercedes gibt es laut Steltner auch einen Audi, der für den Überfall benutzt wurde. Vermutlich wurden die Männer mit dem Mercedes in die Nähe des Potsdamer Platzes gebracht und mit dem Audi wieder abgeholt und zu der Garage gefahren.

Der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Bodo Pfalzgraf, sagte, auf das Konto arabischer Großfamilien gingen tausende Straftaten pro Jahr. Die Clans seien im Rotlicht- und Drogenmilieu sowie bei Schutzgelderpressungen in der Hauptstadt aktiv, sagte Pfalzgraf im RBB-Inforadio. Es sei sehr schwer, in diese Strukturen einzudringen und staatliches Recht durchzusetzen. So sprächen die Familien teilweise spezielle Dialekte, so dass es dafür kaum Dolmetscher gebe. Auch das Einschleusen von V-Leuten sei kaum möglich.

dpa

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