Kirche plant Hotline für misshandelte Heimkinder

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Die katholische Kriche plant eine Hotline für misshandelte Heimkinder.

Fulda - Die katholische Kirche wird eine Hotline für die in der Vergangenheit seelisch und körperlich misshandelten Heimkinder einrichten.

“Wir wollen den Leuten sagen, wohin sie sich wenden können“, sagte Erzbischof Robert Zollitsch am Freitag zum Abschluss der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) in Fulda. Wie Anfang des Jahres bekannt geworden war, sind auch in katholischen Einrichtungen bis in die 70er Jahre hinein Heimkinder misshandelt worden. Zollitsch zufolge trägt die katholische Kirche mit der Schaltung des Info-Telefons nicht nur ihrer seelsorgerischen Verantwortung Rechnung.

Es gehe auch um die Pflicht zu konkreter Wiedergutmachung des Leids, das den Schutzbefohlenen offensichtlich auch in Häusern der katholischen Kirche widerfahren ist. “Wir wollen herausfinden, wie groß das Unrecht tatsächlich ist“, sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz. Zu möglichen Entschädigungszahlungen äußerte er sich nicht. “Wir wollen zeigen, dass wir ansprechbar sind“, sagte DBK-Sekretär Hans Langendörfer. Es werde jedoch aus organisatorischen Gründen noch einige Wochen dauern, bis die Hotline erreichbar ist. Wie viele Kinder damals unter Grausamkeiten litten, ist unklar.

Nach Schätzungen lebten in den 50er und 60er Jahren annähernd 800 000 Kinder und Jugendliche in Heimen. Ein beträchtlicher Teil der Häuser wurde von der evangelischen und der katholischen Kirche getragen. Im Juni hatte Zollitsch gesagt, die Zahl der problematischen Fälle liege Schätzungen zufolge im “unteren dreistelligen Bereich“.

dpa

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