Keine Küsse für Schweinegrippe-Kranke

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Schweinegrippe-Kranke sollten auf Küsse verzichten.

Hamburg - Die Schweinegrippe beherrscht seit Wochen die Schlagzeilen. Die Zahl der Erkrankten steigt täglich; man kann sich impfen lassen, und in den meisten Fällen verläuft die Krankheit eher mild.

Was aber tun, wenn sich bereits ein Familienmitglied angesteckt hat? “Das Impfen kommt dann zu spät, denn die Wirkung setzt erst nach sieben bis 14 Tagen ein“, erklärt der Facharzt für Infektionskrankheiten, Andreas Plettenberg im Gespräch mit der AP. Wichtig sei bei einem Schweinegrippe-Kranken in der Familie vielmehr, durch Sauberkeit und strenge Hygiene die Übertragung des Virus zu verhindern.

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“Der Erkrankte sollte separat schlafen, und die Familie sollte nicht von demselben Geschirr essen oder aus demselben Glas trinken“, empfiehlt die Ärztin des Deutschen Roten Kreuzes, Christine Schüler. Wichtig sei auch, auf Küsse und anderen körperlichen Kontakt zu verzichten, da das Virus durch Tröpfcheninfektion übertragen werde. Der Kranke brauche vor allem “Vitamin C, Zink und viel Flüssigkeit“, betont Schüler. In vielen Fällen allerdings sind die Empfehlungen der Ärzte wie beispielsweise die Isolation des Erkrankten in einem speziellen Raum oder die Vermeidung von Körperkontakt schlicht unmöglich zu befolgen: Die Wohnung ist zu klein oder das kranke Kind weint und braucht Trost. Natürlich dürften Eltern auch weiterhin ihr Kleinkind berühren, sagt Schüler. Im schlimmsten Fall müsse “die gesamte Familie den Kontakt zur Außenwelt auf ein Minimum reduzieren“.

Nicht sofort in die Arztpraxen gehen

Wie aber kann man eine Schweinegrippe-Infektion sicher erkennen? Die ersten Anzeichen der Krankheit sind identisch mit denen der klassischen Grippe: Plötzliches Fieber, Husten, Gliederschmerzen oder Übelkeit. “Wenn die Symptome der Grippe ähneln, ist es heute fast sicher die Schweinegrippe“, sagt Schüler. Aber was dann? Wer glaubt, sich infiziert zu haben, solle nicht sofort zum Arzt gehen, denn so könne sich der Erreger auch in den Arztpraxen verbreiten, warnen Schüler und Plettenberg. Bei Verdacht auf Schweinegrippe sollte man in jedem Fall zu Hause bleiben und seine Kinder nicht in die Schule oder den Kindergarten schicken.

“Das Entscheidende ist die sofortige telefonische Kontaktaufnahme mit dem Haus- oder Kinderarzt, um mit ihm das weitere Vorgehen zu besprechen“, sagt Schüler. Oft könnten Patienten mit Verdacht auf Schweinegrippe nach den Sprechzeiten in die Praxis kommen oder der Arzt statte ihnen einen Hausbesuch ab. Vor ein paar Wochen noch wurden bei einer Schweinegrippe-Infektion ganze Familien und Haushalte unter Quarantäne gestellt. “Dies macht nun keinen Sinn mehr, da man die Verbreitung so nicht verhindern kann“, erklärt der Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde Rico Schmidt auf Nachfrage der AP. “Jetzt geht es darum, sich durch gezielte Hygienemaßnahmen zu schützen“, sagt er.

AP

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