Katholische Missbrauchs-Hotline startet Ende März

Frankfurt - Die katholische Kirche richtet eine Missbrauchs-Hotline ein. Ab Ende März stehen Fachleute Opfern oder Tätern als Ansprechpartner zur Verfügung. Unterdessen spricht auch Edmund Stoiber.

Lesen Sie dazu auch:

Missbrauchsskandal: Briefe von Eltern der Opfer aufgetaucht

Missbrauchsskandal: Massenaustritt der Gläubigen?

Angesichts immer neuer Missbrauchsfälle will die katholische Kirche am 30. März eine spezielle Hotline einrichten. Dort sollen Fachleute Opfern, aber auch Tätern als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, wie der Trierer Bischof Stephan Ackermann am Dienstag erklärte. Das Hilfsangebot geht auf einen Beschluss der katholischen Deutschen Bischofskonferenz zurück. Ackermann ist der Beauftragte des Gremiums für alle Fragen im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger. Einzelheiten sollen am 30. März bekanntgegeben werden.

Unterdessen geht die Diskussion über den Umgang der katholischen Kirche mit den Missbrauchsfällen weiter. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles sprach sich im Sender N24 dafür aus, dass Priester künftig wählen sollen, ob sie nach dem Zölibat leben wollten. Zugleich sagte sie, dass die Kirche in dieser Frage nicht zu schnellen Veränderungen in der Lage sei. “Die Mühlen mahlen langsam“, beklagt die katholische Politikerin.

Chronologie der Missbrauchsfälle

Chronologie der Missbrauchsfälle

Der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber warnte davor, wegen der Fälle von Kindesmissbrauch die katholische Kirche als Ganzes an den Pranger zu stellen. In einem Gastbeitrag für die “Frankfurter Allgemeine Zeitung“ mahnte der CSU-Ehrenvorsitzende: “Regel und Ausnahme im Verhalten kirchlicher Mitarbeiter dürfen hier nicht durcheinandergebracht werden“. Stoiber wies darauf hin, dass die Fälle in kirchlichen Einrichtungen “die Spitze eines gesellschaftlichen Eisbergs sind“.

Der Missbrauch von Kindern sei nicht ausschließlich ein Thema der Kirchen, sondern eines der ganzen Gesellschaft. Die meisten Fälle passierten im Umfeld von Familien, Freunden und Bekannten, ebenso in Vereinen und Verbänden. Papst Benedikt XVI. habe “null Toleranz unmissverständlich zu seiner Richtschnur gemacht, nicht erst jetzt, sondern bereits angesichts ähnlicher Verbrechen in den Vereinigten Staaten und Irland“.

Bistum Mainz berichtet von Verdachtsfällen

Unterdessen geht die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen weiter: Insgesamt 15 ehemalige Schüler des katholischen Konvikts im südhessischen Bensheim meldeten sich bislang als Opfer beim Bistum Mainz. Wie Bistumssprecher Alexander Matschak berichtete, wurden drei der Betroffenen nach eigenen Angaben Opfer sexuellen Missbrauchs. Zwölf weitere seien durch Schläge misshandelt worden. 

DAPD

Rubriklistenbild: © dpa

Alexander Zverev und Kohlschreiber weiter - Djokovic raus

Alexander Zverev und Kohlschreiber weiter - Djokovic raus

Das ist der neue Opel Crossland X

Das ist der neue Opel Crossland X

Ellen DeGeneres räumt bei People's Choice Awards ab

Ellen DeGeneres räumt bei People's Choice Awards ab

Die Meerjungfrauen in Floridas Weeki Wachee

Die Meerjungfrauen in Floridas Weeki Wachee

Meistgelesene Artikel

Polizei stoppt Kleinwagen: Paar mit Pony im Kofferraum unterwegs

Polizei stoppt Kleinwagen: Paar mit Pony im Kofferraum unterwegs

Schülerin stirbt auf Klassenfahrt: Das war die Todesursache

Schülerin stirbt auf Klassenfahrt: Das war die Todesursache

Kluger Köder: Mädchen überführt Grapscher

Kluger Köder: Mädchen überführt Grapscher

Schneechaos und Unfälle: Sturmtief „Egon“ zieht über Deutschland

Schneechaos und Unfälle: Sturmtief „Egon“ zieht über Deutschland

Kommentare