20. Jahrestag: So feiert Berlin den Mauerfall

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Menschen gehen vor der Feier zum 20. Jahrestag des Mauerfalls vor dem Brandenburger Tor in Berlin an einer Reihe von insgesamt 1000 ueberdimensionalen Dominosteinen vorbei.

Berlin - Am 20. Jahrestag des Mauerfalls ist ganz Berlin auf den Beinen: Tausende Besucher informieren sich an der Gedenkstätten über die ehemals innerdeutsche Grenze, Politiker würdigen den Einsatz der Menschen damals.

Am 20. Jahrestag des Mauerfalls haben sich zahlreiche Menschen in der Gedenkstätte Marienborn über die frühere innerdeutsche Grenze und den Grenzübergang Marienborn-Helmstedt informiert. Bis zum frühen Nachmittag ließen sich rund 1200 Menschen über das Gelände an der Autobahn 2 führen und die Ausstellungen zeigen, wie die Gedenkstätte Deutsche Teilung am Montag mitteilte.

Bilder von der Feier in Berlin

Mauerfall: So feiert Berlin den 20. Jahrestag

Sie liegt auf dem Gelände des ehemaligen Grenzübergangs, der mit 1000 Bediensteten die größte Grenzübergangsstelle außerhalb Berlins war. Im weiteren Tagesverlauf sollte eine neue Ausstellung eröffnet werden. Für den Abend war eine große Festveranstaltung geplant.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Gäste aus aller Welt haben am 20. Jahrestag des Mauerfalls in Berlin ein Zeichen für Frieden und Freiheit gesetzt. Mehr als 30 aktive und ehemalige Staatenlenker, zahlreiche Friedensnobelpreisträger und ehemalige Bürgerrechtler sowie hunderte Touristen kamen am Montag in die Hauptstadt, um das historische Ereignis zu würdigen.

Merkel überquerte den ehemaligen Grenzstreifen zusammen mit den früheren Präsidenten der Sowjetunion und Polens, Michail Gorbatschow und Lech Walesa, an der Bornholmer Straße. Dort wurde die Mauer vor 20 Jahren zuerst geöffnet, und auch Merkel strömte damals zusammen mit tausenden anderen DDR-Bürgern nach West-Berlin. Auch an der einstigen Grenzübergangsstelle Marienborn zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt wurde der Jahrestag gefeiert. In mehreren europäischen Hauptstädten fanden Aktionen statt, in Südkorea nahmen Demonstranten den Jahrestag zum Anlass, an der Grenze zu Nordkorea gegen Menschenrechtsverletzungen im kommunistischen Nachbarland zu protestieren.

Merkel sieht “Erfüllung eines Traums“

Die Kanzlerin bezeichnete den Fall der Mauer vor 20 Jahren als “Erfüllung eines Traums“. Er sei aber auch eine Verpflichtung, Verantwortung bei der Lösung von Konflikten weltweit zu übernehmen. Als Beispiele nannte sie die Auseinandersetzung im Nahen Osten oder den Kampf gegen den Terrorismus. Merkel mahnte aber auch weitere Anstrengungen zur Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost- und Westdeutschland an: “Die deutsche Einheit ist noch nicht vollendet.“

Bundespräsident Horst Köhler erinnerte neben dem Mauerfall an die Reichspogromnacht vom 9. November 1938, in der zahlreiche Synagogen in Deutschland zerstört und jüdische Einrichtungen angegriffen wurden. “Die Teilung konnte 1989 auch deshalb überwunden werden, weil wir Deutsche die nötigen Lehren aus unserer Geschichte zwischen 1933 und 1945 gezogen haben“, erklärte er. Gorbatschow rief zum weltweiten Kampf für Freiheit und gegen Unterdrückung auf. “Es gibt immer neue Trennlinien in der Welt - dem muss man sich entgegenstellen“, sagte der Friedensnobelpreisträger.

Gedenkgottesdienst in der Gethsemanekirche

Mit einem Gedenkgottesdienst in der Gethsemanekirche, die zur Wendezeit Versammlungsort von Oppositionellen war, begannen am Morgen in Berlin die Feierlichkeiten. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, sagte in seiner Predigt: “Mauern ob real oder in den Köpfen und Herzen der Menschen, Mauern lösen keine Probleme.“

An der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße tummelten sich schon morgens hunderte Berliner und Touristen aus aller Welt. In der dortigen Kapelle der Versöhnung fand eine Andacht in Deutsch und Englisch statt, an der der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und sein Vorgänger Walter Momper teilnahmen. Momper, dessen Erkennungszeichen ein roter Schal war und ist, leitete zur Zeit des Mauerfalls die Geschicke West-Berlins. “Das war der Tag aller Tage“, sagte der SPD-Politiker rückblickend.

Am Nachmittag ging Merkel mit 200 ausgewählten Bürgerrechtlern und Zeitzeugen über die Bornholmer Straße von Ost nach West. Der Höhepunkt der Feierlichkeiten sollte das “Fest der Freiheit“ am Abend am Brandenburger Tor sein, bei dem 1.000 überdimensionale Dominosteine entlang des ehemaligen Mauerverlaufs zu Fall gebracht werden sollten. Die Staatskapelle Berlin unter Daniel Barenboim und Jon Bon Jovi sollten für das Rahmenprogramm sorgen. Als Redner waren Gorbatschow und der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher vorgesehen.

Zahlreiche Ehrengäste aus aller Welt

Merkel wurde am Jahrestag zur Gastgeberin eines der größten inoffiziellen Gipfeltreffen, das es in Berlin je gegeben hat. Neben den 27 Staats- und Regierungschefs der EU kamen der russische Präsident Dmitri Medwedew und US-Außenministerin Hillary Clinton in Vertretung des wegen einer Asien-Reise verhinderten Präsidenten Barack Obama nach Berlin. Daneben zählten Friedensnobelpreisträger wie Muhammad Yunus, Nelson Mandela und Kofi Annan zu den Ehrengästen.

AP

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