Riesen Wirbel

Jäger wollen Seehunde in der Nordsee abschießen

Kiel/Wilhelmshaven - Der Landesfischereiverband und der Landesjagdverband Schleswig-Holstein haben mit einer Forderung nach dem Abschuss von Seehunden für Wirbel gesorgt.

Der Bestand sei derzeit viel zu groß, sagte der Vorsitzende der Kutter- und Küstenfischer, Lorenz Marckwardt, am Dienstag. Die hohe Zahl sei dafür verantwortlich, dass die Fischer im Watt kaum noch Plattfische oder Kabeljau fingen. Nach Ansicht der Jäger ist die Gefahr einer Seuche höher, wenn es viele Seehunde gibt. Tier- und Umweltschützer sowie das zuständige Ministerium in Kiel lehnen den Vorstoß ab.

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Nach Angaben des Wattenmeersekretariats in Wilhelmshaven wurden im vergangenen Jahr im gesamten Wattenmeer mehr als 24 000 Seehunde gezählt. Der tatsächliche Bestand sei jedoch um ein Drittel größer. “15 000 Seehunde würden reichen, um den Bestand zu sichern“, betonte Fischer Marckwardt. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet, dass sich neben dem Landesfischereiverband und dem Landesjagdverband auch der dänische Seehundexperte Thyge Jensen für eine Jagd auf Seehunde stark mache.

Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) lehnt das ab: “Dafür gibt es keine fachliche biologische Begründung. Die Jagd auf Seehunde wäre politisch falsch und rechtlich nicht möglich.“ Dass der Bestand nach der Einstellung der Jagd Mitte der 1970er Jahre und nach zwei Epidemien 1988 und 2002 wieder so gewachsen sei, sei ein großer Erfolg der Schutzgebiete in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Dänemark.

Nach Ansicht des Landesjagdverbandes könnte der Abschuss von Seehunden verhindern, dass sich wieder ein verheerendes Staupevirus ausbreitet. “Je größer der Bestand, desto größer die Gefahr, dass eine Seuche ausbricht“, sagte Geschäftsführer Andreas Schober. Sollten viele Kadaver am Strand liegen, sei das auch kein schöner Anblick für die Touristen, meint Marckwardt. “Das gibt kein gutes Bild ab.“ Der Leiter des Wattenmeersekretariats, Jens Enemark, kann die Argumente der Verbände nicht nachvollziehen: “Das ist kompletter Unsinn“, sagte er. Beweise für die Thesen der Fischer und Jäger gebe es nicht.

dpa

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