Weltärztechef versteht „Aufstand nicht“

Impfpflicht für Kinder? Bei Stiko-Empfehlung spricht nichts dagegen

Zu sehen ist, wie ein Mädchen gegen das Coronavirus geimpft wird.
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Sollte eine bundesweite Impfpflicht eingeführt werden, könnte diese auch für Kinder gelten. (Symbolbild)

Im Frühjahr 2022 soll die bundesweite Impfpflicht kommen. Doch greift sie auch für Kinder? Weltärzte-Chef Frank Montgomery spricht sich hierfür aus. Seine Gründe.

Berlin – Infolge des extrem prekären Corona-Infektionsgeschehens will die Ampel-Koalition die bundesweite Impfpflicht für Februar 2022 einführen. Mit der gegenwärtigen Impfquote, die in Deutschland laut dem Robert Koch-Institut (RKI) bei rund 69 Prozent liegt, kann noch längst keine Herdenimmunität erreicht werden. Doch muss diese Impfpflicht auch auf Kinder ausgeweitet werden? Frank Ulrich Montgomery, Vorstandsvorsitzendes des Weltärztebunds, hat seine ganz eigene Meinung hierzu.

Radiologe:Frank Ulrich Montgomery
Geboren:31. Mai 1952 (Alter 69 Jahre), Hamburg
Ausbildung:Universität Hamburg (1979), Gymnasium Blankenese, Universität von Sydney

Impfpflicht für Kinder: Weltärztechef Frank Montgomery hält es für sinnvoll – nach Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko)

Sollte die Ständige Impfkommission (Stiko) eine Empfehlung auch für Kinder aussprechen, hält der unlängst von Wolfgang Kubicki (FDP) denunzierte Montgomery eine Impfpflicht für Kinder für sinnvoll. Heißt im Umkehrschluss: „Solange es von der Ständigen Impfkommission keine eindeutige Empfehlung für die Impfung von Kindern gibt, kann es natürlich nur eine Impfpflicht für Erwachsene geben“.

Doch fügt Montgomery gegenüber „ZDFheute.de“ Folgendes an: „Wenn die Stiko allerdings die Impfung von Kindern empfehlen sollte, gäbe es keinen Grund, nicht auch Kinder in die Impfpflicht einzubeziehen“. Zum Hintergrund: Die Stiko ist ein ehrenamtliche, politisch sowie weltanschaulich unabhängige Expertengruppe, die am RKI angesiedelt ist. Sie beantwortet Fragen rund um Schutzimpfungen sowie Infektionskrankheiten und spricht Empfehlungen aus.

„Ich verstehe den Aufstand gar nicht“: Weltärztechef Montgomery reagiert mit Unverständnis auf Impf-Debatte für Minderjährige

Für Weltärzte-Chef Montgomery ist es auch nicht nachvollziehbar, warum überhaupt noch über Impfungen für Minderjährige diskutiert werden muss. Das weiß der 69-Jährige auch mit einem konkreten Beispiel zu begründen:

Wir impfen 98 Prozent der Neugeborenen mit den Grundimpfungen und da ist sehr viel mehr drinnen als in dem einen Impfstoff gegen Corona. Ich verstehe den Aufstand gar nicht.

Weltärztechef Frank Montgomery spricht über Impfungen gegen das Coronavirus für Kinder

Zuletzt hatte die Debatte über eine mögliche Impfpflicht wieder stark an Fahrt aufgenommen. Hierüber muss der Bundestag aber noch abstimmen. Konkrete Details sind noch unklar, das Thema an sich bleibt aber umstritten. Regierungssprecher Steffen Seibert hatte bereits kommuniziert, dass es solch eine Abstimmung auf politischer Ebene schon Anfang 2022 geben könnte.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) gegen Impfpflicht für Kinder – Stiko spricht wohl Empfehlung aus

Demgegenüber steht die Meinung von SPD-Gesundheitsökonom Karl Lauterbach, dem in der neuen Bundesregierung von Olaf Scholz (SPD) wohl kein Ministerposten vergönnt ist. Lauterbach plädiert dafür, dass Kinder bei einer allgemeinen Impfpflicht außen vor bleiben sollten. Das hatte er gegenüber „RTL/n-tv“ betont.

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Die Stiko wiederum hatte bereits angekündigt, zeitnah eine Empfehlung zu Corona-Impfungen bei Fünf- bis Elfjährigen aussprechen zu wollen. Es gibt bereits seit längerem Hinweise darauf, dass die Stiko die Impfung zunächst einmal ausdrücklich nur für Kinder mit bestimmten Vorerkrankungen und erkrankten Angehörigen empfehlen könnte.

Zudem hatte es eine spätere Ausweitung auf alle Gruppen beim Impfen von 12- bis 17-Jährigen gegeben. Doch bleibt die Thematik weiterhin ein höchst brisantes Politikum. Wäre die Impfpflicht, unabhängig von bestimmten Alters- und Personengruppen, überhaupt konform mit dem Grundgesetz (GG)?

Allgemeine Impfpflicht wäre konform mit dem Grundgesetz – und könnte erneuten Lockdown abwenden

Nach Ansicht von verschiedenen Juristen und Rechtsexperten im Allgemeinen gibt es von dieser Seite aus keine Bedenken. Mitunter wird die Impfpflicht sogar als das kleinere Übel deklariert – in Relation zu einem erneuten, bundesweiten Lockdown, der letztendlich alle Bundesbürger einschränken würde. (Stand der Daten: 4. Dezember 2021, 11:00 Uhr) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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