Probleme mit Long-Covid

Lauterbach erwartet mehr Corona-Impfdurchbrüche im Herbst

Braucht es eine Auffrischimpfung im Herbst? Die Meinungen sind geteilt. Was sagen Karl Lauterbach, Jens Spahn und Co.?

Berlin - SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht davon aus, dass es schon bald mehr Fälle von sogenannten Impfdurchbrüchen geben wird. Das sind Corona-Erkrankungen bei vollständig Geimpften: „Durchbruchinfektionen ereignen sich bei Personen, deren Corona-Impfung länger als sechs Monate zurückliegt“, so Lauterbach gegenüber der Funke Mediengruppe. Unabhängig vom Impfstoff steige das Risiko eines Durchbruchs nach sechs Monaten deutlich an. Braucht es nun eine Auffrischimpfung im Herbst?

PolitikerKarl Lauterbach
Geboren21. Februar 1963
ParteiSozialdemokratische Partei Deutschlands
AmtMitglied des Deutschen Bundestages seit 2005

Wenn es nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht, dann erstmal nicht. Zunächst sollen ärmere Länder Impfstoffe erhalten, bevor die sogenannte Booster-Impfung verabreicht werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hingegen möchte allen Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland zum Herbst eine Auffrischimpfung anbieten. Bewohnerinnen und Bewohner deutscher Pflegeeinrichtungen und Risiko-Patienten würden bereits eine Booster-Impfung erhalten, so Spahn. „Eine Booster-Impfung ist von den Zulassungen gedeckt, sie verstärkt und verlängert den Impfschutz“, erklärte er.

Auch die Bundesregierung hatte zuvor ihre Impfkampagne auf Extra-Impfungen umgestellt.

Dritte Corona-Impfung: Laut Drosten kleine generelle Booster-Impfung im Herbst nötig

Der Virologe Christian Drosten gab der Notwendigkeit einer generellen Booster-Impfung bereits eine Absage: „Die Schutzwirkung der Corona-Vakzinen ist viel besser als beispielsweise bei den Influenza-Impfstoffen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Eine extra Impfung im Herbst für ältere Menschen hält Drosten jedoch für sinnvoll. Für alle anderen müsse man schauen, ob man künftig ein Datum für jede Altersgruppe festlegt, wann eine Booster-Impfung erforderlich werde.

Der Immunologe Carsten Watzl hält eine zweite Impfung gegen das Corona-Virus bei Genesenen für unnötig.

Long-Covid ist häufige Folge nach Impfdurchbruch

Doch Lauterbach warnt angesichts der Impfdurchbrüche vor den Folgen. „Laut einer neuen Studie kommt es bei 19 Prozent der Menschen mit Impfdurchbrüchen zu einem Long-Covid-Problem.“ Zudem seien diejenigen, die sich nach einem Impfdurchbruch infizieren, genauso ansteckend wie Ungeimpfte, wenn auch nicht so lange.

Karl Lauterbach erwartet deutlich mehr Corona-Fälle im Herbst.

„Der Schutz wird nicht dauerhaft sein, aber doch deutlich länger als ein halbes Jahr“, sagt Karl Lauterbach. Insgesamt sei das Risiko durch Erkrankungen nach Impfdurchbrüchen jedoch deutlich geringer als eine Infektion bei Ungeimpften „Die Wahrscheinlichkeit, im Krankenhaus behandelt werden zu müssen, ist auch für diejenigen deutlich geringer, die etwa aufgrund ihrer Altersgruppe ohne Impfung ein erhöhtes Risiko der Hospitalisierung hätten.“

Intensivmediziner: Meisten Patienten ungeimpft

Nach Angaben des Intensivmediziners Christian Karagiannidis seien die meisten Corona-Erkrankten in Krankenhäuser ungeimpft. Rund 12 bis 13 Prozent aller Patienten in Kliniken hätten bereits einen Impfschutz erhalten. Die Mehrzahl werde auf den Normalstationen behandelt, einzelne Fälle gebe es aber auch auf den Intensivstationen.

Bei den stationär behandelten Menschen mit Impfdurchbrüchen handele es sich nach seiner Erfahrung etwa um Patienten mit eingeschränkter Immunantwort, etwa als Folge einer medikamentösen Dämpfung des Immunsystems. Wichtig sei, dass jetzt insbesondere den Patienten, die ein gedämpftes Immunsystem hätten, eine dritte Impfung als Booster angeboten werde. Karagiannidis sagte, dass das Divi-Intensivregister künftig auch Angaben über den Impfstatus der Covid-Patienten auf den Intensivstationen erheben und veröffentlichen werde.

Karagiannidi ist wissenschaftlicher Leiter des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi). In diesem Register wird unter anderem erfasst, wie viele Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen liegen und wie viele Intensivbetten frei sind..* kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Kay Nietfeld

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