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Im Winter: Diese Grippe-Viren sind neben Omikron BQ.1.1 Gefahr für die Gesundheit

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Von: Christian Einfeldt

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Tee, Fiebertermometer, Tabletten.
Neben Corona-Varianten können aktuell auch wieder zirkulierende Erkältungs- und Grippeviren die Gesundheit gefährden. (Symbolbild) © CHROMORANGE/Imago

Omikron BQ.1.1 breitet sich weiter aus. Zeitgleich steigt die Gefahr, sich mit einem Grippevirus zu infizieren. Welche Typen gibt es – und wie gefährlich sind sie?

Berlin – Mit Einbruch der Winterzeit steigt auch das Risiko einer Erkrankung. Eine potenzielle Ansteckung mit dem Corona-Virus beschäftigt uns nun mehr den dritten Winter in Folge. Trotz Impfungen – aber auch Infektionen – konnte sich die Gesellschaft im Laufe der Corona-Jahre weiter immunisieren. Aktuell ist dennoch vor allem die Angst vor der Omikron-Variante BQ.1.1 groß.

Ob es krankheitsbedingte Probleme bei der niedersächsischen Bahn sind oder ein hoher Krankenstand beim Hamburger HVV, der zufolge hat, dass Busse und Bahnen aktuell seltener fahren– die vielen Krankheitsfälle sind ein aktuelles Indiz dafür, dass das Corona-Virus mit seinen Varianten rund um Omikron BQ.1.1 weiterhin zirkuliert. Für Infektionen sorgen jedoch auch andere Erreger. Nicht immer sind sie mit Bezeichnungen wie Corona, Omikron oder BQ.1.1. verknüpft. Auch die Rückkehr einer zuletzt unterdrückten Erkältungswelle treibt Deutschland um.

Omikron-Variante BQ.1.1: Die „im Moment am schnellsten zunehmenden Virusvariante in Deutschland“

Die Krankheitsfälle sind hoch, viele kämpfen mit bekannten Symptomen wie Husten, Fieber oder Halsschmerzen. Die Omikron-Corona-Variante BQ.1.1 sorgt aktuell für viele geschwächte Immunsysteme. Wie Virenforscher Friedemann Weber zuletzt dem Focus erklärt hatte, sprechen viele Expertinnen und Expertinnen in diesem Kontext von der „im Moment am schnellsten zunehmenden Virusvariante in Deutschland“.

Die Omikron-Subtypen wie Omikron BQ.1.1 gelten im Allgemeinen weitaus milder als die Delta-Variante, dennoch blicken die Verantwortlichen sorgenvoll auf die aktuelle Entwicklung von BQ.1.1, das jetzt „zunehmend in Deutschland nachgewiesen“ wird. Aktuelle Medienberichte sprechen dahingehend sogar davon, dass sich die neue Omikron-Variante BQ.1.1 alle zehn Tage verdoppeln wird. Ganz Europa wurde schon im Oktober prophezeit, dass BQ.1.1 Mitte November, spätestens Anfang Dezember allgegenwärtig ist – so etwa seitens des EU-Seuchenschutzbehörde ECDC.

BQ.1.1 breitet sich rasch aus: Wie gefährlich ist die Omikron-Variante?

Zunächst registriert in Frankreich, Italien oder auch Irland, vermehren sich jetzt also auch die Infektionsfälle in Deutschland. Wie unter anderem der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet, beruhen zum aktuellen Stand rund drei Prozent aller Corona-Infektionen auf BQ.1. und BQ.1.1. In den kommenden Tagen und Wochen wird BQ.1.1 ein rasanter Anstieg vorhergesagt. Verstärkt wird eine solche Entwicklung durch die sogenannte Immunflucht. Die infolge einer Corona-Impfung entwickelnden Antikörper könne die neue Omikron-Variante nicht erkennen.

Nach Berichten des Spiegels könnte sogar einen Herdenimmunität oder spezielle Omikron-Impfstoffe keinen verstärkten Schutz bringen. Eine Infektionswelle wäre unvermeidlich. Wie unter anderem L‘ Indépendant berichtet, könnten Betroffene bei einer Ansteckung mit BQ.1.1 unter Herzrhythmusstörungen oder starken Kopfschmerzen leiden. Dennoch gilt: Wer dreimal geimpft ist, der hat einen weitaus geringes Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs.

Parallel zum verbesserten Corona-Schutz entfalten sich aktuell wieder Erkältungsviren. Neben Corona und Omikron sind es Influenza-, Parainfluenza-, Respiratorische Synzytial- oder Rhinoviren. Was steckt hinter den medizinischen Bezeichnungen steckt und wie gefährlich sind sie?

„Deutlich steigender Trend“: Influenzaviren breiten sich neben Omikron BQ.1.1 im dritten Corona-Winter wieder vermehrt aus

In medizinischen Kreisen zählen Influenzaviren Jahr für Jahr als Ursache grippalen Infekts. Die vergangenen Corona-Jahre machten eine solche Erkrankung, die sich insbesondere zwischen Januar und April bemerkbar macht, zur Seltenheit. Nach Berichten des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) besitzt die Gattung der Influenzaviren genauso wie die Corona-Omikron-Variante mehrere Subtypen.

Zumeist beginnen die Influenzaviren gegen Oktober eines Jahres zu zirkulieren. Der Arbeitsgemeinschaft Influenza des Robert Koch Instituts (RKI) zufolge würde sich in Sachen Grippe-Infektionen aktuell ein „deutlich steigender Trend“ abzeichnen. Eine potenzielle Gefahr variiert und ist von bestimmten Parametern bedingt. Immungeschwächte und ältere Menschen haben etwa ein höheres Risiko, infolge einer Influenza-Infektion Opfer eines schweren Verlaufs zu werden.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) spricht daher für eine Grippeimpfung aus, die nach Empfehlung einmal im Jahr erfolgen soll. Für gesunde Menschen ist eine Grippe häufig nur wenig besorgniserregend. Symptome wie Fieber oder Kopfschmerzen klingen bereits nach wenigen Tagen ab.

Rhinoviren: Antreiber von Grippewellen weist Parallelen zu BQ.1.1 auf

Rhinoviren sind ebenfalls prominent in unserem Alltag. Das RND berichtet, dass etwa die Hälfte aller grippalen Erkrankungen auf Rhinoviren zurückzuführen sind. Ein nicht unwesentlicher Faktor: Der Krankheitserreger umfasst um die 100 Subtypen. Ähnlich wie Corona-Viren rund um BQ.1.1 zählen auch Rhinoviren zu den sogenannten RNA-Viren. Eine weitere Parallele zeigt sich darin, dass die Viren schnell mutieren können. Entsprechend schwer gestaltet sich auch die Suche nach einer Impfung gegen die Rhinoviren.

Symptome einer solchen Infektion sind Halsschmerzen, Fieber oder Husten. Infizierte bestätigen häufig mehrere Tage anhaltende Beschwerden. Danach klingen sie jedoch von selbst ab. Immungeschwächte Menschen könnten mitunter unter Lungenentzündungen leiden. Laut des Robert Koch Instituts (RKI) sind Rhinoviren weitaus seltener verbreitet als etwa die Influenzaviren.

Parainfluenzaviren: Infektionen können vor allem für Kleinkinder risikoreich sein

Eine weitere Gruppe an aktuell zirkulierenden Krankheitserregern neben Omikron BQ.1.1: die Parainfluenzaviren. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, dass vor allem Kinder und Säuglinge von etwaigen Infektionen betroffen sind. Demnach sollen rund 90 Prozent aller Kinder bis zum Alter von zehn Jahren bereits einmal mit dem Virus infiziert worden sein. Das Virus verbreitet sich weltweit, der Grad an schweren Krankheitsverläufen variiert.

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Die Symptome, die die einer Grippe ähneln, können darüber hinaus vor allem Beschwerden wie Atemwegserkrankungen – etwa infolge einer Lungenentzündung – bedeuten. Eine als Pseudokrupp bezeichnete Erkrankung verweist zudem auf eine Infektion mit Parainfluenzaviren. Der medizinische Begriff deutet unter anderem auf Atemnot hin. Die jeweiligen Beschwerden werden im Regelfall nach einigen Tagen weniger. Menschen einer Risikogruppen haben jedoch mit erheblich schwereren Verläufen zu rechnen.

Respiratorisches Synzytialvirus: Nach erster Infektion schwächen die Symptome ab

Aktuell sind viele Krankheitserreger in der Luft. Eine Infektion durch Omikron BQ.1.1, Grippe und Twindemie ist längst ein reales Szenario. Darüber hinaus legen Medizinerinnen und Mediziner vor allem auf die Untersuchung des Respiratorischen Synzytialvirus (RSV) einen besonderen Forschungsschwerpunkt. In der Altersgruppen null bis zwei Jahre sind laut RND-Berichten grundsätzlich 60 bis 70 Prozent von einer potenziellen RSV-Infektion betroffen. Das gilt also speziell Säuglinge, Frühgeborene und Kleinkinder – und dennoch zeigen Proben Ansteckungen in jedem Alter.

Eine Infektion, die typische Symptome wie etwa Lungenentzündungen, Bronchitis oder Atemnot zur Folge haben kann, bleibt dennoch vor allem für junge Kinder risikoreich. Zufolge des RND heißt es, dass RSV in dem Alter die zweithäufigste Ursache des Todes ist. Für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem ist auch hier die Gefahr deutlich größer als für gesunde Menschen ohne Vorerkrankungen. Ist man erst einmal mit dem Virus in Kontakt gekommen, fällt eine folgende Infektion weitaus milder aus. Nun sind es Symptome wie Husten, Schnupfen oder Müdigkeit. Nach wenigen Tagen dürfte das Respiratorischen Synzytialvirus keinen Effekt auf Körper und Geist haben.

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