Ende einer Ära

Bei Ikea endet eine Ära: Konzern stellt berühmte Tradition nach Jahrzehnten ein

Ikea
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Der Ikea-Konzern stellt eine langjährige Tradition ein. (Symbolfoto)

Nach 70 Jahren wird Ikea ein Produkt einstellen, was nahezu jeder Haushalt in Deutschland kennt. Die einen hassen es, die anderen lieben es: den Ikea-Katalog.

  • Die letzte Ausgabe ist schon erschienen: Ikea stellt seinen berühmten Katalog ein.
  • Ikea, deren deutscher Firmensitz in Hofheim bei Frankfurt liegt, reagiert damit auf einen Wandel des Einkaufsverhaltens seiner Kunden.
  • Alle News zu Ikea gibt es auf der Themenseite von fnp.de*.

Wallau (Hofheim) - Für viele dürfte es das Ende einer Ära sein: Die diesjährige Ausgabe des gedruckten Ikea-Katalogs war die letzte. Das teilte die deutsche Tochtergesellschaft der Möbelhauskette mit Sitz in Hofheim bei Frankfurt am Montag mit. Weil sich Medienkonsum und Verbraucherverhalten geändert hätten, wolle Ikea seine Produkte in Zukunft vor allem online vermarkten, so Ikea-Manager Konrad Grüss.

Der Ikea-Katalog – Ein Stück Werbung mit langer Geschichte

JahrEreignis
1951Der erste Ikea-Katalog erscheint.
1998Der Katalog erscheint erstmals online.
2001Ikea startet seinen Online-Handel.
2016Ikea vertreibt 200 Millionen Exemplare des Ikea-Katalogs.

Ikea-Katalog eingestellt: Auflage-Zahlen wie Bestseller-Bücher

70 Jahre lang hat Ikea mit dem Katalog Möbel und dahinter zum Teil ganze Design-Konzepte beworben. Ikea-Gründer Ingvar Kamprad hatte die erste Ausgabe noch selbst zusammengestellt, 68 Seiten habe diese laut Pressemitteilung umfasst. Erschienen ist sie damals nur auf Schwedisch. Das Unternehmen expandierte danach in die ganze Welt: Die Rekord-Auflage von 200 Millionen Exemplaren erschien 2016 in 32 Sprachen.

Ikea 2020: Katalog abgesetzt, Online-Umsatz dafür stark gestiegen

Seitdem haben das schwedische Unternehmen und seine Tochtergesellschaften, unter anderem Ikea Deutschland in Hofheim bei Frankfurt, seine Möbel verstärkt digital beworben. Der aktuelle Katalog kommt wohl auch deshalb nur noch auf 8,5 Millionen gedruckte Exemplare, wer einen zugesandt bekommen wollte, musste ihn laut t-online.de nun explizit anfordern. Dazu passt, dass Ikea auf dem deutschen Markt seinen Online-Umsatz in der Corona-Pandemie* stark steigern konnte. Der Deutschen Presseagentur zufolge stieg der Anteil des online erzielten Umsatzes im Geschäftsjahr 2019/2020von 9,4 auf 16,2 Prozent. Weltweit betrachtet wuchs der Online-Handel im Jahr 2019 Konzernangaben zufolge um 45 Prozent.

Ikea macht Schluss: Unternehmen stellt berühmte Tradition ein

In Rüsselsheim nahe Frankfurt musste Ikea zuletzt einen Rückschlag verzeichnen: Die Stadtverordnetenversammlung verhinderte per Abstimmung den Bau eines Ikea-Warenlagers*. (Matthis Pechtold mit dpa) *FR.de und FNP.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks

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