Makabre Protestaktion

Ihm reicht‘s mit den Wölfen: Schäfer legt tote Schafe in Innenstadt ab

Im Landkreis Vorpommern-Rügen wurden vier Schafe Opfer eines Wolfes. Dem Schäfer Ingo Stoll platzt der Kragen.

Stralsund – Immer mehr Wölfe machen sich in Norddeutschland breit. Kürzlich sorgte ein Fall für Aufsehen, als sich ein Wolf in einer Scheune in Kirchlinteln verirrte*. Doch nicht nur in Niedersachsen werden die Wölfe wieder heimisch. Auch in Mecklenburg-Vorpommern sorgen die Raubtiere für Unruhe. Denn mit ihrer Rückkehr steigt auch die Gefahr. Dies zeigt nun sehr drastisch ein Fall, der sich in Stralsund zutrug.

Stadt:Stralsund
Bundesland:Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis:Vorpommern-Rügen
Fläche:54,07 km²
Einwohner:59.418 (Stand: 2019)

Wolf tötet drei Schafe – Landwirt reagiert mit Ekel-Aktion

Gegen die Tyrannei der Wölfe will Schäfer Ingo Stoll ein Zeichen setzen. Vier Schafe fielen einem Wolfsangriff zum Opfer. Drei seien verletzt und zwei vermisst er noch immer, so der Schäfer aus Langsdorf (Kreis Vorpommern-Rügen).

Stoll platzt der Kragen vor lauter Wolfsrissen, die zuletzt auch im Landkreis Oldenburg für Alarm sorgten*. Die Gefahr des Wolfes soll jeder sehen. Also stellt er kurzerhand seine toten Tiere in der Stralsunder Innenstadt zur Schau.

Stralsund: Landwirt Ingo Stoll platziert seine vom Wolf getöteten Tiere in der Innenstadt.

Wölfe in Stralsund: Landwirt vermisst Unterstützung vom Land

Bereits vier Angriffe musste der Landwirt insgesamt verkraften. Für ihn besteht kein Zweifel: Nur Wölfe können fähig sein, seinen geliebten Tieren einen solchen Schaden zuzuführen.

Dass Ingo Stoll jetzt auf diesem Wege die Öffentlichkeit sucht, ist seiner Meinung nach nur konsequent. Schließlich gäbe es niemanden, der ihm helfend zur Seite stehen würden.

So vermisse er die Unterstützung, die er vom Land Mecklenburg-Vorpommern erwartet. Nicht nur seine Schafherde sei bedroht. Die Wölfe würden jetzt sogar seine Existenz aufs Spiel setzen, wenn nichts gegen die wilden Raubtiere unternommen werde.

Stralsund: Protest zeigt Wirkung – Passantin ist geschockt vom Wolfsangriff

Der Schäfer schreit nun mit einem ungewöhnlichen Protest um Hilfe, der Wirkung zeigte. Zumindest eine Passantin ließ die Aktion des Landwirts aus Mecklenburg-Vorpommern sprachlos zurück. Sichtlich geschockt brachte sie Verständnis für die Methoden von Ingo Stoll auf. Sie konnte es nicht glauben, dass ein Wolf zu solchen Taten imstande ist.

Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass sich wütende Landwirte zu einer solchen Aktion hinreißen ließen. Auch in Uelzen ist ein Wolfsstreit eskaliert*, bei dem eine ähnliche Ekel-Aktion große Wellen schlug.

Weniger verständnisvoll zeigten sich jedoch die Polizei und das Ordnungsamt. Kurz nach ihrer Ankunft war die Protestaktion auch schon wieder Geschichte. Der Ostsee-Zeitung zufolge bekam der Schäfer einen Platzverweis. *kreiszeitung.de, nordbuzz.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © IMAGO / BildFunkMV

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