Hochwasser: Lage in Polen angespannt

Warschau/Magdeburg - In Teilen Polens ist die Hochwasserlage nach wie vor angespannt. Am bedrohlichsten sei die Situation in Sandomierz. Auch in Regionen Deutschlands wird eine Hochwasserwelle erwartet.

Die Weichsel habe das rechte Ufer der Stadt überflutet, rund 2000 Menschen müssten in Sicherheit gebracht werden. Sandomierz liegt rund 200 Kilometer nordöstlich von Krakau. Teile des benachbarten Tarnobrzeg stünden ebenfalls unter Wasser. Von dort wurden 1800 Einwohner in Sicherheit gebracht. Viele Straßen in der Region wurden wegen Unterspülung gesperrt.

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In Krakau, das in den vergangenen Tagen besonders stark unter dem Hochwasser gelitten hat, sei dagegen der Weichsel-Pegel im laufe des Tages um rund 80 Zentimeter gesunken, berichtete das Innenministerium. In der Nacht zum Mittwoch war mit 9,57 Meter in der historischen Königsstadt der höchste Stand der Weichsel seit 40 Jahren gemessen worden. Als schwierig gilt weiterhin die Lage im Einzugsgebiet der Oder. Überflutet wurde unter anderem Teile der schlesischen Ortschaft Kedzierzyn-Kozle. In der Nacht zum Donnerstag wurde der Scheitel der Flutwelle in Oppeln erwartet. Feuerwehrleute und Retter hielten sich bereit, um im Falle einer Beschädigung der Dämme einzugreifen. Insgesamt waren im Süden Polens rund 50 000 Feuerwehrleute, Soldaten und Helfer im Einsatz.

Auf der deutschen Seite der Oder wird hingegen erst für Freitag mit einer relativ kleinen Hochwasserwelle gerechnet. Landes- Umweltministerin Anita Tack (Linkspartei) warnte vor Panikmache. Das Landesumweltamt hat vorsorglich dazu aufgerufen, das Vorland der Deiche zu räumen. “Es wird aber allenfalls die zweithöchste Alarmstufe 3 ausgerufen werden“, sagte ein Sprecher des Lagezentrums im Innenministerium am Donnerstag. Am Pfingstmontag (24.05.) wird zusätzlich mit einer größeren Hochwasserwelle gerechnet, wegen der die Behörden vorsorglich die Alarmstufe 3 ausgerufen haben, die zweithöchste Alarmstufe. Eine Hochwasserwarnung gab es am Donnerstagmorgen auch für Sachsen-Anhalt. Nach Angaben einer Sprecherin allerdings ohne eine Alarmstufe. “Die Warnung wird zunächst aufrechterhalten.“ Betroffen sind hier unter anderem die Flüsse Aller, Saale, Mulde und Unstrut.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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