Torsten Dewi verteidigt sich im Plagiatstreit

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Die Schauspieler Heike Makatsch spielt Dr. Hope in dem ZDF-Zweiteiler. Martin Feifel spielt ihren Liebhaber Carl Lehmann.

München - "Die Geschichte ist völlig absurd":  Drehbuchautor Torsten Dewi verteidigt sich gegen die Vorwürfe von Marita Krauss. Die Historikerin spricht von Ideenklau bei "Dr. Hope".

Ein Plagiats-Streit wirft einen Schatten auf die Ausstrahlung des ZDF-Zweiteilers “Dr. Hope - Ein Frau gibt nicht auf“. Nachdem die Historikerin Marita Krauss den Drehbuchautoren des Films mit Heike Makatsch in der Hauptrolle Ideen-Diebstahl vorgeworfen hatte, setzte sich Autor Torsten Dewi zur Wehr. “Die ganze Geschichte ist völlig absurd“, sagte Dewi der Deutschen Presse-Agentur dpa in München.

Ungeprüft Passagen übernommen

Plagiatsvorwürfe gegen "Dr. Hope"-Autorenteam

Krauss wirft Dewi und seiner Ko-Autorin Katrin Tempel vor, für den ZDF-Historienfilm über eine der ersten deutschen Ärztinnen Hope Bridges Adams Lehmann bei ihr abgeschrieben zu haben. Der Film wird am 19. März bei Arte ausgestrahlt, im ZDF läuft er am 22. und 24. März.

“Die Autoren haben völlig ungeprüft zahlreiche Passagen übernommen“, sagte Krauss, die an der Universität Augsburg lehrt. Sie hatte die Lebensgeschichte der für ihre Zeit sehr modernen Frau (1855-1916) über Jahre recherchiert. “Das lief immer völlig unter Selbstausbeutung, weil immer jeder gesagt hat: Die kennt doch keiner“, erinnert sie sich. Krauss holte Lehmann zurück ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Jetzt fordert sie eine Abfindung und möchte im Abspann des Films sowie einem dazu erschienenen Roman genannt werden.

Während Dewi argumentiert, eine historische Person und die Fakten um ihr Leben könnten urheberrechtlich nicht geschützt werden und seien für fiktive Geschichten frei, sieht Krauss das anders: Die Aufgabe von Historikern sei es, Biografien bestmöglich zusammenzusetzen. Dabei müsse zwangsläufig auch interpretiert und kommentiert werden. Und genau diese Schlussfolgerungen von ihr habe das Autoren-Duo übernommen.

Inspiriert von einer Ausstellung

Vor rund acht Jahren organisierte sie in München eine Ausstellung über die frühe Figur der Frauenbewegung. Außerdem ist sie Autorin einer Biografie und eines weiteren Buches über Lehmann. “Die Drehbuchautoren sahen die Ausstellung und meinten: Das ist doch ein Superstoff“, sagt sie. Und auch Dewi berichtet, von der Schau inspiriert worden zu sein. Das erste Buch von Krauss über Lehmann sei eine wichtige Quelle für ihn gewesen. Es seien durchaus Details aus dem Buch übernommen worden - es sei ja auch ein Sachbuch. 

Wo hört  Inspiration auf und wo fängt Ideenklau an?

Mit ihren Forderungen heizt die Wissenschaftlerin die Debatte um Urheberrechte weiter an und wirft die Frage auf: Wo hört  die Inspiration auf und wo fängt der Ideenklau an? “ Immer wieder sind in den vergangenen Jahren Urheberrechts-Debatten entbrannt.

Dewi und die Produktionsfirma von “Dr. Hope“ prüfen nach eigenen Angaben nun rechtliche Schritte wegen Rufschädigung gegen Krauss.

dpa

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