Heim-Erzieher gesteht Missbrauch von Kindern

München - Der Erzieher eines Jugendheims in Weyarn (Bayern) hat den sexuellen Missbrauch von fünf Kindern und Jugendlichen gestanden. Er bereue seine Tat, sagte der Mann.

Er habe in der Untersuchungshaft “244 Tage Zeit gehabt, über die Situation nachzudenken“, sagte der 57-Jährige am Dienstag vor dem Münchner Landgericht. “Alles wird von mir zutiefst bedauert.“ Die Heimleitung hatte den Mann trotz Vorstrafe eingestellt - er sei nach Verurteilungen nicht gefragt worden, sagte der Pädagoge. Die Jugendschutzkammer gab zum Prozessauftakt den Hinweis, dass neben einer Gefängnisstrafe auch Sicherungsverwahrung in Betracht kommt.

Um die Voraussetzungen ­ unter anderem einen Hang zu schweren Straftaten ­ zu prüfen, hat das Gericht einen Psychiater herangezogen. Der Angeklagte ist wegen Besitzes von Kinderpornografie vorbestraft. Das Jugendheim für schwer erziehbare und straffällig gewordene Kinder und Jugendliche hatte ihn am 1. Januar 2009 angestellt, wo er für “pädagogische Betreuung und Förderung“ zuständig war. Bereits in den Faschingsferien wenige Wochen später näherte sich der Angeklagte einem damals 14-jährigen Jungen.

Er missbrauchte den Schüler im Heim und auf einem Kroatien-Ausflug im September 2008 in einer Vielzahl von Fällen, wobei er den Jungen mit Geld und Zigaretten zum Schweigen brachte. Im selben Zeitraum bedrängte er auch seine anderen Schutzbefohlenen im Alter von zwölf bis 15 Jahren, von denen drei sich heftig zur Wehr setzten. Der Angeklagte wird darüber hinaus beschuldigt, einem 17-jährigen Heimbewohner Pornovideos und -fotos auf seinem Laptop gezeigt zu haben.

dpa

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