Immer mehr Wildschweine

Heidelberg: Wildschwein attackiert Fußgängerin - Vorfälle häufen sich

 Ein Wildschwein steht auf einem Plateau im Wald
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Ein Wildschwein verletzte am vergangenen Wochenende eine Spaziergängerin im Wald.

Wildschweine gehören eher zu den scheuen Waldbewohnern. Doch in Heidelberg rannte ein Schwein am Sonntag eine Fußgängerin um und verletzte diese am Bein. Auch andere Vorfälle mit den Tieren häufen sich.

Heidelberg - Ein Spaziergang mit Folgen: Am Sonntagnachmittag gegen 17.45 Uhr begegnete eine Spaziergängerin im Wald bei Heidelberg einem Wildschwein, welches unvermittelt auf die 45-Jährige zustürmte und sie umrannte. Die Passantin wurde dabei am Bein verletzt und musste im Krankenhaus behandelt werden, wie die Polizei mitteilte.

Die verletzte Frau rief umgehend die Polizei und eine Fahndung wurde eingeleitet, welche jedoch nicht zum Erfolg führte. Über den Verbleib des Wildschweines, das auf die Frau losgegangen war*, gebe es keine Hinweise, so die Polizei.

Wildschweine: Explosionsartige Ausbreitung sorgt für Schäden

Begegnungen mit Wildtieren in Heidelberg sind aktuell offenbar keine Seltenheit. Am vergangenen Samstag war im Stadtteil Rohrbach ein verwundetes Wildschwein in ein Schulgelände eingedrungen, hatte dort für Aufregung gesorgt und war nach einer Jagd schließlich von der Tierärztin eingeschläfert worden.

Auch im letzten Jahr sorgten die wilden Vorfahren der heutigen Nutztiere für Aufsehen. Angaben des Landwirtschaftlichen Zentrums Baden-Württemberg (LAZ) zufolge vermehren sich Wildschweine seit Jahren in zu großer Anzahl im Bundesland. Durch die milden Winter sterben zu wenige Tiere eines natürlichen Todes, heißt es dort. Die Überlebenden finden außerdem durch den Klimawandel immer leichter Futter und treiben die Vermehrung so noch voran. Dies sei ein Problem, da die wilden Waldbewohner oftmals Felder und Vorgärten verwüsten. Verkehrsunfälle besonders in der Dämmerung häufen sich.

Hinzu kommt mit der großen Population das Problem von Seuchen. 2020 musste 75.000 Tiere wegen der afrikanischen Schweinepest* notgedrungen geschossen werden, um eine Ausbreitung der Seuche zu vermeiden. Die Krankheit, die für den Menschen ungefährlich ist, kann jedoch auf Hausschweine übergreifen und somit der Wirtschaft zusätzlich schaden. Landwirtschaftsminister Peter Hauk betonte: „Je geringer die Population ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektionsübertragung von Tier zu Tier.“

Bisher seltene Tierarten breiten sich wieder in Baden-Württemberg aus

Auch andere bisher nicht oder kaum verbreitete Tierarten treten in Baden-Württemberg vermehrt auf. Ein Goldschakal wurde bei einem Streifzug durch den Raststatter Stadtwald von einer Fotofalle aufgezeichnet. Dies war eine kleine Sensation, denn in Mittel- und Nordeuropa ist der Schakal in der Regel nicht heimisch. Das Tier darf in Deutschland nicht gejagt werden, in den sozialen Medien entbrannte daraufhin eine Debatte, ob das Tier nun gefährdet sei, da Hobbyjäger eventuell ihr Glück versuchen könnten, das Tier als Trophäe zu erlegen.

Auch andere Wildtiere, die verloren geglaubt waren, wie zum Beispiel der Wolf, kehren offenbar langsam nach Baden-Württemberg* zurück. Tierschützer streben eine Wiederansiedlung verloren geglaubter Arten an. Allen voran der Wolf, der 150 Jahre lang als ausgerottet in den deutschen Wäldern galt. In der Lausitz wurden jedoch im Jahr 2000 bereits die ersten Wolfswelpen in Freiheit geboren und seitdem ist das Wildtier wieder vermehrt in den Wäldern zu finden.

Der Odenwald hat sich ebenso zu einem attraktiven Zuhause für andere bedrohte Arten entwickelt. Fischotter, Biber, Nutria, Waschbären, Nilgans und Uhus haben hier einen Rückzugsort gefunden. Der seltene Rothirsch stellt die Krönung dar. Bei einer solchen Verbreitung ist Aufklärung von Wanderern besonders wichtig, um die Tiere optimal zu schützen. Wildtierbeauftragter des Neckar-Odenwald-Kreises Tobias Kuhlmann betonte dies gegenüber den Fränkischen Nachrichten: „Nach langer Abwesenheit kehrt nun ein größeres Raubtier zurück in unsere Landschaft. Mensch und Wolf müssen sich der neuen Situation anpassen.“ *heidelberg24 und BW24 sind Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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