Zu kompliziert

Coronavirus: Wann und wo muss in Hamburg Maske getragen werden?

Mittlerweile gilt die Maskenpflicht für Hamburger auch unter freiem Himmel. Doch die Regeln, wann, wo und warum ein MNS zu tragen ist, verwirren.

  • In der Hansestadt Hamburg* gilt seit dem 12. Oktober 2020 eine verschärfte Maskenpflicht.
  • Die Regeln gelten nur an bestimmten Orten und zu bestimmten Zeiten.
  • Anwohner reagieren auf die Masken-Vorschriften mehr als verwirrt.

Hamburg – Seit der zweiten Oktoberwoche gilt in Hamburg die erweiterte Maskenpflicht. Der Hamburger Senat* will damit eine Eindämmung der Coronavirus*-Ausbreitung in der Hansestadt erreichen. Bei vielen Anwohner stößt die Maskenpflicht allerdings auf Verwirrung. Denn wann und wo der Mund-Nasen-Schutz in Hamburg getragen werden muss, darüber bestimmt eine äußerst verwirrende Karte.

Stadt in DeutschlandHamburg
Fläche755,2 km²
Wetter11 °C, Wind aus NO mit 18 km/h, 65 % Luftfeuchtigkeit
Bevölkerung1,845 Millionen (30. Juni 2020)
Vorwahl 040
BürgermeisterPeter Tschentscher

Coronavirus-Makenpflicht in Hamburg irritiert Anwohner

Vielen Hamburgern und Hamburgerinnen steht seit den vergangenen Tagen ein großes Fragezeichen auf die Stirn geschrieben, wenn sie ihre Wohnung verlassen. Seit Montag, dem 12. Oktober 2020, gilt in der Hansestadt auf Beschluss des Hamburger Senats eine Maskenpflicht unter freiem Himmel – allerdings nur an ausgewählten Orten und nur zu bestimmten Uhrzeiten. Und genau da liegt das Problem: Bei vielen Anwohnern herrscht noch Unklarheit darüber, wann und wo sie ihre Maske aufsetzen müssen.

Die verschärfte Maskenpflicht in Hamburg sorgt bei Anwohnern für Verwirrung (24hamburg.de-Montage)

24hamburg.de/hamburg* hat bereits Licht ins Dunkel gebracht und eine umfassende Übersicht zur verschärften Maskenpflicht in Hamburg* erstellt, die alle wichtigen Plätze, Bußgelder und Zeiten berücksichtigt. Doch die Coronavirus-Regelungen sind und bleiben weiterhin verwirrend. Teilweise entscheiden Hausnummern darüber, ob der Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss oder eben nicht. Diese Undurchsichtigkeit stößt Anwohnern auf.

Maskenpflicht in Hamburg verwirrt Anwohner: Regeln gelten teils nur für bestimmte Hausnummern

„Wenn ich morgen Abend um 19 Uhr zum Abendessen hier in meinem Lieblingsrestaurant bin, dann gehe ich aus dem Haus raus und muss schon automatisch aus der Tür heraus eine Maske anlegen. Die würde ich dann ungefähr 15 Meter tragen und dürfte sie dann genau hier abnehmen“, erklärt Hauke Will gegenüber dem Sat. 1 Frühstücksfernsehen und steht dabei auf dem Hamburger Berg, wo er schon seit 18 Jahren lebt. Dass sich die Masken-Regelungen an Hausnummern orientieren, finde er „verwirrend“.

Ähnliches gilt für die Bahrenfelder Straße in Hamburg. Hier gilt Maskenpflicht nur an bestimmten Abschnitten der Straße, etwa von den Hausnummern 135-183 und den Hausnummern 146-188. Und das nur freitags und samstags zwischen 19 Uhr und 3 Uhr morgens. „Ich muss ja schon fast ein kleines Buch mitnehmen, um die einzelnen Verordnungen einsehen zu können, wenn ich mich in Hamburg bewege. Und das ist nicht praktikabel“, ärgert sich ein Anwohner.

Das Stimmungsbild wird von einer weiteren Hamburgerin bestätigt, die beim Blick auf die Maskenpflicht-Verordnung meint: „Ich kanns nicht nachvollziehen. Ich denke mal, die müssen hier vielleicht Schilder aufstellen, dann kann man sich das vielleicht merken. Aber von Hausnummer soundso zu Hausnummer soundso und dann wieder soundso – es nimmt allmählich absurde Züge an“.

„Unlogisch“ findet eine Passantin auf dem Mühlenkamp in Winterhude auch, dass die Maskenpflicht beispielsweise nicht in der Spitalerstraße oder der Mönckebergstraße gilt – zwei der belebtesten Einkaufsstraßen in Hamburg. Wer sich übrigens nicht an die Maskenpflicht hält, dem droht ein Bußgeld von 80 Euro.

Maskenpflicht in Hamburg: Bürgermeister Peter Tschentscher warnt vor Neuinfektionen

Hamburgs Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) verteidigte die Maskenpflicht-Regeln auf einer Pressekonferenz. Sie erklärte, dass sie die Hamburger zunächst an die verschiedenen Plätze und Uhrzeiten gewöhnen müssen. Es seien 14 Orte ausgewählt worden an „denen nachweislich über einen längeren Zeitraum hohe Personenkonzentrationen stattgefunden haben“. Auch die Opposition warf der rot-grünen Koalition im Hamburger Rathaus vor, dass die Masken-Vorschriften für „Chaos“ und „Verwirrung“ sorgen würden.

Das sei nicht gewollt, betonte Leonhard. Zunächst soll beobachtet werden, ob sich die Hamburger an die Regeln gewöhnen werden. Weitere Änderungen an der Maskenpflicht schließe sie nicht aus. Der Hintergrund für die verschärften Coronavirus-Regelungen in der Hansestadt sind rasant steigende Neuinfektionen. Ein zweiter Lockdown in Hamburg* könnte damit immer wahrscheinlicher werden. Deswegen wird auch die Maskenpflicht an Hamburger Schulen erweitert*.

Selbst Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) zeigt sich besorgt: „Wir sind noch nicht bei 50 Infektionen auf 100.000 Einwohnern in Hamburg, das kann aber sehr schnell kommen“, meint er im Gespräch mit dem Norddeutschen Rundfunk (NDR). Die Hamburger müssten sich jetzt noch einmal „zusammenreißen“.

Auch andere Großstädte wie Berlin oder Bremen* sind von steigenden Covid-19 Infektionen betroffen. 24hamburg.de/hamburg berichtete über einen dreisten Trick, mit dem sich die Städte ihre Fallzahlen klein rechnen*. Ein Ende ist noch nicht in Sicht, obwohl in Hamburg bereits ein Impfstoff getestet wird*. Der kommt für das Grand Hotel Seeschlösschen allerdings zu spät. Dort müssen hundert Mitarbeiter in Quarantäne*. *24hamburg.de und nordbuzz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/Markus Scholz/dpa/picture alliance

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