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Hafenstadt Hamburg: Perle an der Elbe mit Charme und Herz

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Von: Dagmar Schlenz

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Vom Hamburger Hafen mit der Elbphilharmonie bis nach St. Pauli: Die Metropole an der Elbe bietet Besuchern und Bewohnern ein besonderes Flair.

Hamburg – Die Stadt an der Elbe ist neben der Hansestadt Bremen und der Bundeshauptstadt Berlin einer von drei sogenannten Stadtstaaten innerhalb der Bundesrepublik Deutschland. Als führendes Mitglied des ehemaligen Hanse-Handelsbunds trägt Hamburg darüber hinaus noch heute den Beinamen Hansestadt. Insgesamt gibt es in Deutschland über 20 Hansestädte, denn seit der Wiedervereinigung verwenden auch die ehemaligen Hansestädte in Mecklenburg-Vorpommern wieder diesen Namenszusatz.

Aufgrund der Lage an der Elbe und der Nähe zum Meer blickt Hamburg auf eine lange Geschichte zurück. Auch heute noch ist der Hamburger Hafen von Bedeutung und gehört zu den größten Umschlaghäfen der Welt. Mit 1,84 Millionen Einwohnern ist Hamburg nach Berlin die zweitgrößte Stadt in Deutschland und die drittgrößte im gesamten deutschsprachigen Raum.

Name:Freie und Hansestadt Hamburg
Fläche:755,2 km²
Einwohner:1,841 Millionen (Stand 2019)
Bevölkerungsdichte:2453 Einwohner je km² (Stand 2020)

Hamburg grenzt im Norden an Schleswig-Holstein und im Süden an Niedersachsen. Die Stadt an der Elbe entstand aus der Hammaburg, einer Befestigungsanlage, die noch heute das Stadtwappen ziert. Die Grenzen der Stadt, die sich zum bedeutenden Handelszentrum entwickelte, veränderten sich häufig. Noch im 17. Jahrhundert gehörte der heutige Hamburger Stadtteil Altona zu Dänemark. Einige Gebiete wie Wilhelmsburg und Finkenwerder wurden erst 1937 an das Stadtgebiet von Hamburg angeschlossen.

Hamburg ist eine grüne Stadt. Die Hansestadt verfügt zwar nicht über so ausgedehnte Waldflächen wie Rheinland-Pfalz oder Hessen, aber im Stadtgebiet befinden sich über 1400 Parkanlagen. Zu den schönsten gehören der Altonaer Volkspark, der Stadtpark mit dem Planetarium und der Parkfriedhof in Ohlsdorf.

Hamburg und der Hamburger Hafen: Weltweiter Handel im Norden Deutschlands

Der Hamburger Hafen an der unteren Elbe ist der größte Seehafen in Deutschland. In Europa belegt er nach Antwerpen und Rotterdam Platz drei. Beim Hamburger Hafen handelt es sich um einen sogenannten Tidehafen, in dem der Wasserstand von Ebbe und Flut abhängt. Durch diverse Elbvertiefungen in der Vergangenheit können Schiffe den Hafen aber unabhängig von den Gezeiten anlaufen. Die Schiffe gelangen von hier nicht nur in die Nordsee, sondern über die Elbe auch ins Landesinnere zu Häfen in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Sachsen und weiter ins benachbarte Tschechien.

Von Hamburg aus betreiben diverse Firmen Handel mit 170 Ländern in der ganzen Welt. Der Hafen hat eine lange Geschichte. Quellen legen nahe, dass es den Hamburger Hafen bereits seit dem 9. Jahrhundert nach Christus gibt. Das offizielle Gründungsdatum basiert jedoch auf einem kaiserlichen Freibrief vom 7. Mai 1189. An diesem Datum findet daher jährlich ein mehrtägiges Fest statt, der Hafengeburtstag.

Die Speicherstadt: Backsteinarchitektur in der Nähe des Hamburger Hafens

Direkt am Hamburger Hafen liegt die Speicherstadt mit dem angrenzenden Kontorhausviertel. Sie steht auf der Liste des UNESCO-Welterbes und entstand zwischen 1883 und 1927. Händler bewahrten in den Lagerhäusern in neugotischer Backsteinarchitektur hauptsächlich Kaffee, Tee und Gewürze auf. Heute finden Besucher hier Museen sowie die größte Modelleisenbahnanlage der Welt, das Miniaturwunderland. Ebenfalls kennzeichnend für die Speicherstadt sind die verschiedenen Brücken. Zwanzig an der Zahl verbinden die einzelnen Gebäude und führen über die Fleete hinweg. Vierzehn davon stehen unter Denkmalschutz.

Die Elbphilharmonie in Hamburg: Was lange währt, wird endlich gut

Als neues Wahrzeichen der Stadt lockt die Elbphilharmonie mit ihrer besonderen Architektur zahlreiche Besucher an. Im November 2016 endeten endlich die Bauarbeiten an dem Gebäude mitten in der HafenCity. Der Entwurf für das Konzerthaus entstand bereits im Jahr 2001. Die Form der Glasfassade soll an Segel oder Wasserwellen erinnern. Die Bauarbeiten selbst begannen jedoch erst 2007. Ursprünglich planten die Verantwortlichen die Fertigstellung bereits für das Jahr 2010, was allerdings nicht gelang.

So entwickelte sich das engagierte Projekt – ähnlich wie der neue Hauptstadtflughafen BER in der Region Berlin und Brandenburg – zu einem der teuersten in ganz Deutschland. Am 11. und 12. Januar 2017 weihte das NDR Elbphilharmonie Orchester schließlich den Konzertbereich ein.

Die Elbphilharmonie in Hamburg, im Hintergrund der Vollmond. Das Konzerthaus ist seit 2017 eines der markantesten Wahrzeichen der Hansestadt.
Die Elbphilharmonie ist seit 2017 eines der markantesten Wahrzeichen der Hansestadt Hamburg. © Axel Heimken/dpa

HSV und der FC St. Pauli: Die großen Fußballclubs in Hamburg

Ähnlich verrückt nach Fußball wie in Bayern und Nordrhein-Westfalen ist man auch in Hamburg. Die Hansestadt ist die Heimat von zwei großen Fußballvereinen: dem Hamburger Sportverein (HSV) und dem FC St. Pauli. Der HSV ist eines der 16 Gründungsmitglieder der Fußball-Bundesliga, die zur Saison 1963/1964 an den Start ging. Der Verein war seitdem sechsmal deutscher Meister.

Seine Heimspiele bestreitet der HSV im Volksparkstadion, das über die Autobahn A7 gut zu erreichen ist. In der Arena mit 57.000 Plätzen finden regelmäßig auch Open-Air-Konzerte statt. In direkter Konkurrenz zum HSV steht der FC St. Pauli. Die auch als „Kiezkicker“ bekannte Mannschaft ist Kult und begeistert über die Stadtgrenzen hinaus viele Fans. Spielen der HSV und der FC St. Pauli in derselben Liga, gehört das Stadtderby zu den großen Sport-Events in der Hansestadt.

Der Kiez von Hamburg: Feiern auf der Reeperbahn in St. Pauli

Jede Stadt verfügt über ein Szeneviertel, das Einheimische und Besucher gleichermaßen anzieht. Was für Berlin der Stadtteil Kreuzberg ist, das ist für Hamburg St. Pauli mit der Reeperbahn. Der gesamte Stadtteil ist eine einzige Sehenswürdigkeit, schließlich ist es das Vergnügungs- und Rotlichtviertel Hamburgs. Auch die Musik-Kultur spielt in St. Pauli eine große Rolle. Hier befinden sich zahlreiche Musikclubs wie der Mojo Club, das Molotow, die Große Freiheit 36 oder das Indra, wo 1960 die Beatles ihren ersten Auftritt in Deutschland hatten. Abgerundet wird das Angebot durch diverse Theater und Museen, die jedes Jahr viele Menschen nach St. Pauli locken, darunter:

So kann man den Bummel über die Reeperbahn mit einem ansprechenden Kulturprogramm starten. Als Highlight gilt außerdem der St. Pauli-Fischmarkt, wo Besucher jedoch früh aufstehen müssen, um frischen Fisch und allerlei andere Waren zu ergattern. Bei Sturm und Hochwasser kann man hier auch mal nasse Füße bekommen, dann steht das gesamte Areal um die Fischhalle unter Wasser.

Die Landungsbrücken: Hamburgs Tor zur Welt

Vom St. Pauli-Fischmarkt geht es zu einer weiteren Touristenattraktion des Stadtteils: den Landungsbrücken. Hierbei handelt es sich um eine Anlegestelle für Fahrgastschiffe sowie einen Verkehrsknotenpunkt. Das Abfertigungsgebäude mit seinen zwei markanten Kuppeln beherbergt heute unter anderem das Hardrock Café Hamburg. Rechts neben dem Gebäude befindet sich der Eingang zum alten Elbtunnel, durch den Fußgänger unter der Elbe hindurch auf die Elbinsel Steinwerder gelangen.

Die Landungsbrücken in Hamburg galten lange als das „Tor zur Welt“. Heute sind sie ein beliebtes Touristenziel im Hamburger Hafen.
Die Landungsbrücken in Hamburg galten lange als das „Tor zur Welt“. Heute sind sie ein beliebtes Touristenziel im Hamburger Hafen. © Axel Heimken/dpa

Über die Anleger an den Landungsbrücken verließen Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts Millionen Menschen Deutschland, um irgendwo in der Welt ein neues Leben zu beginnen. Heute können Besucher hier zu Hafenrundfahrten und Barkassentouren durch die Hamburger Fleete aufbrechen. Die Landungsbrücken bieten außerdem eine wunderbare Aussicht auf Werftanlagen, Hafenbecken und Elbphilharmonie. Auf der Elb-Promenade, die seit 2022 den Namen „Jan-Fedder-Promenade“ trägt, können Gäste und Einheimische Richtung Speicherstadt bummeln.

Airbus: Flugzeugbau in Hamburg-Finkenwerder

Was für Baden-Württemberg die Automobilhersteller Mercedes und Porsche sind, das ist für Hamburg Airbus. Am anderen Elbufer in Hamburg-Finkenwerder hat der weltweit größte Flugzeughersteller ein Werk mit einer eigenen Start- und Landebahn. Am Himmel über Hamburg kann man immer wieder Transportflugzeuge beobachten, die wegen ihrer besonderen Form den Namen „Guppy“ tragen. Die Maschinen mit dem vergrößerten Rumpf befördern Flugzeugteile zwischen den Airbus-Werken in Hamburg-Finkenwerder und Toulouse in Frankreich.

Bei Airbus in Finkenwerder wurden unter anderem Teile des Airbus A380 gefertigt, dem größten zivilen Verkehrsflugzeug der Welt. Die dafür notwendige Werkserweiterung war bei Umweltschützern sehr umstritten, da Teile des Naturschutzgebietes „Mühlenberger Loch“ zugeschüttet wurden.

Nicht nur die Elbmetropole Hamburg, sondern alle 16 Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland haben ihren Charme. Jedes ist auf seine Art besonders. Seien es die schönen Landschaften und Kulturschätze im Saarland, die zahlreichen Weinbaugebiete in Rheinland-Pfalz oder die vielfältige Küche in Thüringen. In unserer Heimat gibt es viel zu entdecken – und kreiszeitung.de zeigt es Ihnen.

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