Babyleiche: Geständnis der Mutter

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Die Angeklagte Yvonne K. sitzt am Mittwoch in Halle am Landgericht im Gerichtssaal. Wegen Kindstötung muss sich die 21-Jährige vor dem Landgericht Halle verantworten.

Halle - Fast vier Monate nach dem Fund einer Babyleiche im Bad Dürrenberger Ortsteil Tollwitz hat die Mutter des Kindes eingeräumt, ihr Kind nach der Geburt in einem Gebüsch zurückgelassen zu haben.

Die 21-Jährige muss sich seit Mittwoch wegen Totschlags am Landgericht Halle verantworten. Sie habe das Kind am 11. November 2011 im Haus ihrer Großmutter allein zur Welt gebracht und anschließend in einer Plastiktüte verpackt, gestand die Frau. Daraufhin habe sie den Jungen nahe einer Schule in ein Gebüsch gelegt.

Erst am 21. März war die verweste Babyleiche von zwei Schülern entdeckt worden. Eine Woche später wurde die 21-Jährige festgenommen. Laut Anklage war der Junge bei der Geburt gesund und reif. Wahrscheinlich sei er erstickt, sagte der Staatsanwalt. In der Plastiktüte hatten sich auch Kleidungsstücke befunden, durch die die Ermittler auf die Spur der Mutter kamen.

Schwangerschaft ignoriert

Die Frau schilderte vor Gericht, sie habe die Veränderungen ihres Körpers ignoriert. Die Schwangerschaft, die sie erst Anfang August bemerkt haben will, habe sie verdrängt. „Ich wollte doch selbst erst etwas in der Hand haben, bevor ich ein Kind bekomme“, sagte sie. Die Frau hatte damals nach eigenen Angaben weder eine Ausbildung noch Geld. Erst im September vergangenen Jahres habe sie sich nach zweijähriger Beziehung von ihrem elf Jahre älteren Partner und dem mutmaßlichen Vater des Kindes getrennt.

Um das Baby nach der Geburt nicht sehen zu müssen, habe sie ein T-Shirt auf das Kind gelegt. „Ich habe mich nicht getraut, es richtig anzugucken“, sagte sie. Das Baby habe nicht geschrien. In einer Art Black-out sei sie dann mit zwei Plastiktüten aus dem Haus gerannt und habe den Jungen an dem Gebüsch zurück gelassen.

Niemand will Zeichen einer Schwangerschaft bemerkt haben

Die Angeklagte, die eine Sonderschule besuchte und einen Hauptschulabschluss besitzt, hat eigenen Angaben zufolge eine Ausbildung als Kinderpflegerin in Merseburg abgebrochen. Zuletzt lebte die 21-Jährige von Hartz-IV.

Am ersten Verhandlungstag wurden vier Zeugen vernommen, unter ihnen die Mutter, Tante und Oma der Angeklagten. Alle drei wollen die junge Frau mehrmals auf eine Schwangerschaft angesprochen, jedoch keiner von ihnen körperliche Anzeichen dafür bemerkt haben.

Der Prozess wird am 11. Juli fortgesetzt. Dann sollen unter anderem die Gutachter gehört werden und der mutmaßliche Vater des toten Jungen gehört werden.

dapd

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