Hacker-Angriff auf Ermittlungsbehörden massiver als angenommen 

Berlin - Die Folgen eines Hacker-Angriffs auf deutsche Ermittlungsbehörden sollen deutlich größer sein als bisher bekannt.

Wie “Focus Online“ am Samstag berichtete, mussten nach der Attacke das Bundeskriminalamt (BKA), alle Landeskriminalämter, der Zoll und die Bundespolizei sämtliche Server abschalten, die dazu dienen, Schwerkriminelle und Terrorverdächtige zu observieren. Die Bundespolizei stellte laut “Bild am Sonntag“ inzwischen Strafanzeige. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) beklagt grundsätzliche Probleme im Bereich der Informationstechnik.

Vor gut einer Woche waren Hacker auf einen Server des Zolls eingedrungen. Sie nahmen das Observationsprogramm “Patras“ ins Visier, auf das mehrere Ermittlungsbehörden des Bundes zugreifen, darunter die Bundespolizei. Die Hacker veröffentlichten die erbeuteten Daten im Internet.

Mit dem Spähprogramm “Patras“ arbeiteten alle Landeskriminalämter, das BKA und der Zoll. Als zentraler Dienstleister betreue die Bundespolizei von Swisstal-Heimerzheim aus das deutsche Observationsnetz. Sie habe die dafür verwendeten Server aber nur mit einer Billig-Software geschützt. Zudem monierten laut “Focus Online“ Experten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in einem streng geheimen Report an den Bundesinnenminister, dass bei dem gehackten Server “grundlegende Sicherheitsempfehlungen missachtet“ worden seien, etwa beim Umgang mit Passwörtern.

Hacker sollen über Monate Trojaner benutzt haben

Die Bundespolizei stellte nach Informationen der “Bild am Sonntag“ bei der Staatsanwaltschaft Karlsruhe Strafanzeige gegen unbekannt. Es gehe um den “Verdacht des Ausspähens vertraulicher Daten“. Die Hacker hätten sich über mehrere Monate unbemerkt mit sogenannten Trojanern Zugang zu der Datenbank verschafft. Trojaner sind Programme, die verdeckt auf einem Computer arbeiten und zum Beispiel unbemerkt Informationen abfangen und weiterleiten können.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert wegen der Hacker-Attacke eine “sofortige Überprüfung der Sicherheit der Informationstechnik der Bundespolizei in allen Bereichen“. Bis dahin müssten die Datensysteme soweit zurückgefahren werden, dass kein weiterer Schaden mehr entstehen könne, sagte der Vorsitzende des GdP-Bezirks Bundespolizei, Josef Scheuring, am Samstag in Berlin.

Scheuring kritisierte, die Neuordnung der Informations- und Kommunikationstechnik “im Zuge der letzten Neuorganisation der Bundespolizei“ sei von Anfang an “sehr schlecht gelaufen“. Es bestehe “eine hohe Misstrauenskultur gepaart mit massiven Führungsproblemen“ in diesem Bereich.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

Abgeordnete dürfen deutsche Soldaten in Konya besuchen

Abgeordnete dürfen deutsche Soldaten in Konya besuchen

Merkel, Trump und Co. beim G7-Gipfel auf Sizilien: Die Bilder

Merkel, Trump und Co. beim G7-Gipfel auf Sizilien: Die Bilder

Mit kurzer Hose ins Büro? Zehn Outfit-Fails im Sommer

Mit kurzer Hose ins Büro? Zehn Outfit-Fails im Sommer

Edel, sexy, elegant: So präsentierten sich die Stars bei der amfAR-Gala 

Edel, sexy, elegant: So präsentierten sich die Stars bei der amfAR-Gala 

Meistgelesene Artikel

Mann schlägt Spinne tot - plötzlich steht die Polizei vor der Tür

Mann schlägt Spinne tot - plötzlich steht die Polizei vor der Tür

Rheinland-Pfälzer knackt Eurojackpot - So reich ist er jetzt

Rheinland-Pfälzer knackt Eurojackpot - So reich ist er jetzt

Mutter und Tochter seit zwei Jahren vermisst: Neue Spur

Mutter und Tochter seit zwei Jahren vermisst: Neue Spur

Einbrecher erlebt unangenehme Überraschung bei Handyklau

Einbrecher erlebt unangenehme Überraschung bei Handyklau

Kommentare