Mutmaßlicher Kindermörder

Polizei machte gruselige Entdeckungen im Haus von Silvio S.

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Der Angeklagte Silvio S. versteckt während des Prozessbeginns sein Gesicht.

Potsdam - Im Verfahren gegen Silvio S. haben am Dienstag zwei Polizisten ausgesagt. Was sie im Haus des mutmaßlichen Kindermörders fanden, mutet an wie ein Schreckenskabinett.

Lebensecht aussehende Kinderpuppen, rosa Prinzessinnenkleider, Fesselwerkzeug und ein Teddy mit Kameraaugen: Im Haus des mutmaßlichen Kindermörders Silvio S. hat die Polizei nach seiner Festnahme bizarre Entdeckungen gemacht.

„In einer Kammer lag ein Riesenhaufen Müll, bis zur Hüfte hoch“, sagte eine Polizeibeamtin am Dienstag beim Landgericht Potsdam im Prozess um den Tod der kleinen Jungen Elias (6) und Mohamed (4). Unzählige alte Zeitungsausschnitte hätten in dem Raum gelegen, die sie bei der Durchsuchung Stück für Stück sortiert habe. „Da waren Massen an ausgeschnittenen Babyköpfen, Mädchenköpfen, Jungenköpfen“, sagte die Zeugin. Manche seien nur zwei Zentimeter groß gewesen. „Die meisten sahen aus wie aus einer normalen Tageszeitung, wie wenn Kindertagesstätten Feierlichkeiten abgehalten haben.“ Das sei präzise Kleinarbeit gewesen: „Für mich war da schon klar: Er hat sich schon ziemlich lange mit dem Thema beschäftigt.“

Silvio S. war im Oktober 2015 festgenommen worden. Seine Mutter hatte ihn auf Bildern einer Überwachungskamera erkannt. Er soll die kleinen Jungen nacheinander entführt und ermordet haben. Gestern hatte die Familie des getöteten Flüchtlingsjungen Mohamed für die Leiden des Vierjährigen in den letzten Lebensminuten von dem Angeklagten ein Schmerzensgeld gefordert.

An einem einzigen Tag wurden 238 Spuren sichergestellt, darunter SM-Spielzeug und ein Sessel für Fesselspiele. Kinderkleidung gab es in großer Zahl, auch Prinzessinenkostüme. In einer Tüte eines Textildiscounters entdeckten die Beamten ein Mädchenkleid in Kindergröße, ein Kinder-Oberteil, einen verpackten Slip, eine Einwegfessel, Einmalhandschuhe und Paketschnüre.

Im Schlafzimmer des Angeklagten lagen lebensecht gestaltete Puppen von kleinen Mädchen und Babys. Unter anderem stellte die Polizei auch eine Teddy-Kamera und ein Nachtsichtgerät sicher.

Perverse Fantasien auf Notizzetteln

Außerdem hätten dort handschriftliche Notizen mit rosa Textmarker gelegen, wie eine andere Polizistin (36) berichtete: „Mädchen, Junge, Messer, Kind besoffen machen, Fesseln, Mund zukleben, knebeln.“ Was das zu bedeuten habe? „Es klingt wie eine Fantasie-Anleitung“, sagte die Beamtin. „Wie eine Fantasie, die man niederschreibt, um sich das zu versinnbildlichen.“

Ermittler werteten das Bildmaterial aus den Kameras aus, wie die Polizistin berichtete: „Es wurde eine Bildreihe produziert, in der eine männliche Person sich auf dem Bett mit einer Puppe beschäftigt. Es gibt auch ein Bild, wo die männliche Person mit Latexmaske zu sehen ist.“ Es war der fünfte Prozesstag. Am Montag soll es weitergehen. Ein Urteil wird Ende Juli erwartet.

dpa

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