Schülerinnen missbraucht

Gruppenvergewaltigungen: Das sagt ein Angeklagter

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Die 17 bis 24 Jahre alten Männer sollen in den vergangenen Monaten sieben Mädchen vergewaltigt haben. Foto: Marcel Kusch

Fünf Angeklagte sollen im Ruhrgebiet eine Reihe von Schülerinnen vergewaltigt haben. Zu Prozessbeginn in Essen legt einer ein Geständnis ab: "Ich schäme mich", lässt er seinen Verteidiger erklären.

Essen - Im Prozess um eine Serie von Gruppenvergewaltigungen im Ruhrgebiet hat einer der fünf Angeklagten ein Geständnis abgelegt.

"Ich stehe zu meinen Taten und möchte mich in aller Form entschuldigen", ließ der 20-jährige Gelsenkirchener über seinen Verteidiger am Freitag vor dem Landgericht Essen erklären. Darüber hinaus bot er allen betroffenen Schülerinnen ein angemessenes Schmerzensgeld an. Er schäme sich für seine Taten.

Die Staatsanwaltschaft wirft den fünf 17 bis 24 Jahre alten Deutschen Übergriffe in wechselnder Beteiligung auf insgesamt sieben Schülerinnen vor.

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In fünf Fällen soll es zu Vergewaltigungen gekommen sein. Laut Anklage verabredeten sich die Täter stets mit einzelnen Mädchen und fuhren dann mit diesen in abgelegene Waldgebiete oder auf Feldwege. Unter dem Vorwand, mal kurz telefonieren zu müssen, sollen sie Handys abgenommen haben, ehe es zu sexuellen Übergriffen kam. Außerdem sollen sie mehrere Opfer zuvor geschlagen und bedroht haben.

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Die Angeklagten hatten sich im November 2017 zu zwei Gruppen im Kurznachrichtendienst WhatsApp zusammengeschlossen. 

„Hast Du klar gemacht die Eine. Äh, was Du Bild geschickt hast, heute ist die dran. Schreib die mal. Hast Du die klar gemacht. Mach schon mal klar so für 17/18 Uhr“, war in den Gruppenchats zu lesen. „Die hab ich heute schon klar gemacht. Die trefft sich nämlich gleich mit mich.“ 

„Bruder, halt Du ein bisschen Händchen mit ihr, gib ihr ein paar Küsschen und danach hol ich sie ab. Sag ihr dann kommt mal ein richtiger Mann.“

„Bei mir kommen die Frauen aus mein Auto wieder raus die müssen erstmal Therapie“, soll einer im Chat gesagt haben. Die Sprachnachricht endet laut Niederschrift der Beamten mit einem Lachen.

„Das Ergebnis der Ermittlungen legt nahe, dass es neben den Angeschuldigten weitere bislang nicht näher identifizierte Tatbeteiligte gibt“, heißt es in der Anklage. „Auch ist davon auszugehen, dass es weitere Fahrten der Tätergruppe gab, bei denen sexuelle Handlungen an jungen Frauen vorgenommen wurden.“

In den Gruppenchats sollen sie sich über Frauen unterhalten, Verabredungen getroffen und sich auch über die angeklagten Taten ausgetauscht haben.

dpa

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