Großrazzia gegen Toiletten-Betreiber an Autobahnen

Mainz - Mit einer bundesweiten Großrazzia sind Polizei und Zoll am Donnerstag gegen betrügerische Betreiber von Toiletten auf Autobahnraststätten vorgegangen.

Wie die Staatsanwaltschaft Mainz berichtete, wurden dabei die sanitären Einrichtungen von rund 280 Tank- und Rastanlagen durchsucht. Dabei waren unter Federführung des Hauptzollamts Traunstein etwa 1.100 Beamte im Einsatz.

Wie der Leitende Oberstaatsanwalt Klaus Puderbach erklärte, sollen die Verantwortlichen ihren Beschäftigten Teile des Lohns vorenthalten und sie nicht bei der Sozialversicherung angemeldet haben. Bei den Beschäftigten habe es sich im wesentlichen um bulgarische Staatsangehörige gehandelt, die für ihren Lohn an sieben Tagen der Woche von morgens 06.00 bis abends 22.00 Uhr hätten arbeiten müssen.

Ermittelt werde gegen sechs Personen, die ausgehend von Mommenheim bei Mainz ein komplexes Firmengeflecht aufgebaut hatten, sagte Puderbach. Die Betrügereien seien vermutlich mehrere Jahre gelaufen. Dabei sei den Beschäftigten vorgegaukelt worden, sie seien in Deutschland selbstständig tätig. In Wirklichkeit seien die Menschen aber in völlig Abhängigkeit beschäftigt worden. So hätten die Mitarbeiter selbst die auf öffentlichen Toiletten üblichen Trinkgelder komplett abliefern müssen.

ap

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