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„Großer Sieg für Verbraucher!“: EU beschließt neue Pflichten für Online-Shops

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Von: Ulrike Hagen

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Neue EU-Regeln schützen Verbraucher bei Online-Käufen. Unter anderem geht es um schnelle Rückrufe von gefährlichen Produkten und damit Millionenersparnisse.

Brüssel – Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten, die mit der Euro 7 eine neue Abgasnorm für Fahrzeuge auf den Weg brachten, haben sich am Dienstag auf härtere Regeln zum Schutz von Verbraucherinnen und Verbrauchern beim Online-Shopping geeinigt. So sollen gefährliche Waren zügig vom Markt zurückgerufen werden können.

Es geht dabei vor allem um Produkte, die im Internet – beispielsweise bei Amazon – gekauft und aus einem Nicht-EU-Land importiert und geliefert werden. Die Vizepräsidentin des EU-Parlaments spricht von einem „großen Sieg für die europäischen Verbraucher“ und „Millionenersparnissen“.

Onlinekäufe.
„Überfällige“ Anpassung für Online-Shopping: Neue EU-Verordnung schützt Kunden bei Internet-Käufen. © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

EU einigt sich auf strengere Regeln zum Schutz von Verbrauchern beim Online-Shopping

Pro Jahr entstehen Kosten von 11,5 Milliarden Euro durch vermeidbare Unfälle im Zusammenhang mit unsicheren Produkten, so EU-Schätzungen. Das ändert sich nun: Online-Händler und andere Unternehmen in der Lieferkette tragen künftig mehr Verantwortung für die von ihnen verkauften Produkte, wie aus der ausgehandelten Vereinbarung hervorgeht. Die neuen Regeln sollen unter anderem dafür sorgen, dass Verbraucher vor gefährlichen Produkten geschützt werden.

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„Überfällige“ Anpassung für Online-Shopping: EU schützt Kunden bei Internet-Käufen

Vor allem Online-Marktplätze, die Produkte aus Nicht-EU-Ländern liefern, stehen im Fokus der Verordnung. Sie konnten bisher ohne Qualitätsprüfungen auch zweifelhafte Waren direkt an die Verbraucher liefern. „Durch Online-Shopping landen Produkte, die nicht unseren Sicherheitsstandards entsprechen, auf dem EU-Binnenmarkt. Die gestrige Einigung zur Produktsicherheit schützt davor“, erklärt die Vorsitzende des Binnenmarktausschusses im EU-Parlament, Anna Cavazzini (Grüne) und begrüßte die „überfällige“ Regelung.

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Wer muss Verantwortung für Schäden übernehmen? Hersteller und Händler in der Pflicht

„Wir haben die Produktsicherheit an die Herausforderungen des Online-Shoppings und der Cybersicherheit angepasst. Online-Marktplätze müssen Produkte prüfen. Für alle Produkte aus Drittländern muss eine verantwortliche Person in der EU benannt werden. Das bedeutet, dass es einen in der EU ansässigen Wirtschaftsbeteiligten geben wird, der für Schäden haftbar gemacht werden kann“, bekräftigt der SPD-Abgeordnete im EU-Parlament René Repasi. Das könne etwa ein Hersteller, der Importeur oder eben auch der Händler sein.

Strenge EU-Regeln: „Ein großer Sieg für die europäischen Verbraucher!“

Die neuen Regelungen sollen Online-Verkäufer dazu bringen, ihre Kunden etwa bei Rückrufen besser und schneller zu informieren. Für Käufer ist zudem ein verlängerter Garantiezeitraum vorgesehen, in dem sie Anspruch darauf haben, sich gefährliche Produkte ersetzen, reparieren oder den Kaufpreis erstatten zu lassen. „Ein großer Sieg für die europäischen Verbraucher!“, sagt die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Dita Charanzová, „weniger unsichere Produkte auf dem EU-Markt, neue Pflichten für Online-Shops, 1 Milliarde Euro Einsparungen im ersten Jahr.“

Neue Vorschriften bringen Verbraucher Milliardenersparnis

Defekte, mangelhafte oder nicht den EU-Sicherheitsstandards entsprechende Produkte sollen so schnell vom Markt abgezogen werden. Die neuen Vorschriften könnten Verbraucherinnen und Verbraucher in der EU im ersten Jahr rund eine Milliarde Euro und in den nächsten zehn Jahren etwa 5,5 Milliarden Euro einsparen, rechnet das Europaparlament. Eine Meldung, die optimistisch stimmt wie sonst nur wenige News: Ökonom macht Hoffnung für 2023 – Inflation könnte auf „2,5 bis 3 Prozent“ sinken.

Anders bei zahlreichen anderen Änderungen, die im nächsten Jahr auf Verbraucher zukommen, dauert es allerdings noch etwas, bis die neuen Online-Shopping-Regeln gelten. Im März 2023 müssen die neuen Vorschriften noch formell von den EU-Staaten und dem Europaparlament angenommen werden, um dann nach einer Übergangsfrist von 18 Monaten in Kraft zu treten. Definitiv zu spät, als dass Verbraucher zum Cyber Monday 2022, dem Shopping-Event auf Amazon, noch davon profitieren könnten.

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