Verhandlung am Landgericht Stade

Großeinsatz: Massenrausch bei Heilpraktiker- und Psychologen-Seminar

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Wegen eines Massenrauschs bei einem Heilpraktikerseminar im niedersächsischen Handeloh vor rund zwei Jahren muss sich einer der beiden Organisatoren von Donnerstag (9.15 Uhr) an vor dem Landgericht Stade verantworten.

Der Massenrausch bei einem Treffen von Heilpraktikern, Psaychologen und weiteren Berufsgruppen sorgte für Schlagzeilen. Teilnehmer wälzten sich schreiend auf dem Boden, einige wurden bewusstlos. Jetzt soll das Landgericht Stade den Vorfall juristisch bewerten, angeklagt ist einer der beiden Veranstalter.

Stade - Wegen eines Massenrauschs bei einem Heilpraktikerseminar im niedersächsischen Handeloh vor rund zwei Jahren muss sich einer der beiden Organisatoren von Donnerstag (9.15 Uhr) an vor dem Landgericht Stade verantworten. Dem Diplom-Psychologen und Psychotherapeuten wird vorgeworfen, Drogen an die Teilnehmer des Seminars verteilt zu haben. So sollte laut Anklage im Rahmen einer äußerst umstrittenen Therapieform, der sogenannten Psycholyse, eine Bewusstseinserweiterung erreicht werden. Das Verfahren gegen die Frau des Therapeuten und Mitveranstalterin wurde gegen Zahlung einer Geldbuße eingestellt.

Die 27 Teilnehmer des Seminars wurden nach dem Vorfall mit Wahnvorstellungen, Krämpfen, Atemnot und Herzrasen in Krankenhäuser gebracht, mehr als 160 Rettungskräfte waren im Einsatz. Die Seminarteilnehmer seien Heilpraktiker, Ärzte, Homöopathen und Psychologen gewesen, berichtete die Geschäftsführerin des Tagungszentrums nach dem Vorfall. Sie sollen ein Drogenexperiment unternommen haben.

Dem Angeklagten wird das Überlassen von Betäubungsmitteln zum unmittelbaren Verbrauch und Drogenbesitz vorgeworfen. Darunter soll außer dem Halluzinogen 2C-E auch die psychoaktive Substanz DragonFly gewesen sein, hatte ein Gerichtssprecher gesagt. In Deutschland ist die „psycholytische Therapie“ von den Kassen nicht zugelassen. Wiederholt ist es dabei zu schweren Zwischenfällen gekommen. So endete 2009 eine Sitzung in Berlin für zwei Teilnehmer tödlich.

Bis zum 6. Dezember sind zunächst drei Verhandlungstage angesetzt.

dpa

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