Etiketten-Schwindel: So werden die Verbraucher getäuscht

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Viel Verpackung, wenig dahinter: Oft versprechen Firmen wie Danone mit ihrem Joghurt-Getränk Actimel mehr, als eigentlich hinter der schönen Aufmachung steckt.

München - Nicht die Ausnahme, sondern die Regel: Kunden werden im Supermarkt getäuscht. Wir zeigen Ihnen, bei welchen Produkten die Hersteller die Verbraucher aufs Glatteis führen.

Viel Verpackung, wenig dahinter. So läuft es bei sehr vielen Produkten, die vom Supermarktregal in den Einkaufswagen wandern sollen. Foodwatch, ein gemeinnütziger Verein, der unabhängig vom Staat und vom staatlichen Verbraucherschutz Produkte genau unter die Lupe nimmt, hat sich jetzt ein paar Marken genauer angeschaut.

Das Erschreckende: Wo die Werbung viel verspricht, ist meist nur sehr wenig drin.

Die große Mogel-Liste: So werden Verbraucher getäuscht

Etiketten-Schwindel: So werden die Verbraucher getäuscht

Viel Verpackung, nichts dahinter. Diesen Spruch müsste Dr. Oetker eigentlich auf seinen Schokopudding "Pur Choc" schreiben. "75% Kakao in der Schokolade" erwarten den Verbraucher beim Genuss der Süßspeise. © abgespeist.de
Weil in dem Pudding insgesamt nur 2,5% Schokolade drin sind, schrumpft der ausgelobte 75%-Anteil auf gerade mal 1,875% zusammen. © abgespeist.de
"Wetterfest" sein ist gerade jetzt in der kalten Jahreszeit besonders wichtig. Wenn es nach der Werbeinitiative von Danone geht, kommt der Verbraucher zur täglichen Stärkung des Immunsystems um den Joghurt-Drink "Actimel" nicht herum. Gerade wenn es brennt und die ersten Gefahren auf den Körper zukommen, sind laut der Fernseh-Werbung nach der Einnahme des Joghurt-Getränks viele kleinen "Actimel-Kämpfer" zur Stelle, die die Abwehrkräfte unterstützen. © abgespeist.de
In Wahrheit ist Actimel nicht besser und schlechter als jeder "normale" Joghurt. Denn jeder Joghurt "aktiviert" das Immunsystem ein bisschen. Actimel ist dagegen zusätzlich viermal so teuer und hat doppelt so viel Zucker, wie jeder normale Joghurt. Den wissenschaftlichen Beweis für einen Erkältungsschutz ist Danone bis jetzt noch schuldig geblieben. © abgespeist.de
Kontrollierte Qualität und erlesene Zutaten verspricht der Bahlsen Gourmet Genießerkuchen. In Wahrheit stecken in dem "Gourmetkuchen" jede Menge E-Nummern, Aromen und vor allem: Käfig-Eier. "Erlesene" Zutaten sind leider Fehlanzeige. © abgespeist.de
Auch die Firma "Carlsberg" ist mit ihrem Erfrischungsgetränk "Beo Heimat" auf den Bio-Zug aufgesprungen. Die Firma bewirbt "beo“ als "Bio-Erfrischung“ aus "rein natürlichen Zutaten“ für alle, denen ein "verantwortungsbewusster Umgang mit unseren Ressourcen am Herzen liegt“. © abgespeist.de
Die Wahrheit ist erschreckend: Neben Zusatzstoffen steckt vor allem "natürliches" Aroma in der Flasche. Vom Bio-Geschmack aus dem Labor ist auf dem Etikett jedoch nichts zu lesen. "Bio" sind an der Brause damit gerade mal 5,5 Prozent Zucker und Gerstenmalz. © abgespeist.de
Nur das Beste aus Italien verarbeitet die Firma Unilever in ihrer "Bertolli Pesto Verde". Der Pesto-Klassiker nach "original italienischer Rezeptur" enthält "nur die besten Zutaten" wie "feinstes Bertolli Olivenöl" und Pinienkerne. In Wahrheit wurde ein Fingerhut voll Olivenöl und wenige Pinienkerne mit Ersatzprodukten gestreckt. Pflanzliches Öl, Cashewnüsse, Aroma und Säuerungsmittel sollen aus unseren Nudelgerichten ein Erlebnis für die Geschmacksnerven machen. © abgespeist.de
Capri-Sonne ist Durstlöscher und Sportgetränk in einem. Der Klassiker bei Kindern wirbt mit einer ausgewogenen Auswahl an "gesunden Früchten". © abgespeist.de
In Wahrheit hat Capri-Sonne mit Früchten so wenig zu tun, wie mit Gesundheit. Gerade einmal zwölf Prozent Saft werden aufgefüllt mit Wasser, Zucker und Aromen. Der Zuckergehalt wird auf der Verpackung jedoch verschwiegen. © abgespeist.de
Corny, der "locker-kernige" Müsli-Riegel mit den angeblichen "ausgewogenen Zutaten" und dem "Besten aus dem Korn" kommt als der "optimale Energiespender" daher. In Wahrheit ist Corny eine Süßigkeit, wie jede andere auch. Von wegen Gesundheit: Statt Getreide erwartet den Verbraucher vor allem jede Menge Zucker. © abgespeist.de
Rama-Cremefine sei die "innovative" Alternative" für "die leichte Küche" heißt es in der Werbung. In Wahrheit enthält das Sahne-Imitat eine ganze Reihe von Zusatzstoffen, nicht näher definiertes Aroma und zu viele gesättigte Fettsäuren, die Rama selbst als "schlechtes Fett" bezeichnet. Dafür ist das Kunstprodukt doppelt so teuer wie normale Sahne. © abgespeist.de
"Duett Champignon Creme-Suppe" von Escoffier: "Ausgewählte Zutaten" seien in dem Süppchen, das mit der "Kunstfertigkeit" von "Spitzenköchen" verarbeitet wurde. In Wahrheit sind in der Escoffier-Suppe Trockenpulver mit Zusatzstoffen und Aromen. Das Produkt unterscheidet sich kaum von einer "MaggiMeisterklasse", ist aber dreimal so teuer. © abgespeist.de
Mit der Werbekampagne für die "Maggi Natur Pur Bio Frühlingsgemüsesuppe" hat sich die Firma Nestlé selbst ins Bein geschossen. Ganz ohne Geschmacksstoffe wollte die Tütensuppe auskommen. © abgespeist.de
In Wahrheit ist in dem Produkt die geschmacksverstärkende Substanz Hefeextrakt – Glutamat unter anderem Namen. Nestlé nahm das Produkt inzwischen vom Markt. © abgespeist.de
Zott bewirbt seinen Monte Drink als "gesundes" Getränk  mit "wertvollem Traubenzucker“, das als "Zwischenmahlzeit“ geeignet ist. Der Stapel neben dem "Monte Drink" spricht jedoch Bände. In dem "Milchmischgetränk" ist vor allem eins: Zucker. Umgerechnet acht Stück Würfelzucker enthält ein Fläschchen Monte – mehr als in der gleichen Menge Cola. © abgespeist.de
Nestlé verspricht mit dem Produkt "Fitness Fruits" einen gesunden Start in den Tag. Das Müsli soll zu einem "gesunden Lebensstil" beitragen, zur "Wunschfigur" verhelfen und eine "leichte", "ausgewogene" Ernährung bieten. In Wahrheit bestehen die Flocke zu einem Drittel aus Zucker. So viel Zucker zum Frühstück macht auf Dauer nicht fit, sondern dick. © abgespeist.de
Der "Powerstoff" mit "Sauerstoff": Nach ein paar Schlücken aus dieser Flasche fetzen Sie über die Skipiste, wie schon lange nicht mehr. Adelholzener verspricht in der Fernseh- und Produktwerbung, dass das Getränk mit der "15fachen Menge an Sauerstoff" eine positive Wirkung auf den Stoffwechsel oder die sportliche Leistungsfähigkeit hat. In Wahrheit gibt Active O2 weder einen besonderen "Powerschub" für die Gesundheit noch steigert es die Leistungsfähigkeit. Auswirkungen auf den eigenen Geldbeutel lassen sich allerdings in jedem Fall nachweisen. © abgespeist.de
"Sonnengereifte Tomaten" und ein Mörser voll Pesto springen dem Verbraucher auf dem Frischkäse "Philadelphia alla Pesto verde & Tomate" von der Firma "Kraft Foods" ins Auge. © abgespeist.de
In Wahrheit enthält die Frischkäsezubereitung gerade einmal 0,4 Prozent getrocknete Tomaten und statt Pesto nur eine Basilikum-Schmelzkäse-Mischung. Statt der geworbenen Zutaten stecken jede Menge Zusatzstoffe wie das umstrittene Verdickungsmittel Carrageen (E407) in dem Brotaufstrich. © abgespeist.de
Eine Frau springt vor einem Spiegel auf und ab, fühlt sich federleicht. Klar, sie hat Yogurette gegessen. Jeder kennt inzwischen die "I feel good"-Fernsehwerbung. Das Produkt von Ferreror ist laut Hersteller die "joghurtleichte"und "sportliche" Variante zu anderen Schokoladen. In Wahrheit enthält die "leichte" Schokolade dagegen mehr Fett und Kalorien als zum Beispiel Milka-Vollmilchschokolade. Die Nährwerte verschweigt Ferrero auf der Verpackung. Verbraucher haben keine Chance, den Schwindel zu erkennen. © abgespeist.de

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