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Deutschland steht vor Grippewelle: Für wen eine Impfung jetzt sinnvoll ist

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Von: Bona Hyun

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Eine Nadel einer Impfspritze bei einer Corona-Impfung
Die Grippewelle in Deutschland beginnt ungewöhnlich früh. Für wen ist eine Grippeimpfung sinnvoll? Ab wann? © Marijan Murat/dpa

Die Grippewelle in Deutschland beginnt ungewöhnlich früh. Für wen ist eine Grippeimpfung sinnvoll? Und ab wann sollte man sich impfen lassen?

Berlin – Die Grippewelle beginnt dieses Jahr ungewöhnlich früh. Das Coronavirus, sowie Varianten, wie BQ.1.1, haben die Sorge um grippale Erkrankungen fast verdrängt. Doch Experten warnen bereits vor einer „Twindemie“ – also einer starke Corona-Welle parallel zu einer heftigen Grippewelle, welche dem Gesundheitssystem bereits zur Last fällt. Das Immunsystem war lange Zeit wegen Hygienemaßnahmen geschont und ist nicht auf Influenza während der Grippewelle 2022 vorbereitet.

Deshalb ist es ratsam, sich vorab Schutzmaßnahmen zu überlegen. Für wen ist eine Grippeimpfung in Zeiten der aufkommenden Grippewelle 2022 überhaupt sinnvoll? Und ab wann?

Grippewelle beginnt ungewöhnlich früh: Experten sprichen für Risikopatienten Empfehlung zur Grippeimpfung aus

Grippeimofungen werden besonders Menschen über 60 Jahren empfohlen. Für sie kann eine Grippe ähnlich gefährlich werden wie eine Corona-Infektion. Die ersten Risikopatienten, die aufgrund einer chronischen Krankheit ein schwaches Immunsystem haben, haben eine Impfung gegen die Influenza erhalten, schreibt der NDR. Älteren wird zudem von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlen, sich gleichzeitig gegen das Coronavirus auch eine Grippeimpfung geben lassen.

Auch Schwangere sind laut der Zeit durch eine Grippeinfektion besonders gefährdet. Denn das Immunsystem stellt sich während der Schwangerschaft um und kann Viren nicht so effektiv bekämpfen. Zudem gilt die Empfehlung einer Grippeimpfung für Bewohner von Pflegeheimen sowie Personen, die mit Risikopersonen im selben Haushalt leben. Auch medizinisches Personal und Menschen, die beruflich viel Kontakt mit anderen Menschen haben, sollten sich angesichts der Grippewelle 2022 impfen lassen. Einige Experten plädieren auch für eine generelle Grippeimpfung kleiner Kinder.

Grippevirus ändert sich jedes Jahr: Welcher Impfstoff ist gegen die Grippewelle am effektivsten?

Die Stiko empfiehlt die Grippeschutzimpfung für gefährdete Personen. Da sich das Grippevirus allerdings jedes Jahr verändert, berät die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich, wie die Grippeimpfung zusammengesetzt sein soll. In dieser Grippe-Saison enthält der Impfstoff Antigene der aus der Südhalbkugel-Zirkulation bekannten Varianten für die Virusstämme Influenza A (H1N1) und (H3N2) sowie die zwei Influenza-B-Linien Austria und Phuket.

Die deutsche Zulassungsbehörde, das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), hat bislang mehr als 20 Millionen Grippe-Impfstoffdosen freigegeben. Das sind fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Auch ein Hochdosis-Impfstoff für ältere Personen wurde für dioe Grippeimpfung in Zeiten der Grippewelle freigegeben. Er ist viermal so hoch dosiert wie üblich. Wer sich nicht gegen die Grippe impfen lassen will, der kann auch durch das Tragen einer Maske das Risiko eine Weitergabe an Nicht-Infizierte verringern und somit sich und seine Mitmenschen schützen.

Grippe, Corona, Omikron breiten sich stärker aus: Ab wann eine Impfung sinnvoll ist

Die Grippewelle hat dieses Jahr früh begonnen. Das RKI schätzt den Beginn der Grippewelle 2022 auf den 30. Oktober 2022. Die Grippeimpfung sollte also nicht allzu lange aufgeschoben werden, da sich die verschiedenen Grippeviren neben Omikron stark verbreiten. Denn nach der Grippeimpfung braucht der Infektionsschutz 14 Tage, um den Schutz im Körper aufzubauen. Auch im späteren Verlauf einer Grippewelle ist die Impfung sinnvoll, da die Länge einer Grippewelle vorab nie abzusehen ist. Der Impfschutz nimmt etwa drei Monate nach der Injektion langsam wieder ab.

Wie gut eine Grippeimpfung schützt: Trotz angepassten Vakzins schützt Impfung nicht zu 100 Prozent

Eine Grippeimpfung garantiert keinen 100-prozentigen Schutz. Trotz Impfung kann man erkranken. Auch wenn der saisonale Grippe-Impfstoff Bestandteile der Virusvarianten der kommenden Saison enthält, kann es sein, dass die auftretenden Viren nicht gut mit dem Impfstoff übereinstimmen, schreibt das RKI. Bei einer sehr guten Übereinstimmung könne die Schutzwirkung bei jungen Erwachsenen bei bis zu 80 Prozent liegen.

Aufgrund ihrer reduzierten Immunantwort können ältere Menschen ihr Risiko, an einer Influenza zu erkranken, durch eine Grippeimpfung nur etwa halbieren. Eine Studie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zeigt, dass eine Impfung bei Erkrankten den Verlauf einer Grippe abmildern kann. Umstritten ist der Schutz einer Impfung vor einer Corona-Erkrankung: Eine WHO-Studie belegte, dass Impfungen doch nicht gut vor Corona schützen.

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