Grausame Tat

Anwältin in ihrer Kanzlei erschossen - Haftbefehl gegen Rentner beantragt

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In einer Anwaltskanzlei in Mecklenburg-Vorpommern ist Donnerstagmittag eine Frau erschossen worden.

Eine Anwältin ist in Waren an der Müritz mit drei Schüssen getötet worden. Stunden später fasste die Polizei am Donnerstag einen Tatverdächtigen. Doch der 79-Jährige bestreitet die Tat.

  • Eine Anwältin (67) wurde am Donnerstag gegen 12.10 Uhr leblos in ihrer Kanzlei in Waren gefunden worden.
  • Die Polizei hat einen 79-jährigen Tatverdächtigen festgenommen und Haftbefehl beantragt.
  • Von der Tatwaffe fehlt bislang jede Spur.

Waren - +++Update vom 2. Februar 2018 +++: Der Tatverdächtige, der im Zusammenhang mit den tödlichen Schüssen auf eine Anwältin in Waren an der Müritz festgenommen wurde, bestreitet die Tat. 

Trauerlichter stehen vor dem Haus am Rande der Warener Altstadt, Menschen gehen vorbei und schütteln ungläubig den Kopf. Einen Tag nach der Tötung einer Anwältin ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft in Mecklenburg-Vorpommern gegen einen 79 Jahre alten Tatverdächtigen, gegen den am Freitag Haftbefehl beantragt wurde. „Der Mann wurde bei einer Durchsuchung am Donnerstagabend in seiner Wohnung in Waren vorläufig festgenommen“, sagte Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler. Bei der Durchsuchung seien Beweismittel beschlagnahmt worden. Auf die Spur des Mannes kamen die Ermittler durch Hinweise von Zeugen und aus dem Opfer-Umfeld.

Trauerlichter stehen vor der Haus indem die Anwältin erschossen wurde.

Polizei sucht Tatwaffe - Spürhunde im Einsatz

Doch die Indizienlage scheint schwierig zu sein. Die Waffe, mit der die 67 Jahre alte Juristin am Donnerstag gegen Mittag in ihrem Büro getötet wurde, ist noch verschwunden. Der Rentner bestreite, etwas mit der Tat zu tun gehabt zu haben, sagte Zeisler. Ermittlungen und Beobachtungen von Zeugen haben den Verdacht seinen Angaben zufolge aber soweit erhärtet, dass Haftbefehl wegen Mordverdachts beantragt wurde. Das Amtsgericht sollte noch am Freitag entscheiden.

Außerdem wurden noch einmal Spürhunde zwischen dem Tatort und dem etwa zwei Kilometer entfernten Hochhaus im Westen von Waren eingesetzt, in dem der Festgenommene allein in einer Einraumwohnung lebte. „Wir hören weitere Zeugen, werten die Spuren in der Anwaltskanzlei aus, untersuchen die Patronenhülsen und warten auf das Ergebnis der Obduktion“, erläuterte der Ermittler.

„Ich bin schockiert.“

Wie viele Bürger hofft auch Warens Bürgermeister Norbert Möller (SPD) auf einen schnellen Ermittlungserfolg. „Es wäre schön, wenn der Fall schnell aufgeklärt werden könnte“, sagte Möller der Deutschen Presse-Agentur. „Ich bin schockiert.“ Man wünsche vor allem den Angehörigen des Opfers viel Kraft.

Über den Tatverdächtigen wurde zunächst wenig bekannt. Er soll nicht über einen Waffenschein verfügen, sagte Zeisler. Die Polizei suchte mit Hochdruck nach der Tatwaffe. In diesem Zusammenhang gab es noch mehrere Durchsuchungen in weiteren Wohnungen aus dem Umfeld des Festgenommenen - ohne Erfolg. Zwischen dem Tatort und dem Stadtteil, in dem der Verdächtige lebt, liegen die verwinkelte Altstadt und zahlreiche Wege, die unmittelbar an der Müritz entlang führen.

Die Anwältin, die ihre kleine Kanzlei allein mit Hilfskräften führte, war zur Tatzeit allein. Das Anwaltsbüro liegt in der obersten Etage eines zweigeschossigen Hauses, in das vor wenigen Wochen eingebrochen wurde. Nach Polizeiangaben wurden die Eingangstüren in zwei Etagen aufgebrochen, darunter auch zum Anwaltsbüro.

Die News vom Donnerstag 1. Februar

Nach den tödlichen Schüssen auf eine Anwältin in Mecklenburg-Vorpommern hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Der Mann wurde am Donnerstagabend in seiner Wohnung in Waren an der Müritz gefasst, wie ein Polizeisprecher am Freitag sagte. Details könne die Polizei nicht nennen, sagte der Sprecher am Freitagmorgen und verwies auf die Staatsanwaltschaft. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll es sich um einen 79 Jahre alten Mann handeln, der in einem Hochhaus von einem Spezialeinsatzkommando festgesetzt wurde. Dies hatte zuvor bereits die „Schweriner Volkszeitung“ berichtet. Das Hochhaus ist rund zwei Kilometer vom Tatort entfernt.

Der Tatverdächtige soll keinen Widerstand geleistet haben. Ob bei ihm auch die Tatwaffe gefunden wurde, wollte bisher niemand bestätigen. Die Anwältin, die ihre kleine Kanzlei allein mit Hilfskräften führte, war am Donnerstagmittag in ihrem Büro erschossen worden. Die 67-Jährige war laut Staatsanwaltschaft allein ohne Sekretärin in dem Kanzleiraum, die in der obersten Etage eines zweigeschossigen Hauses zwischen der Bundesstraße 192 und der Altstadt liegt.

Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob das Tötungsdelikt eine Beziehungstat war oder mit der anwaltlichen Tätigkeit der Frau zusammenhängt. Sie arbeitete sowohl im Strafrecht als auch im Familienrecht. In das Haus war vor wenigen Wochen eingebrochen worden. Nach Angaben der Polizei wurden die Eingangstüren in zwei Etagen aufgebrochen, darunter auch zu dem Anwaltsbüro. Die Beute soll aber nur sehr gering gewesen sein.

dpa/AfP

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