Ergebnisse der Studie

Glücksatlas: Wo leben die zufriedensten Deutschen?

Berlin - Wo leben die glücklichsten Menschen in Deutschland? Und wie sieht es im europäischen Vergleich mit der Zufriedenheit der Bundesbürger aus? Diesen Fragen geht der „Glücksatlas 2013“ nach.

Trotz aller Alltagssorgen und der andauernden Eurokrise sind die Deutschen mit ihrem Leben nach wie vor glücklich. Die allgemeine Lebenszufriedenheit erreicht auf einer Skala von Null bis Zehn einen Wert von 7,0 und bleibt damit auf hohem Niveau stabil, wie aus dem am Dienstag in Berlin vorgestellten Glücksatlas 2013 der Deutschen Post hervorgeht. Allerdings hat sich der Abstand beim Glücksniveau zwischen Ost- und Westdeutschland wieder leicht vergrößert. Weiterhin zeigt die Studie, dass jüngere Migranten sogar etwas zuversichtlicher in die Zukunft blicken als Deutsche.

"Deutschland befindet sich auf einem Zufriedenheitsplateau", erklärte der Wissenschaftler Bernd Raffelhüschen vom Forschungszentrum Generationenverträge der Universität Freiburg, einer der Leiter der Studie. Die kommenden Jahre würden zeigen, "ob wir zum höheren skandinavischen Glücksniveau aufschließen oder vielleicht sogar wieder etwas zurückfallen".

So glücklich sind wir im Europa-Vergleich

Im europäischen Vergleich schob sich Deutschland seit 2006 immerhin vom 15. Platz auf den achten Platz im Jahr 2012 nach vorn. Zur guten Stimmung hierzulande tragen vor allem die wirtschaftlichen Bedingungen und die günstige Arbeitsmarktlage bei. Aktuell erreichen die Bürger im Glücksatlas-Spitzenreiter Dänemark einen mittleren Zufriedenheitswert von 8,9, während das Schlusslicht Griechenland lediglich auf 3,4 kommt.

Im Norden am glücklichsten

Am zufriedensten sind die Menschen in Deutschland der Umfrage zufolge nach wie vor im Norden, wobei Schleswig-Holstein Hamburg von Platz eins des Glücksrankings verdrängt hat. Im Mittelfeld liegen die westdeutschen Regionen. Schlusslicht ist demnach Brandenburg, hinter Sachsen-Anhalt und Thüringen. Laut Studie hat die vergleichsweise geringe Zufriedenheit in Brandenburg auch ökonomische Gründe. So lag die Arbeitslosigkeit zuletzt noch immer um rund 50 Prozent über dem Bundesmittel, die verfügbaren Einkommen lagen etwa 14 Prozent darunter.

Das Glücksniveau in Ost und West hat sich insgesamt nicht weiter angenähert. Im Gegenteil, der Abstand habe sich 2013 wieder leicht auf 0,32 Punkte vergrößert. Im Osten erreicht das Glücksniveau demnach einen Wert von 6,73 auf der Skala, im Westen 7,05.

Auch Migranten zufrieden

Weiterhin zeigt die Studie, dass Migranten in Deutschland recht zufrieden sind mit ihrem Leben. Der Abstand zur Gesamtbevölkerung beträgt demnach lediglich 0,04 Punkte. Besonders die Kinder von Zuwanderern blicken recht zuversichtlich in die Zukunft. Ihre Lebenszufriedenheit liegt sogar um 0,1 Punkte über der Gesamtbevölkerung. Ausschlaggebend sind laut Studie neben wirtschaftlichen Gründen auch die Beherrschung der deutschen Sprache. So sagen 41 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund, dass es ihnen heute finanziell besser geht als vor fünf Jahren. In der Gesamtbevölkerung sind dies nur 26 Prozent.

Jeder zweite Migrant fühlte sich allerdings schon einmal diskriminiert. 57 Prozent gaben an, es sei schon vorgekommen, dass sie sich aufgrund ihrer Herkunft ungerecht behandelt fühlten. Dies zeigt sich überdurchschnittlich häufig in der türkischstämmigen Bevölkerung.

Für den Glücksatlas wurden Daten aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) ausgewertet. Zudem befragte das Allensbach-Institut im Sommer 3.073 Bürger sowie 1070 Menschen mit Migrationshintergrund.

AFP

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