Glück: Kirche in "tiefgehender Krise"

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ZdK-Präsident Alois Glüc k

Augsburg - Die katholische Kirche befindet sich nach Ansicht des Präsidenten des Zentralkomitees der Katholiken, Alois Glück, in einer “tiefgehenden Krise“.

Beim Festakt des Augsburger Diözesanrates zum 40-jährigen Bestehen beklagte Glück am Samstag in Augsburg die hohe Zahl von Kirchenaustritten. Viele Menschen seien in großer Sorge, die moralische Institution der Kirche könne so schwer geschädigt werden, dass sie diese Funktion verlieren könnte. Angesichts der Missbrauchsfälle in kirchlichen Einrichtungen müssten die Opfer als Menschen in den Mittelpunkt gestellt werden, nicht ein “falsch verstandener Schutz der Institution“, sagte Glück.

Im Bistum Augsburg sind unterdessen weitere mutmaßliche Fälle von sexuellem Missbrauch und körperlicher Gewalt durch Kirchenvertreter bekanntgeworden. Der bischöfliche Beauftragte hatte bei der Vollversammlung erklärt, bis Mitte April hätten sich rund 50 Opfer gemeldet. Die meisten davon sollen im Zeitraum zwischen 1950 und 2003 missbraucht oder misshandelt worden sein, einige Fälle reichten bis 1939 zurück. In 30 Fällen handle es sich um sexuellen Missbrauch. Unter den insgesamt 25 Beschuldigten seien 12 Ordensleute. Einige davon sollen schon gestorben sein. In zwei Fällen habe die Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet.

Glück forderte von der Deutschen Bischofskonferenz, die an diesem Montag zusammenkommt, ein deutliches Signal, wie die verlorene Glaubwürdigkeit der Kirche wieder zurückgewonnen werden kann. Aus der entstandenen Verunsicherung müsse eine neue Offenheit für einen Neuanfang entstehen. Niemand in der Kirche dürfe einen Monopolanspruch erheben und zugleich andere ausgrenzen.

Diözesanrat zu Mixa

Der Vorsitzende des Augsburger Diözesanrates, Helmut Mangold, hatte am Freitag vor dem Gremium erklärt, er hoffe dass Papst Benedikt XVI. das Rücktrittsgesuch von Bischof Walter Mixa schnell annehmen werde. “Ich wünsche mir als neuen Bischof einen Priester aus der Diözese, weil nur er schnell und zügig die Wiederherstellung des Vertrauens bewirken kann“, sagte Mangold. Er forderte die restlose Aufklärung der Prügel- und Finanzvorwürfe gegen Mixa.

Mixa hatte nach wochenlanger Kritik an seiner Person Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt angeboten. Er war unter massiven Druck geraten, weil er in seiner Zeit als Stadtpfarrer im oberbayerischen Schrobenhausen (1975 bis 1996) Heimkinder geschlagen und Stiftungsgelder zweckentfremdet haben soll. Mixa hatte Tätlichkeiten zunächst geleugnet, dann aber doch Ohrfeigen eingeräumt. Frühere Heimkinder werfen ihm in eidesstattlichen Erklärungen nach wie vor massive Prügelattacken mit Faust und Stock vor.

dpa

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