Getötetes Pflegekind: Bürgermeister lehnt Rücktritt ab

Königswinter - Im Fall des getöteten Pflegekinds Anna schließt der Bürgermeister von Königswinter, Peter Wirtz (CDU), persönliche Konsequenzen aus dem Vorwurf manipulierter Akten aus.

Wirtz räumte am Dienstag zwar ein, dass die für den Fall zuständige Sachgebietsleiterin Aktenteile vernichtet habe, bevor diese an die Ermittlungsbehörden übergeben wurden. Rücktrittsforderungen gegen ihn und seinen Sozialdezernenten wies er aber zurück.

Wirtz betonte, dass weder er noch Dezernent Holger Jung eine “Anweisung zur Ausdünnung“ der Akten gegeben habe. Gleichzeitig räumte er jedoch ein, dass diese nicht umgehend “rigoros gesichert“ und der Staatsanwaltschaft Bonn übergeben worden seien. Nach Annas Tod hatte die Ermittlungsbehörde auch ein Ermittlungsverfahren gegen das Jugendamt Königswinter eingeleitet.

Zugleich widersprach der Bürgermeister der Aussage einer Zeugin im laufenden Verfahren vor dem Bonner Schwurgericht, wonach die zuständige Sachgebietsleiterin im Jugendamt von der “Erziehungsmaßnahme des Untertauchens“ durch die Pflegeeltern gewusst haben soll. “Das ist eine absolut ungeheuerliche Aussage“, sagte Wirtz.

Für den 21. Februar ist die Sachgebietsleiterin als Zeugin im Prozess gegen die Pflegeeltern geladen. “Ich habe die dringende Bitte an sie gerichtet, auszusagen“, sagte Wirtz. Wegen der laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen das Jugendamt könnte die Sachgebietsleiterin die Aussage verweigern, um sich nicht selbst zu belasten.

Anna war im Juli 2008 vom Jugendamt der Stadt Königswinter bei Pflegeeltern in Bad Honnef bei Bonn untergebracht worden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Kind dort spätestens seit August 2009 schwer misshandelt wurde. Am 22. Juli vergangenen Jahres soll das Kind in der Badewanne der Pflegeeltern unter Wasser gedrückt worden und dabei ertrunken sein.

dapd

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