Getötete Lehrerin: Schule unter Schock

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Ein Porträtfoto mit schwarzen Schleier der getöteten Lehrerin steht vor dem Eingang zum Gymnasium Osterholz-Scharmbeck.

Osterholz-Scharmbeck - Nach den tödlichen Messerstichen auf eine Lehrerin in Bremen haben Schüler und Kollegen mit Schock und Trauer reagiert.

Am Montag zündeten sie vor dem Gymnasium in Osterholz-Scharmbeck Kerzen an und legten Blumen nieder. “Die Stimmung ist angespannt und sehr gedrückt“, sagte Schulleiter Gerd Schmidt. Am Morgen hatten Schüler und Lehrer mit einer Schweigeminute der 35-Jährigen gedacht, die ein 21 Jahre alter Ex-Schüler am Freitag aus verschmähter Liebe mit mehr als 20 Messerstichen getötet hatte. Am Mittag sollte es eine Trauerfeier geben, zu der auch Niedersachsens Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) kommen wollte.

Der Unterricht an der Schule fiel am Montag aus. Dennoch kamen die 1300 Schüler am Morgen in das Gymnasium, um gemeinsam um die Chemie- und Biologie-Lehrerin zu trauern. “Sie war sehr beliebt“, sagte Schmidt. “Sie war außerordentlich positiv, freundlich, den Schülern zugewandt, gewissenhaft - eine Art Bilderbuch-Kollegin.“

Der 21-Jährige war in die Frau verliebt und hatte sie seit längerem ohne ihr Wissen verfolgt. Am Freitag fing er sie vor ihrer Wohnung in Bremen-Nord ab und stach auf sie ein. Sie starb auf der Straße an ihren Verletzungen. Später im Verhör gab der 21-Jährige an, dass er der Frau “mehrere tausend Fragen“ zu verschiedenen Themen stellen und mit ihr unter anderem über “Sexualität und Nähe“ sprechen wollte.

Bis März dieses Jahres ging der 21-Jährige selbst auf das Gymnasium und wurde von der 35-Jährigen in Chemie unterrichtet. Weil die Frau seine Gefühle nicht erwiderte, beging der junge Mann das schreckliche Verbrechen. Am Samstag wurde Haftbefehl wegen Mordes gegen den ihn erlassen.

Drei Psychologen, zwei Schulpastoren und eine in Notfallseelsorge geschulte Lehrerin kümmerten sich um die Schüler. “Gerade die älteren Jahrgänge sind deutlich angeschlagen“, sagte Schmidt. Die Jugendlichen würden ganz unterschiedlich mit der Trauer umgehen. “Zum Teil haben sie gebeten, alleine gelassen zu werden.“ Auch am Dienstag, dem letzten Tag vor den Weihnachtsferien, sollte der Unterricht ausfallen.

dpa

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