Polizei nimmt 36-Jährigen fest

Nervenkrieg in Freiburger Schnellimbiss beendet

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Gegen 6.30 Uhr hatte die Polizei einen Mann abgeführt, den sie für einen Unterstützer des Täters hält. 

Freiburg - Ein 36-Jähriger hatte gedroht, sich in einem Freiburger Imbiss in die Luft zu sprengen. Nach 14 Stunden greift das SEK zu. Was der Mann erreichen wollte, liegt noch im Dunkeln.

Der Einsatz eines Spezialeinsatzkommandos in einem Schnellimbiss in Freiburg ist glimpflich abgelaufen - laut Polizei gab es lediglich Leichtverletzte. Es sei bei ein paar Schürfwunden geblieben, sagte Alfred Oschwald, Leiter der Polizeidirektion Freiburg, am Freitag. Ein 36-Jähriger hatte sich Donnerstagabend in seinem Restaurant verschanzt. Rund 14 Stunden später wurde der Mann festgenommen. Er sei verheiratet und habe fünf Kinder, sagte Oschwald zur Person des Mannes.

Der 36-jährige Mann ergab sich am frühen Morgen, wie die Ermittler auf der Pressekonferenz sagten. Es sei schließlich gelungen, den Täter zu überreden, das Gebäude zu verlassen, sagte Oschwald. Dann sei der Mann sofort festgenommen worden. Bis dahin hatte die Polizei von einem „Zugriff“ gesprochen.

Der polizeibekannte Mann hatte gedroht, das Lokal in einem Industriegebiet in die Luft zu sprengen. Was er genau erreichen wollte, war auch nach dem Zugriff der Polizei unklar. Polizisten hatten die ganze Nacht über immer wieder mit dem Täter telefonisch verhandelt.

Der 36-Jährige hatte die Nacht über zwölf Personen bei sich. Zunächst vermutete die Polizei, er habe die Menschen in seiner Gewalt. Am Morgen teilten die Beamten aber mit, diese seien Unterstützer des Mannes gewesen. In dem Imbiss sollen auch Kinder gewesen sein.

Am frühen Morgen gegen 06.30 Uhr führten Spezialkräfte einen Mann in Handschellen ab. Später erklärte die Polizei, die Handschellen seien rein vorsorglich angelegt worden, es handele sich nicht um den Täter, sondern um einen Unterstützer des 36-Jährigen - der Nervenkrimi ging weiter.

Ob bei dem Zugriff um 08.42 Uhr Menschen verletzt wurden, war zunächst unklar. Die Menschen seien in polizeilicher Obhut und würden psychologisch betreut, erklärte die Sprecherin lediglich. Rettungskräfte rückten aber nicht aus. Am Vormittag sollten Spuren gesichert werden.

In der Nacht hatte die Polizei erklärt, der Mann sei gefährlich und bewaffnet. Er habe brennbare Flüssigkeiten bei sich und drohe damit, sich in die Luft zu sprengen. Forderungen habe er nicht gestellt, hieß es in der Nacht.

Spezialisten der Polizei hatten in der Nacht per Telefon mit dem 36-Jährigen verhandelt. Der Täter sei nicht berechenbar, hieß es. Er trete sehr laut und aggressiv gegenüber den Beamten auf. Der Mann ist laut Polizei bereits mehrfach wegen Verstößen gegen das Waffen- und Betäubungsmittelgesetz aufgefallen. Zudem sei der Mann wegen politisch motivierter Straftaten in Erscheinung getreten.

Am Donnerstag habe er einen Gerichtstermin gehabt, zu dem er aber nicht erschienen sei. Der 36-Jährige habe stattdessen bei der Polizei angerufen und gedroht, er sei zu allem bereit. Bei der Gerichtsverhandlung ging es nach Angaben der Beamten um Rauschgiftdelikte.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot in dem Industriegebiet im Einsatz. Die Umgebung wurde weiträumig abgesperrt. Rettungsdienste und Feuerwehr hatten zudem ein Sanitätslager aufgebaut. Sie waren mit rund 85 Helfern und acht Notärzten vor Ort.

dpa

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