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Heizperiode 2022 geht los: Was Mieter jetzt über die Außentemperatur wissen müssen

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Von: Felix Busjaeger

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Mutter mit Kind versucht, Energie zu sparen
Draußen wird es kälter und die Menschen fragen sich, ab wann die Heizperiode 2022 beginnt. (Symbolbild) © IMAGO/Ute Grabowsky/photothek.de

Der Herbst steht vor der Tür und bringt kaltes Wetter. Noch vor der offiziellen Heizperiode 2022 könnten die Außentemperaturen das Heizen notwendig machen.

Berlin – Der Sommer 2022 ist wohl endgültig Geschichte: Nach Hitzewellen, trockenen Wochen und Waldbränden ist es in Deutschland inzwischen sehr kühl – wenn nicht sogar herbstlich. Inmitten der Gaskrise scheinen Hausbesitzer und Mieter in kurzer Zeit vor einer schweren Entscheidung zu stehen: Ab wann soll 2022 geheizt werden? Durch den Ukraine-Krieg sind die Gaspreise seit Monaten auf Rekordniveau. Doch erste Schneefälle in den Alpen und Dauerregen an den Küsten machen deutlich, dass die Heizsaison losgeht. Doch wann beginnt die Heizperiode eigentlich offiziell?

Heizperiode 2022 in Mietwohnung: Außentemperatur entscheidet über Betrieb von Heizung

Dass die Heizsaison 2022 Mitte September ungewöhnlich früh beginnen könnte, wird voraussichtlich zahlreichen Verbrauchern in den kommenden Monaten Kopfschmerzen bereiten. Durch die Lieferstopps beim russischen Gas gilt die Versorgungssicherheit bei der Energie in Deutschland als gefährdet. Sollte der Winter 2022 nun besonders kalt und ungemütlich werden, könnte der Gasbedarf für die deutschen Heizungen herausfordernd werden.

In den meisten Mietverhältnissen startet die Heizperiode 2022 mit dem 1. Oktober – offizielle Vorschriften gibt es allerdings nicht. Wie unter anderem der Mieterschutzbund Berlin informiert, gibt es für Mietwohnungen auch Ausnahmen, die die Heizperiode auf den Zeitraum vom 15. September bis zum 15. Mai erweitern. Wenn allerdings nicht im Mietvertrag vorgeschrieben wird, wann die Heizung in Betrieb genommen wird, gilt allgemein, dass die Heizungsanlage funktionieren muss, sobald die Temperatur unter 16 Grad Celsius Außentemperatur absinkt und in den darauffolgenden Tagen nicht mehr auf über 20 Grad ansteigt.

Außerhalb der Heizperiode heizen: In Deutschland droht ein kühler Herbst und Winter

Die Grenzwerte, die für die Heizperiode in Deutschland gelten, werden dieser Tage vielerorts bereits deutlich unterschritten. Das dritte Septemberwochenende präsentiert sich bundesweit mit herbstlichen Temperaturen. Auch der erste Schnee 2022 ist bereits gefallen. Heizen außerhalb der inoffiziellen Heizperiode könnte also notwendig werden. Bevor allerdings bei vielen Mietern aktuell die Panik ausbricht, weil die Heizung noch nicht läuft, gilt es, einige Regeln zu beachten. Außerhalb der inoffiziellen Periode, in der geheizt werden muss, gibt es für Vermieter einen Toleranzbereich.

Heizperiode 2022: Energiesparverordnung bremst Heizungen aus

Die Gaskrise in Deutschland hat zur Folge, dass die Energiesparverordnung Einfluss auf die Heizperiode 2022 nimmt. Über den Zeitraum von sechs Monaten werden Mieter mehr Möglichkeiten haben, Strom und Gas einzusparen. Ab September 2022 sind unter anderem mögliche Mindesttemperaturen in Mietverträgen außer Kraft. Dennoch gilt es zu beachten, dass Schimmelbildung verhindert werden muss.

Wenn die Außentemperatur in Deutschland über mehrere Tage unter zwölf Grad Celsius fällt, muss theoretisch auch im Sommer geheizt werden. Die Angaben gelten nur als Richtwerte und können sich auch in den Bundesländern unterscheiden. Sollte sich ein Vermieter weigern, für ausreichend Wärme in den Wohnungen zu sorgen, können Mieter sogar die Miete kürzen. Wegen der Gaskrise hat Vonovia angekündigt, in Bremen nachts die Heizungen drosseln.

Heizperiode 2022 kommt: Winterliche Temperaturen bereits im September

Egal, ob außerhalb der Heizperiode oder nicht: Mieter haben einen Anspruch auf eine warme Wohnung. Dabei spielen Außentemperaturen und Jahreszeiten eine untergeordnete Rolle. Da durch die Energiekrise vielerorts Engpässe entstehen könnten, wurden vom Gesetzgeber allerdings einige Regelungen gelockert. Unter normalen Umständen ist ein Vermieter allerdings dazu verpflichtet, während der Heizperiode seinen Mietern zu ermöglichen, zwischen 6 und 23 Uhr Räume beheizen zu können. Während Vermieter also den Betrieb der Heizung garantieren muss, kann ein Mieter hingegen nicht dazu verpflichtet werden, zu heizen.

Allerdings dürfen durch das unterlassene Heizen keine Schäden entstehen. Inmitten der Energiekrise in Deutschland beginnt der Herbst derzeit erstaunlich früh und könnte zeitnah dazu führen, dass auch außerhalb der inoffiziellen Heizperiode 2022 die ersten Heizkörper in Betrieb genommen werden. Dennoch lassen sich mit ein paar Tipps Kosten beim Heizen vermeiden.

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