Ärzte stinksauer

Für Schüler zurückgelegt? Darum fehlt in Hamburger Arztpraxen Impfstoff

Ärzte in Hamburg sind sauer – sie erhalten viel weniger Impfstoff als benötigt und können so nicht zügig Weiterimpfen. Wird Biontech etwa für Schüler zurückgelegt? 

Hamburg – In einem Rundschreiben an die niedergelassenen Ärzte informiert die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hamburg* darüber, dass in den nächsten Tagen mit rund 40 Prozent weniger Impfstoff des Herstellers Biontech gerechnet werden müsse. Auch für den Impfstoff von Astrazeneca gebe es laut KV bei Erstimpfungen ein Limit, für den Impfstoff von Hersteller Johnson und Johnson hingegen nicht. Allerdings habe Astrazeneca Lieferprobleme angemeldet, die den Impfstoff-Engpass noch einmal verschärfen könnten. Die Zurückhaltung des Biontech-Impfstoffes erfolgt jedoch aus einem anderen Grund.

Pharmaunternehmen:Biontech
Gründung:2008
CEO:Uğur Şahin
Hauptsitz:Deutschland

Zu wenig Impfstoff in Hamburgs Arztpraxen: KV sicher – Biontech wird für Schüler aufgespart

Warum rund 40 Prozent der Biontech-Lieferungen an Hamburgs* Hausärzte ausfallen, meint die KV zu wissen. Laut des Rundschreibens hänge die Impfstoff-Knappheit damit zusammen, dass der Bund das Vakzin von Biontech für Schüler aufsparen will. Derzeit wird über die Zulassung des mRNA-Impfstoffes für Schüler beraten. Wie fr.de berichtet, wolle die STIKO ihre Empfehlung allerdings auf Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen zwischen 12 und 15 Jahren begrenzen*. Als Grund dafür wird eine zu geringe Datenlage genannt. Sobald die STIKO eine Impfung empfiehlt, sollen entsprechende Schüler zügig durchgeimpft werden.

Zu wenig Impfstoff in Arztpraxen: Wird das Vakzin von Biontech für Schüler ausgespart? (24hamburg.de-Montage/Symbolbild)

Dieses Vorgehen kritisiert die Kassenärztliche Vereinigung scharf. Es sei unter anderem „kurzsichtig und kontraproduktiv“. „Die Politik öffnet immer neue Impfwege, ohne dass ausreichender Impfstoff zur Verfügung steht. Damit sorgt sie dafür, dass an keiner Stelle in Ruhe geimpft werden kann“, heißt es in dem Rundschreiben. Weiter mahnt die KV: „Den Praxen wird es damit nicht möglich sein, die Impfkampagne spürbar zu unterstützen“.

Corona-Impfungen in Hamburg: Impfstoff-Knappheit weiter ein großes Problem in der Stadt

Die Impfstoff-Knappheit stellt weiter eines der größten Probleme im Impffortschritt der Stadt Hamburg dar. Kürzlich hatte die Gesundheitsbehörde angekündigt, die Impfpriorisierung ab 7. Juni 2021 bei Hausärzten entfallen zu lassen*. Außerdem sollen die Arztpraxen dann erste Anlaufstelle für Erstimpfungen sein. Im Impfzentrum in den Messehallen sollen überwiegend Zweitimpfungen durchgeführt werden. Schon nach Bekanntwerden dieses Vorhabens gab es Kritik von der Kassenärztlichen Vereinigung.

Weil weiter zu wenig Corona-Impfstoff geliefert wird, können die Hausärzte dem Ansturm derzeit nicht gerecht werden, hieß es. Wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtet, sollen Ärzte in Hamburg in der ersten Juni-Woche lediglich 24 Impfdosen pro Arzt oder Ärztin bekommen. Die Betriebsärzte, die ab 7. Juni 2021 mit dem Impfen beginnen dürfen, bekommen 800 Dosen die Woche, berichtet Walter Plassmann, Chef der KV Hamburg. Wegen dieser Umverteilung könne es sein, dass einige Hausärzte vorübergehend ganz mit dem Impfen aufhören, so Plassmann.

Corona in Hamburg: Impfquote in der Stadt deutlich unter Bundesdurchschnitt

Hamburg liegt im bundesweiten Vergleich, was die Impfquote betrifft, deutlich unter Durchschnitt. Während die Impfquote deutschlandweit schon bei 40,3 liegt, weist die Hansestadt Hamburg derzeit nur eine Quote von 38,4 auf (Stand 25. Mai 20021). Immerhin wird die Gesamtzahl aller verabreichten Impfdosen in der Stadt in den kommenden Wochen die 1-Million-Marke knacken. 709.308 Menschen haben bereits eine erste Impfdosis erhalten, 262.288 Menschen sind doppelt geimpft. * 24hamburg.de und fr.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Westend61/imago images

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