Fristlose Kündigung: Vier Kassiererinnen verlieren Job wegen Kaffeekasse

Worms - Ein Freizeitbad in Worms kündigte vier Kassiererinnen wegen 34 Euro und zwei Cent Trinkgeld in einer Kaffeekasse. Der Grund: Es würde sich dabei um eine illegale Schwarzgeldkasse handeln.

Das Freizeitbad der Stadt Worms hat laut einem Bericht von “Spiegel Online“ vier Kassiererinnen wegen einer Trinkgeldkasse entlassen.

Wie das Magazin am Mittwoch berichtete, hatten die vier Frauen für eine Kaffeekasse insgesamt 34 Euro und zwei Cent gesammelt. Die städtischen Wormser Freizeitbetriebe sahen darin eine illegale Schwarzgeldkasse und kündigten den Kassiererinnen fristlos, wie es hieß.

Während die Staatsanwaltschaft gegen die Frauen ermittelt, ist die Gewerkschaft von deren Unschuld überzeugt. Laut dem Bericht sind die Frauen zwischen 49 und 55 Jahre alt.

Sie seien teils schon seit 25 Jahren im Wormser Schwimmbad beschäftigt und unter normalen Umständen unkündbar, hieß es. Nach Ansicht der Frauen hätten die Freizeitbetriebe nach einem Vorwand gesucht, um sie loszuwerden.

Die verrücktesten Fälle vor dem Arbeitsgericht

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Die Stadt Worms war am Mittwochnachmittag zu einer Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Wie die Staatsanwaltschaft Mainz bestätigte, wird gegen die vier Kassiererinnen inzwischen wegen Betrug und Untreue ermittelt.

Eine entsprechende Anzeige sei am 5. Oktober des vergangenen Jahres eingegangen. Die Gewerkschaft ver.di stellte sich hinter die Beschuldigten. “Wir sind überzeugt, dass sie zu Unrecht beschuldigt werden“, sagte Gewerkschaftssprecher Jürgen Dehnert der Nachrichtenagentur AP.

Nach Dehnerts Worten wird am 2. Februar über den Fall der vier Kassiererinnen vor dem Mainzer Arbeitsgericht verhandelt. Sollte sich dabei erweisen, dass die Frauen sich nichts zu schulden kommen ließen, müssten sie wieder eingestellt werden.

Gekündigt! Diese Bagatellen können Sie den Job kosten

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Brot
Der erste Fall, in dem das Bundesarbeitsgericht über eine Kündigung wegen eines Bagatelldiebstahl entschieden hat, führte zum „Bienenstich-Urteil“ von 1984. Eine Verkäuferin hatte einen Bienenstich verzehrt aber nicht bezahlt. Sie erhielt eine fristlose Kündigung. Das „Bienenstich-Urteil" gehört heute zum Einmaleins jedes Arbeitsrechtlers. © dpa
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Der Arbeitgeber wertet das als Diebstahl und wirft ihn raus. Das Landesarbeitsgericht Hamm hebt die fristlose Kündigung durch die Bäckereikette aber als unverhältnismäßig auf. © dpa
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Zudem fordere ver.di für diesen Fall personelle Konsequenzen bei den Verantwortlichen der Stadt Worms. Der Wormser Bürgermeister Georg Büttler hatte sich am 19. Januar per Presseerklärung an die Öffentlichkeit gewandt.

Darin warf er den Kassiererinnen vor, neben der Unterhaltung einer schwarzen Kasse auch Fundsachen von Schwimmbadgästen unterschlagen zu haben. So seien aus dem Tresor des Freizeitbades Geldbörsen, Schmuck, Uhren und Handys verschwunden.

Die vier Kassiererinnen hätten den Schlüssel zu dem Tresor in Verwahrung gehabt. Der Diebstahl von Wertgegenständen könne nicht als Bagatelle abgetan werden, erklärte Büttler. Daher sei es nicht vertretbar, die Angelegenheit lediglich mit einer Abmahnung der vier Frauen abzuschließen.

ap

Rubriklistenbild: © dpa

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