Forderung von Kassenärztechef

„Freedom Day“: SPD und Grüne lehnen Ende der Corona-Regeln ab

Kassenärztechef Andreas Gassen plädiert für einen „Freedom Day“. Die Corona-Beschränkungen sollen wegfallen. Doch Grüne und SPD sind entschieden dagegen.

Berlin – Zum 30. Oktober 2021 sollen alle Corona-Beschränkungen aufgehoben werden – wünscht sich Kassenärztechef Andreas Gassen. Ein verbaler Vorstoß, der in Anlehnung an das Vorbild England als „Freedom Day“* deklariert werden soll. Doch nicht mit der SPD und den Grünen. Bei beiden Parteien trifft dieser Vorschlag auf kollektive Ablehnung.

Politische Partei:Bündnis 90/Die Grünen
Gründung:13. Januar 1980, Karlsruhe
Hauptsitz:Berlin
Gründer:Bündnis 90, Die Grünen
Parteiführung:Annalena Baerbock (Co-Vorsitz), Robert Habeck (Co-Vorsitz), Michael Kellner (Parteisekretär)

„Nicht ethisch vertretbar“: Karl Lauterbach kritisiert „Freedom Day“-Vorstoß von Kassenärztechef Andreas Gassen

Für „nicht ethisch vertretbar“ hält SPD-Gesundheitsökonom Karl Lauterbach den Vorstoß von Gassen. Auf Twitter spricht Lauterbach bereits eine Warnung aus. Der Sozialdemokrat spricht von einer Welle der Pandemie, die in diesem Szenario auf die Gesellschaft zukommen würde – und letztendlich zu groß sei.

Keine Maskenpflicht mehr sowie der Wegfall aller anderen Corona-Regeln – das wünscht sich der Kassenärztechef. Doch gibt es Einwände gegen dessen Vorstoß hin zu einem „Freedom Day“ am 30. Oktober. SPD-Gesundheitsökonom Karl Lauterbach und Grünen-Sicherheitschef Janosch Dahmen äußern Kritik. (kreiszeitung.de-Miontage)

Vielmehr wäre es besser, Öffnungen vorzunehmen, wenn eine Impfquote von 85 Prozent erreicht sei. So lange sollte noch die 2G-Regel, wie sie auch in Niedersachsen und Bremen praktiziert wird, gelten. Mit seiner Ansicht steht Lauterbach jedoch nicht allein auf weiter Flur.

Pandemie kein Privatvergnügen: Grünen-Politiker hält nichts vom frühzeitigen Abschaffen der Corona-Regeln

„Jetzt so zu tun, als sei die Pandemie ein Privatvergnügen und Ungeimpfte letztlich selbst dran Schuld und wir könnten uns jetzt von allen Schutzmaßnahmen verabschieden, das halte ich für zynisch“, widerspricht auch der Grünen-Sicherheitsexperte Janosch Dahmen dem Kassenärztechef Gassen gegenüber „NDR Info“.

Die Forderung Gassens, der zudem ein konkretes Corona-Ende prognostiziert, würde zudem der Haltung der Mehrheit der niedergelassenen Ärzte widersprechen. Laut Dahmen bräuchte es für eine Lockerung der Corona-Maßnahmen eine Impfquote von deutlich über 90 Prozent – bezogen auf die Personengruppe ab 60 Jahren. Für die Gesamtbevölkerung der impffähigen Personen würde sich dieser Wert auf über 80 Prozent belaufen.

Diskussion um Aufhebung der Corona-Regeln: Konkretes Datum sei noch zu früh

„Es wäre gut, wenn die Kassenärztliche Vereinigung sich hier auf das Impfen konzentriert, hier mehr Tempo macht“, heißt es von Grünen-Sicherheitschef Janosch Dahmen. Und auch die FDP meldet sich in dieser kontrovers diskutierten Causa zu Wort. Eine Diskussion über eine Aufhebung der Corona-Regeln hält der Gesundheitsexperte der Partei, Andrew Ullmann, zwar grundsätzlich für richtig.

Doch sei es noch zu früh, um ein konkretes Datum zu benennen. „Ob es jetzt der 30. Oktober ist, Allerheiligen oder vielleicht auch Mitte November ist“ – dazu könne er nichts Konkretes sagen, wird Ullmann von „NDR Info“ zitiert. Es gelte, die Corona-Entwicklungen der kommenden Wochen genau zu beobachten.

„Freedom Day“-Vorreiter England: Hier gelten keine Corona-Regeln mehr – Dänemark und Niederlande agieren ähnlich

Mit seinem Vorstoß hinsichtlich des Endes aller Corona-Beschränkungen zum 30. Oktober orientiert und bezieht sich Kassenärztechef Andreas Gassen auf den europäischen Vorreiter. „Nach den Erfahrungen aus Großbritannien sollten wir auch den Mut haben zu machen, was auf der Insel geklappt hat. Also braucht es jetzt eine klare Ansage der Politik: In sechs Wochen ist auch bei uns Freedom Day“. Das sagte Gassen gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Zum Hintergrund: In England gelten die Corona-Regeln bereits seit Mitte Juli nicht mehr. Und das, obwohl immer wieder hohe Sieben-Tage-Inzidenzen genug Anlass gegeben hätten, alles beim Alten zu belassen. Generell führen immer mehr europäische Länder Corona-Lockerungen durch, darunter auch Dänemark. Selbiges gilt für die Niederlande, wo Abstandsregeln abgeschafft werden – und der Corona-Pass eingeführt wird. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Horst Galuschka/imago images & Political-Moments/imago images & Christian Ohde/imago images

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