Fragen und Antworten zum Flugverbot

+
Turbinen in Frankfurt am Main werden untersucht.

Frankfurt/Main - Die Sperrung des Luftraums über weiten Teilen Europas hat zu einer beispiellosen Behinderung des Flugverkehrs geführt. Hier gibt es Antworten auf die wichtigsten Fragen

Verschiedene europäische Fluglinien haben genau das den staatlichen Stellen vorgeworfen. Lufthansa und Air Berlin bemängelten vor allem, dass die Sperrungen allein auf der Grundlage von Computersimulationen veranlasst würden. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer und die Deutsche Flugsicherung betonen dagegen, dass die Sicherheit in diesen Dingen an erster Stelle stehe und sie einfach kein Risiko eingehen wollen. In die Entscheidung für oder gegen Luftraumsperrungen fließe zudem ein ganzes “Meer von Daten“ ein, sagte Ramsauer.

Asche-Chaos in Deutschland

Asche-Chaos in Deutschland

Wie groß ist der wirtschaftliche Schaden?

Lesen Sie auch:

Air Berlin bringt Urlauber zurück

Asche: NATO-Jet bei Testflug beschädigt

Luftraum bis Dienstag gesperrt - heftige Kritik

Bahn bittet, nur notwendige Fahrten anzutreten

Flugverbote über Nordeuropa gelockert

Vulkanaktivität auf Island nimmt ab

Gesundheit: Vorsicht Vulkanasche

Flugverbot: Kein Schadenersatz

Ramsauer: TV-Zoff mit Lufthansa-Sprecher

Das Chaos im Luftverkehr kostet allein die Fluggesellschaften nach Angaben des internationalen Branchenverbands IATA jeden Tag mindestens 200 Millionen Dollar (150 Millionen Euro) Umsatz. Noch größer ist der volkswirtschaftliche Schaden. Zusätzlich zu den Schäden für direkt Betroffene wie Fluggesellschaften und Reiseveranstalter kommen beispielsweise Verzögerungen bei der Auslieferung von Frachtgut, die wiederum in Unternehmen, die auf wichtige Teile warten, zu Produktionsausfällen führen können. Kosten entstehen etwa auch durch verlorene Arbeitszeit und verpasste Geschäfte der gestrandeten Touristen und Geschäftsreisenden.

Mit welchen Argumenten kämpft die Luftfahrtbranche für die Wiederaufnahme der Flüge?

Mehrere europäische Airlines haben in den vergangenen Tagen Testflüge durchgeführt. KLM beispielsweise flog eine Boeing 737 bis in eine Höhe von 13.000 Meter. Weder während des Fluges noch bei einer Inspektion danach gab es dem Unternehmen zufolge irgendwelche Unregelmäßigkeiten. Die Lufthansa stellte am Wochenende bei Überführungsflügen keinerlei Schäden an den Maschinen fest. Eine Nato-Kampfjet hingegen, der am Wochenende einen Testflug absolvierte, erlitt Schäden an den Triebwerken.

Diese Vulkan-Witze wollen wir nicht mehr lesen

Diese Vulkan-Witze wollen wir nicht mehr lesen

Warum richtet ausgerechnet dieser Vulkanausbruch so ein Chaos an?

Der Ausbruch des Eyjafjallajökull hat Eigenschaften, die ihn nach Ansicht von Experten zu einem besonderen Risiko machen. Da er unter einem Gletscher liegt, kühlt sich die Magma schnell ab und schleudert Asche und Staub in die Atmosphäre, wo Fluginstrumente gestört und Triebwerke beschädigen werden könnten. Bei den meisten Ausbrüchen geschieht das Ausspucken von Asche und Staub nur in der Anfangsphase, dann fließt die Lava ab. Außerdem ist der Ausbruch des Eyjafjallajökull relativ schwach, die Aschewolke liegt deshalb in einer recht niedrigen Höhe. Eine stärkere Eruption hätte die Teilchen über die Reiseflughöhe geschleudert, die Auswirkungen auf den Flugverkehr wären viel geringer.

Gab es schon einmal Probleme für Flugzeuge aufgrund von Aschewolken?

Ja. 1989 flog eine Boeing 747 der KLM über Alaska durch eine Vulkanaschewolke. Vorübergehend fielen all vier Triebwerke aus. Den Piloten gelang es aber, die Motoren in einer niedrigeren Höhe wieder zu starten und das Flugzeug sicher zu landen.

Auf Island sind früher doch auch schon Vulkane ausgebrochen. Wie war damals die Reaktion?

Das Zentrum für Asiatisch-Pazifischen Luftverkehr (CAPA), eine unabhängige Forschungsgruppe mit Sitz in Sydney, weist darauf hin, dass es in den 90er Jahren eine ähnliche Eruption unter einem isländischen Gletscher gegeben habe. Damals habe es nur minimale Störungen im Flugverkehr gegeben, die Flüge seien einfach umgeleitet worden.

Warum ist das diesmal anders?

CAPA vermutet, dass es seit den Terroranschlägen vom 11. September 2011 in New York und Washington in Fragen der Flugsicherheit eine gewisse Paranoia gibt.

Werden die Behörden die Flugbeschränkungen lockern?

Wenn sich die Wetterlage nicht bessert und damit Argumente für eine Lockerung liefert, dürfte es den verantwortlichen Stellen schwer fallen, vom einmal eingeschlagenen Kurs abzuweichen. Denn ein solcher Schritt könnte darauf hindeuten, dass die Sperrung eine anfängliche Überreaktion war. Außerdem würde jeder Absturz oder sonstige gefährliche Zwischenfall zu Vorwürfen führen, die Behörden hätten sich dem Druck der Luftfahrtindustrie auf Kosten der Passagiersicherheit gebeugt.

DAPD

Die Staatskarossen der US-Präsidenten

Die Staatskarossen der US-Präsidenten

Beraterin: Trump veröffentlicht seine Steuerunterlagen nicht

Beraterin: Trump veröffentlicht seine Steuerunterlagen nicht

Wie werde ich Fitnesskaufmann/-frau?

Wie werde ich Fitnesskaufmann/-frau?

Wann eine Teilqualifizierung sinnvoll ist

Wann eine Teilqualifizierung sinnvoll ist

Meistgelesene Artikel

Beim Sex in Disco gefilmt - Polizei fahndet nach Liebespaar

Beim Sex in Disco gefilmt - Polizei fahndet nach Liebespaar

Berliner Polizei: Emotionale Botschaft nach Steinwürfen

Berliner Polizei: Emotionale Botschaft nach Steinwürfen

Jugend auf Droge? Mehr Rauschgift-Delikte an Schulen

Jugend auf Droge? Mehr Rauschgift-Delikte an Schulen

Kind wollte sich angeblich selbst versteigern

Kind wollte sich angeblich selbst versteigern

Kommentare