Polizei: Sicherheitschecks an Flughäfen prüfen

Nach Bombenalarm: Fluggast bleibt verschwunden

München - Nach dem Bombenalarm am Münchner Flughafen sucht die Polizei weiter nach dem verdächtigen Fluggast. Die Polizei fordert nach dem Vorfall eine grundsätzliche Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen.

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Sprengstoff-Alarm am Münchner Flughafen

Die Suche nach dem Mann mit der Laptoptasche vom Münchener Flughafen geht weiter. Eine Auswertung der Videoaufnahmen vom Sicherheitscheck habe bislang nichts ergeben, sagte der Sprecher der Flughafenpolizei, Albert Poerschke, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Ermittler fahnden weiter nach einem Mann mittleren Alters. “Wir suchen den Mann zwar, aber ich möchte betonen, dass das nicht strafrechtlich relevant ist“, erklärte der Sprecher.

Eine erste Spur nach Spanien musste die Polizei inzwischen aufgeben. In Madrid überprüfte die Grenzpolizei eine aus München ankommende Maschine ohne Ergebnis. Am Mittwochnachmittag hatte der Laptop des Mannes einem Bombenalarm ausgelöst. Beim Sicherheitscheck zeigte ein Prüfgerät möglichen Sprengstoff an. Der Mann nahm den Computer danach an sich und verschwand spurlos in der Menge.

Polizei: Sicherheitschecks an Flughäfen prüfen

Unterdessen hat die Gewerkschaft der Polizei gefordert, die Sicherheitsvorkehrungen auf deutschen Flughäfen vollständig auf den Prüfstand zu stellen.

Eine derartige Sicherheitslücke könne sich ein Airport nicht leisten, sagte der für die Bundespolizei zuständige Gewerkschaftsvorsitzende Josef Scheuring der “Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstag). “Wenn man jemanden kontrolliert, muss man ihn auch festhalten können.“ Die Polizei suchte in der Nacht weiter nach dem Fluggast, dessen Laptop bei der Gepäckkontrolle Alarm ausgelöst hatte. Am frühen Donnerstagmorgen wurden Videobilder des etwa 50 Jahre alten Mannes ausgewertet.

 Wegen des Bombenalarms war der Sicherheitsbereich des Münchner Flughafens am Mittwoch stundenlang gesperrt worden. Es gab erhebliche Störungen im Flugverkehr. Mehr als hundert Flüge verspäteten sich oder wurden annulliert.

Scheuring sagte, das Münchner Geschehen sei zwar aus der Distanz nur schwer zu beurteilen. Es sei aber naheliegend, dass entweder zu wenig Personal am Kontrollschalter zur Verfügung stand oder aber die Ausbildung der Leute mangelhaft gewesen sei.

Während der Routine-Kontrolle eines Notebooks vor dem Sicherheitsbereich zeigte ein Prüfgerät möglicherweise vorhandenen Sprengstoff an. Als eine Mitarbeiterin das Gerät genauer untersuchen wollte, griff der Reisende nach dem Notebook und verschwand in der Menge. Die Polizei sperrte diesen Flughafenteil mehr als drei Stunden lang und überprüfte dort alle Passagiere.

Es gab keine genauen Informationen, ob der Mann in eine Maschine oder nach draußen entkommen war. Da Fluggäste beim Passieren der Sicherheitsschleuse aber bereits eine Bordkarte haben müssen, wurde nicht ausgeschlossen, dass der Mann sein Flugzeug unbehelligt besteigen konnte.

Die Ursache für den möglichen Fehlalarm blieb unklar. Die Kontrollgeräte sind nach Angaben der Sicherheitsgesellschaft München so eingestellt, dass sie Sprengstoff-Verdacht schon auf niedrigstem Niveau melden. Daher kämen auch Fehlalarme immer wieder vor. Einen konkreten Verdacht auf Sprengstoff in einem Gegenstand habe es nicht gegeben.

dpa

Rubriklistenbild: © Priglmeir

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