Schwester stellt sich in den Weg

Familiendrama: 16-Jährige soll Vater erstochen haben

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Ein Beamter der Spurensicherung betritt den Tatort.

Vlotho - Messerattacke auf die eigenen Eltern: Bei einem blutigen Familiendrama in Ostwestfalen soll eine 16-Jährige ihren Vater getötet und ihre Mutter schwer verletzt haben. Die jüngere Schwester hat sich ihr Berichten zufolge in den Weg gestellt.

Eine 16-Jährige soll im ostwestfälischen Vlotho mit einem Messer auf ihre Eltern eingestochen und ihren Vater getötet haben. Die Mutter wurde bei dem Angriff in der Nacht zum Montag schwer verletzt, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Polizeibeamte hätten die Jugendliche festgenommen. Zum Motiv gab es zunächst keine Angaben.

Der 59-jährige Vater sei noch in der Wohnung im Erdgeschoss an den Verletzungen gestorben, berichtete die Polizei. Die 40 Jahre alte Mutter wurde in ein Krankenhaus gebracht. Die in dem Zweifamilienhaus lebenden Nachbarn hatten Polizei und Rettungskräfte benachrichtigt.

Nach Informationen von „Westfalen-Blatt“ und „Bild“-Zeitung hatte die elf Jahre alte Schwester noch versucht, die mutmaßliche Angreiferin zu stoppen. Den Berichten zufolge schlug sie der 16-Jährigen dazu mit einer Glasflasche auf den Kopf und verletzte sie dabei. Die Ermittler machten dazu keine Angaben.

Eine Mordkommission der Polizei in Bielefeld nahm die Ermittlungen auf. Am Montagvormittag wurden Spuren in dem Zweifamilienhaus gesichert, in dem sich das blutige Drama ereignet hatte. Zu den Hintergründen und Einzelheiten der Tat wollte die Polizei zunächst keine weiteren Angaben machen.

Nach Einschätzung des Kinder- und Jugendtherapeuten Christian Lüdke kommen brutale Angriffe auf die eigenen Eltern im Vergleich zu anderen Delikten sehr selten vor. Auch gehe ihnen stets eine lange Geschichte voraus: „Kein Kind wird über Nacht zum Mörder seiner Eltern. Eine solche Tat steht immer am Ende einer langen psychologischen Entwicklung“, sagte Lüdke der Deutschen Presse-Agentur.

In vielen Fällen gehe es jugendlichen Tätern bei Angriffen auf die eigene Familie darum, sich von ihren Peinigern zu befreien. „Diese Jugendlichen teilen häufig das Gefühl von jahrelanger Ohnmacht - sei es, weil sie missbraucht wurden oder sich ungeliebt oder permanent gegängelt fühlen“, sagte Lüdke. „Durch Gewaltausübung verwandeln sie diese Ohnmacht in Allmacht.“

dpa

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