Deutschlands bekanntestes Justizopfer

Mollath-Anwalt bestreitet versuchte Freilassung mit Fälschung

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Gustl Mollath ist eines der bekanntesten Justizopfer in Deutschland.

Wiesbaden - Gustl Mollath ist eines der bekanntesten Justizopfer in Deutschland. Nun wird einer der vielen Aspekte seines komplizierten Falls Thema vor dem Wiesbadener Landgericht. Sein Anwalt bestreitet die Vorwürfe gegen sich.

Im Prozess um einen gefälschten Gerichtsbeschluss zur Freilassung des Justizopfers Gustl Mollath aus der Psychiatrie hat ein Anwalt alle Vorwürfe gegen ihn bestritten. Nicht er, sondern ein befreundeter Mandant habe aus seiner Privatwohnung das gefälschte Fax an eine Klinik in Bayreuth geschickt, berichtete der Jurist am Mittwoch vor dem Wiesbadener Amtsgericht in einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung. Den Namen des Mannes könne er aber wegen seiner anwaltlichen Schweigepflicht nicht nennen. Der 55-jährige Jurist muss sich wegen versuchter Gefangenenbefreiung und Urkundenfälschung verantworten.

Mollath hatte seine Frau nach Überzeugung des Landgerichts Regensburg misshandelt. Das Landgericht Nürnberg-Fürth hatte ihn 2006 wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen, aber wegen attestierter Wahnvorstellungen und Gemeingefährlichkeit in die Psychiatrie eingewiesen. Dort saß er jahrelang unrechtmäßig, wie die Regensburger Richter 2014 in einem aufsehenerregenden Wiederaufnahmeverfahren entschieden.

Laut Anklage soll das Faxgerät in der Wohnung des Wiesbadener Anwalts so manipuliert worden sein, dass als Absender die Nummer des Landgerichts Regensburg erschien. Die Fälschung wurde jedoch erkannt, Mollath kam nicht vorzeitig frei. Zum Tatzeitpunkt im Juni 2013 war der Anwalt kein Rechtsbeistand von Mollath. Er habe sich aber mit dem Fall beschäftigt und nach Diskussionen und Drängen seines Mandanten einen Brief mit Verfahrenstipps an ihn geschrieben, sagte der 55-Jährige aus.

Sein Mandant habe sich sehr über die bayerische Justiz aufgeregt und an dem Abend vorgegeben, deswegen einen Leserbrief von dem Faxgerät an Zeitungen schicken zu wollen. Da er mit dem Mann befreundet war, habe er das zugelassen und ihn alleine in seinem Arbeitszimmer agieren lassen. Wenige Tage später habe er im Internet von der versuchten Freilassung Mollaths gelesen, sein Faxprotokoll überprüft und den in Frankreich lebenden Mandanten zur Rede gestellt, erklärte der Angeklagte.

Dieser habe alles zugegeben. Der Bekannte habe aber betont, bei den Ermittlungen gegen ihn werde er alles abstreiten und alle Unterlagen vernichten. Danach habe sich der Anwalt mit einem Rechtsbeistand an die Wiesbadener Staatsanwaltschaft gewandt und über den Vorfall berichtet, berichtete der 55-Jährige. Er bestreite ausdrücklich, die Tat begangen zu haben.

Der Fall Gustl Mollath - Eine Chronologie

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dpa

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