Der Fall Marco - eine Chronologie

Uelzen/Antalya - Marco aus Uelzen (Niedersachsen) saß monatelang in der Türkei in U-Haft, weil er 2007 im Urlaub als 17-Jähriger die damals 13 Jahre alte Britin Charlotte sexuell missbraucht haben soll.

Nach mehr als zwei Jahren Prozess wurde er am Mittwoch in Antalya wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren, zwei Monaten und 20 Tagen Haft verurteilt.

11. April 2007: Ein Discoabend in Side endet für Marco und das Mädchen im Hotelzimmer der Britin. Er spricht später von gemeinsamen Zärtlichkeiten, sie von sexueller Belästigung.

12. April: Nach einer Anzeige von Charlottes Mutter wird Marco festgenommen. Er kommt in Untersuchungshaft.

6. Juli: Am ersten Prozesstag wird die Verhandlung nach eineinhalb Stunden vertagt.

8. August: Ein Gutachter bestätigt Marcos Aussage, dass das Mädchen keinen Geschlechtsverkehr hatte und nicht vergewaltigt wurde.

6. September: Das Gericht gibt ein neues Gutachten in Auftrag.

8. Oktober: Eine Haftbeschwerde wird wegen der Schwere des Tatvorwurfs abgelehnt.

14. Dezember: Nach 247 Tagen kommt Marco ohne Auflagen aus der U-Haft frei und muss zum weiteren Verfahren nicht mehr erscheinen.

7. Januar 2008: Marco ist wieder in Uelzen und wird nach einem Betriebspraktikum eine Fachoberschule für Technik besuchen.

4. Juli: Weil ein medizinisches Abschlussgutachten fehlt, wird der Prozess vertagt.

26. November: Mit der Begründung, es seien einige Richter ausgewechselt worden, wird der Prozess erneut vertagt.

28. November: Marcos Buch “Marco W. - Meine 247 Tage im türkischen Knast“ erscheint. Wegen der Veröffentlichung während des laufenden Verfahrens legen seine deutschen Rechtsanwälte ihre Mandate nieder.

10. April 2009: Der erwartete Urteilsspruch bleibt aus, die Verhandlung wird auf den 5. Juni vertagt.

4. Mai: Die zuständige Staatsanwaltschaft in Lüneburg stellt das Ermittlungsverfahren gegen Marco ein. Der Verdacht des sexuellen Missbrauchs habe sich nicht bestätigt, sagt ein Sprecher.

5. Juni: Der türkische Staatsanwalt fordert eine mehrjährige Haftstrafe, nennt aber keinen genauen Strafrahmen. Die Verteidigung will am nächsten Verhandlungstag auf Freispruch plädieren.

15. Juli: Plädoyer und Urteil werden erneut verschoben. Das Gericht vertagt sich nach zwei Minuten bis nach der Sommerpause. Man benötige Zeit zum Aktenstudium, heißt es in der Begründung.

16. September: Marco wird in Antalya wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren, zwei Monaten und 20 Tagen Haft verurteilt.

dpa

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