Explosionen: Polizei verhandelt mit Bombenleger

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Sondereinsatzkräfte der Polizei umstellen am das Gebäude in Viernheim.

Weinheim/Viernheim - Nach den Explosionen in Weinheim und Viernheim hat die Polizei hat am Mittwochnachmittag weitere Verhandlungen mit dem verschanzten Bombenleger (44 Jahre) in Viernheim geführt.

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Explosionen in Weinheim und Viernheim

Ein 44 Jahre alter Mann hat am frühen Mittwochmorgen mehrere Sprengkörper an einem Einfamilienhaus im hessischen Viernheim gezündet. Möglicherweise geht auch die Explosion an einem Wohnhaus im benachbarten Weinheim in Baden-Württemberg auf das Konto des Mannes. Bei den Detonationen wurde ein 32 Jahre alter Familienvater in Viernheim leicht verletzt, seine Frau und die beiden sieben und neun Jahre alten Kinder erlitten einen schweren Schock. Der Täter mit Gasmaske und Tarnanzug habe “sehr großen Sachschaden“ verursacht, teilte die Polizei mit. Die Höhe stand zunächst aber noch nicht fest.

Sprengstoffkommando in Weinheim und Vierheim

Sprengstoffkommando in Weinheim und Viernheim

Der Mann verschanzte sich anschließend viele Stunden in seiner Wohnung in einem Wohn- und Geschäftshaus - nur knapp 100 Meter von dem Einfamilienhaus entfernt. Ein Sondereinsatzkommando der Polizei umstellte das vierstöckige Gebäude, die Polizei stand in engem Kontakt mit dem Mann. Die Einsatzkräfte sperrten das Haus weiträumig ab und evakuierten rund zehn Gebäude in der Nachbarschaft, weil sie davon ausgingen, dass der 44-Jährige in dem Gebäude noch mehr Sprengmittel deponiert hatte. Dies hatte der Bombenleger der Polizei am Telefon mitgeteilt.

Über Notruf hatte er die Polizei nach den Explosionen in Viernheim verständigt und dabei auch auf die Detonation und die dabei zerborstene Scheibe im etwa acht Kilometer entfernten Weinheim hingewiesen. Verletzt wurde bei der Explosion in Weinheim um 5.30 Uhr niemand, die Bewohner des Zweifamilienhauses sind im Urlaub. Sprengstoffexperten durchsuchten anschließend das Gebäude. Ein auf dem Balkon im ersten Stock entdecktes Paket wurde zur Untersuchung dem Landeskriminalamt übergeben. Nach der Durchsuchung konnten rund 50 Menschen aus der Nachbarschaft in ihre zuvor evakuierten Wohnungen zurückkehren. Die sicherheitshalber unterbrochene Elektro- und Gasversorgung wurde wieder aktiviert.

Nach Informationen des Radiosenders FFH soll es um Mietstreitigkeiten gehen. Der Täter habe die Sprengkörper in Weinheim vor der Tat in Viernheim getestet. Zum Verhältnis zwischen Täter und den Opfern sowie einem möglichen Motiv sagte die Polizei nichts. Klar sei nur, dass der 44-Jährige und die Familie nicht verwandt seien und dass es sich um einen privaten Hintergrund handle, ein politisches Motiv sei auszuschließen.

Der 32 Jahre alte Familienvater hatte sich verletzt, als er eine Scheibe einschlug, um sich mit seiner 31 Jahre alten Frau, seinem Sohn und seiner Tochter ins Freie zu retten.

Die Polizei versuchte die Lage auf dem Verhandlungsweg zu lösen. Dies könne aber noch mehrere Stunden dauern, sagte ein Polizeisprecher am Abend.

dpa

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