Erneut Panne im Kernkraftwerk Krümmel

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AKW Krümmel

Geesthacht/Kiel - Die Serie der Panne und Störfälle im Atomkraftwerk (AKW) Krümmel reißt nicht ab: Das AKW in der Nähe von Hamburg wurde am Samstagmittag mit einer Reaktorschnellabschaltung bereits zum zweiten Mal in dieser Woche vom Netz genommen.

Das erklärte das schleswig-holsteinischen Sozialministerium als zuständige Aufsichtsbehörde und der Betreiber Vattenfall. In Hamburg gab es deswegen massive Einschränkungen im Stromnetz. Unter anderem fielen die Ampeln zum Teil über mehrere Stunden aus. Kurz nach 12.00 Uhr mittags wurde Krümmel abgeschaltet. Ursache war nach bisheriger Erkenntnis eine Störung in einem der beiden Maschinentransformatoren des Kraftwerks. Durch den Defekt sei es zu einer Unterspannung an zwei von vier Eigenbedarfsschienen des Werks gekommen, was eine automatische Abschaltung bewirkt habe, erklärte das Sozialministerium in Kiel. Man habe unverzüglich Sachverständige zur Ursachenklärung hinzugezogen und in die Anlage geschickt. Erhöhte Radioaktivität ist laut den Daten der Kraftwerksfernüberwachung (KFÜ) nicht freigesetzt worden. Laut Vattenfall befand sich die Anlage am Samstagmittag in stabilem Zustand. Die Stromversorgung des Kraftwerks erfolge über das Fremdnetz. 

Ministerium fordert weitreichende Konsequenzen

Entgegen den ersten Informationen wurde die Atomaufsicht nicht vom Betreiber des Kernkraftwerks über die Reaktorschnellabschaltung informiert, sondern vom Lagezentrum des Innenministeriums, teilte das Sozialministerium mit. Ministerin Gitta Trauernicht erklärte, sie habe angesichts der Ereignisse eine erneute Zuverlässigkeitsprüfung des Betreibers veranlasst. “Das Unternehmen hat die Verantwortung für einen sicheren Betrieb des Kernkraftwerks. Vattenfall ist jetzt in der Pflicht, weitreichende Konsequenzen aus dem jüngsten Störfall zu ziehen“, erklärte die SPD-Politikerin. Das habe sie Vattenfall-Europe-Chef Tuomo Hatakka unmissverständlich deutlich gemacht. “Die Öffentlichkeit wird offensichtlich belogen und betrogen“, kritisierte Jan Becker vom Informationsnetzwerk contrAtom, das am Freitag zu einer Sitzblockade vor dem Kraftwerk aufgerufen hatte. Vattenfall habe behauptet, ein komplett überholtes AKW ans Netz zu bringen und nun habe es erneut einen schweren Störfall gegeben. Ministerin Trauernicht müsse jetzt handeln und Vattenfall sofort die Betriebslizenz für alle AKWs entziehen, forderte Becker.

AKW nach Brand für zwei Jahre stillgelegt

In Krümmel war es erst am Mittwoch, nur eine Woche nach dem Wiederanfahren des jahrelang stillgelegten AKWs, erneut zu einem Störfall gekommen. Verantwortlich hierfür war nach Angaben Vattenfalls ein fehlerhaft eingestelltes Ventil an einem Transformator. Das Kraftwerk war am Mittwochnachmittag vorübergehend vom Stromnetz getrennt worden und lief dann nur mit halber Leistung. Außerdem kam es zu einem Problem mit der Steuerung an einer der drei Speisewasserpumpen. Nach Angaben der Atomaufsicht tauschte Vattenfall die kaputte Baugruppe in der Pumpe aus. Der reparierte Transformator ist am Freitagabend wieder in Betrieb genommen werden. Das AKW Krümmel war nach einem Brand im Sommer 2007 für zwei Jahre stillgelegt worden. Bei der Reparatur und den folgenden Wartungsarbeiten tauchten immer neue technische Probleme auf.

Spannungsabfall im Hamburger Stromnetz

Wegen der Störung in Krümmel und einem Spannungseinbruch im Stromnetz gab es im nahe gelegenen Hamburg massive Störungen im Stromnetz. Im gesamten Stadtgebiet fielen circa 1.500 Ampelanlagen von insgesamt 1.800 aus, wie Vattenfall erklärte. Auch fast vier Stunden nach der Störung waren noch immer nicht wieder alle Anlagen am Netz. Betroffen von der Störung im Stromnetz waren auch einige Einkaufszentren sowie die Stahl- und Aluwerke. Zu Unfällen oder größeren Behinderungen kam es nicht, wie die Polizei auf AP-Anfrage erklärte.

ap

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