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Erneuerbare Energien in Deutschland: Welche es gibt und welche Vorteile sie bringen

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Von: Felix Busjaeger

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Erneuerbare Energien sollen in Deutschland die Energiewende bringen. Doch welche Vorteile haben diese und welche Erneuerbare Energien gibt es?

Berlin – Die Energiewende in Deutschland ist nicht erst seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs ein zentrales Thema der deutschen Energiepolitik: Geplant ist seitens der Regierung, mit der Energiegewinnung aus Wind, Wasser und Sonne eine nachhaltige Energieversorgung zu ermöglichen. Fossile Energieträger sowie Kernenergie sollen dabei durch die sogenannten Erneuerbaren Energien (EE) ersetzt werden. Doch welche Ressourcen sind da und welche Vorteile, aber auch Nachteile, bringen sie mit sich?

Erneuerbare Energien in Deutschland: Windkraft und Co. lösen Gas und Atomkraft ab

Der Aufschwung der Industrienationen der vergangenen Hundert Jahre war maßgeblich von einer funktionierenden Energieversorgung abhängig. Im 20. Jahrhundert standen dabei insbesondere Kohle- und Gaskraft im Fokus. Auch die Kernenergie erlebte während dieser Zeit ihren Höhepunkt. Deutschland will sich inzwischen von der Atomkraft verabschieden – bedingt durch den Ukraine-Krieg geschieht dies allerdings langsamer, als ursprünglich erwartet. Das AKW Emsland bleibt etwa vorerst am Netz.

Die Sonne geht hinter Windrädern unter.
Der Ausbau der Windkraft in Deutschland kommt schneller voran. Die Technologie ist Teil der Erneuerbaren Energien, die die Energiewende bringen sollen. © Marcus Brandt/dpa

Ungeachtet der unterschiedenen Energietypen: Ohne Strom, Wärme und Mobilität ist unser Alltag nicht mehr denkbar. Um die Energieversorgung nachhaltig und zukunftssicher zu gestalten, sollen Erneuerbare Energien künftig die wichtigste Energiequelle in Deutschland werden und gelten daher als eine zentrale Säule der Energiewende. Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) schreibt, soll die Energieversorgung „klimaneutral werden und uns gleichzeitig unabhängig vom Import fossiler Brenn-, Kraft- und Heizstoffe machen“. Überlegungen, wie Gasförderung in der Nordsee, könnten dann der Vergangenheit angehören.

Anteil der Erneuerbaren Energien in Deutschland wächst: EEG gibt Zielvorgabe an

Seit Jahren wächst der Anteil der Erneuerbaren Energien bei der Stromgewinnung in Deutschland. Wie aus Zahlen des Bundes hervorgeht, stieg der Anteil an Erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahrzehnten deutlich an: Waren es 2000 noch etwa sechs Prozent, kletterte der Anteil auf etwa 45 Prozent im Jahr 2020. Ziel ist es weiterhin, die deutsche Stromversorgung treibhausgasneutral zu gestalten. Wie dies erreicht werden soll, regelt das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Im vergangenen Jahr wollte Robert Habeck (Grüne) mit dem Klimapaket 2022 die Weichen auf Klimaschutz stellen – unter anderem mit einem stärkeren Ausbau von Erneuerbaren Energien.

Was ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)?

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gilt als zentrale Säule der Energiewende in Deutschland. Es ist das zentrale Steuerungsinstrument für den Ausbau von Erneuerbaren Energien. Unter anderem wird dadurch geregelt, dass der Anteil der Erneuerbaren Energien bei der Stromgewinnung bis 2050 auf mindestens 80 Prozent steigen soll. Wie das zuständige Ministerium bekannt gibt, erfolge der Ausbau „insbesondere im Interesse des Klima- und Umweltschutzes zur Entwicklung einer nachhaltigen Energieversorgung“. Die jüngste Änderung ist seit dem 1. Januar 2023 in Kraft getreten (Art. 12 G vom 20. Dezember 2022).

Im Zuge des Ausbaus der Erneuerbaren Energien in Deutschland stehen die Versorger vor zahlreichen strukturellen Herausforderungen. Künftig soll sich der Charakter des Energieversorgungssystems wandeln und sich von einem regionalen Verteilernetz hin zu einem intelligenten Stromnetz entwickeln.

Erneuerbare Energien in Deutschland: Welche es gibt

Welche erneuerbaren Energien gibt es? Unterschiede im Überblick

Bei den Erneuerbaren Energien spielen unterschiedliche Energiequellen eine Rolle. Die Anforderung, um in diese Gruppe zu zählen: Die Ressourcen müssen unbegrenzt zur Verfügung stehen oder sich zumindest relativ schnell wieder regenerieren können. Ziel ist es, diese Energien für die Erzeugung von Strom, Gas, Wärme oder Kraftstoffe einzusetzen. Die Windenergie wird beispielsweise zur Stromgewinnung eingesetzt, auch Wasserkraft steht hierfür zur Verfügung. Windräder dürfen sich inzwischen auch im Wald drehen.

Sonnenenergie und Biomasse können sowohl für die Stromerzeugung, als auch für die Wärmegewinnung verwendet werden. Biomasse hat zudem den Vorteil, gleichzeitig bei Biogas oder Biokraftstoffen Verwendung zu finden. Die Geothermie, also die Energiegewinnung aus der Erdwärme, kann ebenfalls für Strom- und Wärmegewinnung eingesetzt werden.

Vorgegebenes Ziel der deutschen Regierung ist es, bis 2050 etwa 60 Prozent am Bruttoendenergieverbrauch und 80 Prozent am Bruttostromverbrauch über Erneuerbare Energien abdecken zu können. Derzeit nimmt die Windenergie die tragende Rolle beim Ausbau der erneuerbaren Energien ein.

Vorteile und Nachteile von Erneuerbaren Energien: Was sich derzeit in Deutschland ändert

Solange es die Debatte um Erneuerbare Energien in Deutschland gibt, solange gibt es auch schon den Streit über Vorteile und Nachteile der Technologien. Seit Jahren wird über Abstandsregeln für Windkraftanlagen diskutiert oder als Gegenargument der vermeintliche Vogelschlag durch die Rotoren kritisiert. Fest steht aber: Die Vorteile der Erneuerbaren Energien überwiegen inzwischen einer geringen Zahl an Nachteilen.

Auf der einen Seite bringen die Alternativen zu Gas oder Atomkraft den Vorteil, dass sie auf Energiequellen zurückgreifen, die in der Regel unbegrenzt zur Verfügung stehen. Da es Sonne und Wind quasi überall gibt, nimmt auch die Abhängigkeit von anderen Ländern als Energielieferanten ab. Welche Auswirkung hierbei drohen, zeigte sich beispielsweise nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs, als die Energiepreise als Folge deutlich anstiegen. Abgesehen davon bringt die Energiegewinnung aus Erneuerbaren Energien einen weiteren Vorteil: Die entstehenden Emissionen sind sehr gering.

Nachteile von Erneuerbaren Energien: Speicherung ist noch größere Baustelle

Während viele Vorteile für einen verstärkten Ausbau der Erneuerbaren Energien sprechen, gibt es auch Nachteile, die berücksichtigt werden müssen: Durch die Abhängigkeit von Wind- oder Sonnenenergie steigt die Gefahr von Schwankungen, die sich negativ auf die produzierte Leistung auswirken könnten. Zudem sind überschüssige Energiemengen derzeit noch schwer speicherbar. Sogenannte Stromspeicher gelten dabei allerdings als wichtiger Baustein der Energiewende.

Derzeit entstehen aus diesem Grund in Deutschland zahlreiche Batteriespeicher, die genutzt werden, um Strom aus Wind- oder Sonnenenergie zwischenzulagern. Neben Batterien kommen auch Pumpspeicherwerke zum Einsatz. Großes Ziel bleibt, die Energieversorgung in Deutschland für die Zukunft dezentral auszulegen.

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